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Kommentare () Kommentare (0) 04.09.2015

PkwNow.de

"Wir sehen uns als neuen Zeitgeist"

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"Wir sehen uns als neuen Zeitgeist"
Die B2B-Plattform PkwNow.de geht Mitte September an den Start.
© Foto: PkwNow.de

Mit PkwNow.de versucht ein weiteres Start-up im Online-Autohandel sein Glück. Die Macher wollen mit innovativen Lösungen "begeistern".

Der Fahrzeughandel im Internet bleibt in Bewegung. Mit PkwNow.de geht in Kürze eine weitere Online-Plattform für die Vermarktung von Händler-/Exportfahrzeugen an den Start. AUTOHAUS sprach mit Geschäftsführer Rick Cebulla über neue Ideen in einem altbewährten Geschäft.

AH: Herr Cebulla, braucht der Autohandel wirklich noch eine Gebrauchtwagenbörse?

R. Cebulla: Gebrauchtwagenbörse ist vielleicht das falsche Wort. Wir sehen uns in erster Linie als Auktionsportal mit gewissen Vorzügen – oder anders gesagt als neuen Zeitgeist. "Think New" ist unser Motto.

AH: Ist PkwNow.de ein reines B2B-Protal oder werden auch Endkunden angesprochen?

R. Cebulla: PkwNow ist ausschließlich eine B2B-Plattform.

AH: Wann soll Ihre Plattform starten?

R. Cebulla: Offizieller Launchtermin ist der 15. September 2015.

AH: Wie viele Händlerpartner haben Sie bereits für das Netzwerk gewonnen?

R. Cebulla: Wir sind national als auch International gut aufgestellt. Fahrzeuge, die auf PkwNow angeboten werden, können bis zu 20.000 Händler erreichen. Trotzdem bleibt es für den Einlieferer, sofern sein Fahrzeug vermarktet wird, ein Verkaufsgeschäft in Deutschland – auch wenn das Gebot aus dem Ausland kommt.

AH: Wie viele Fahrzeuge werden zunächst gelistet?

R. Cebulla: Wir sind ein Startup, und der Start wird, zum Teil bewusst, klein gehalten. Wir werden zu Beginn ca. 50 bis 100 Fahrzeuge pro Woche anbieten. Wir möchten gesund wachsen und unsere Kunden langsam mit PkwNow vertraut machen.

AH: Welche Arten von Fahrzeugen darf die Branche erwarten?

R. Cebulla: Wir sind offen für alle Fahrzeuge. Von unseren jetzigen Partnern und Einlieferern dürfen wir aber die klassische Händlerware erwarten.

AH: Was verbirgt sich hinter Ihrem Inzahlungnahme-Tool? Wie kann der Händler davon profitieren?

R. Cebulla: Diverse Portale machen innerhalb kürzester Zeit ein vorbehaltliches, manchmal gar verbindliches Angebot. Der Haken: Das sind Zwischenhändler, die das Fahrzeug mit höchst möglichem Ertrag selbst weiter verkaufen wollen. Hierbei verdient nur einer. Mit unserem Inzahlungnahme-Tool haben die Autohäuser die Möglichkeit, das Altfahrzeug des potentiellen Neuwageninteressenten direkt anzubieten. Das PkwNow-Netzwerk wird gesondert auf diese Fahrzeuge aufmerksam gemacht und sendet verbindliche Kaufpreise. Sind wir ehrlich: Letztlich sind es doch genau die 200, 300 oder 400 Euro, die Inzahlungnahmegeschäfte platzen lassen.

AH: Ihre Kunden können auch eigene Auktionsplattformen kreieren. Wie funktioniert das?

R. Cebulla: Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich viele ländliche Autohäuser und große Gruppen über die Jahre ein zuverlässiges Partner-Netzwerk aufgebaut haben. Dieses Netz aus Stammhändlern kann bei PkwNow gepflegt werden. Die eigenen Auktionsfahrzeuge können ausschließlich diesen Händlern angeboten werden. Wir arbeiten auch schon daran, dass sich künftig registrierte Händler oder Aufkäufer um einen Stammplatz bei einem Autohaus bewerben können.

AH: Welche Services bieten Sie Händlern noch?

R. Cebulla: Wir haben uns zunächst auf die genannten Tools konzentriert. Damit sind wir am Puls der Zeit. Aber wir werden unsere Kunden weiter mit innovativen Lösungen begeistern. Unzählige Ideen warten noch auf ihre Umsetzung. Sollten Kunden Fragen zum System haben, gibt es neben den herkömmlichen Kontaktmöglichkeiten – E-Mail, Freecall oder Fax – auch eine WhatsApp-Nummer.

AH: Auf welche Technik und Schnittstellen greifen Sie zurück?

R. Cebulla: Wir bieten eine Schnittstelle zum Daten- und Informationssystem SilverDAT.

AH: Mit welchen Kosten müssen teilnehmende Händler rechnen?

R. Cebulla: Der Zukauf über PkwNow ist kostenfrei. Der Käufer kann also sein gesamtes Budget für die Sortimentserweiterung einsetzen. Für das Anbieten oder den Verkauf sind faire Fix-Werte vorgesehen. Je nach Vermarktungsweg zwischen Null bis 45 Euro für das Inserieren und 25 bis 65 Euro für den Verkauf. Gerne erstellen wir jedem Einlieferer ein individuelles Angebot. Neukunden erhalten mit dem PIN "Think New" die Möglichkeit, fünf Fahrzeuge kostenfrei anzubieten.

AH: Ist PkwNow nur auf den deutschen Markt begrenzt? Ist eine Expansion ins Ausland geplant?

R. Cebulla: Für Fahrzeugeinlieferer stellen wir unser Portal momentan nur in Deutschland zur Verfügung. Wir wollen uns zuerst auf dem Heimatmarkt etablieren. Der ein oder andere Blick geht aber schon über die Landesgrenzen hinaus.

AH: Seit Monaten sorgen junge Firmengründer für Schlagzeilen im deutschen GW-Markt, etwa Auto1.com oder Sellanycar.com. Wie platzieren Sie PkwNow in diesem intensiven Wettbewerb?

R. Cebulla: Im gleichen Atemzug mit Auto1 oder Sellanycar genannt zu werden, fühlt sich gut an. Aber unser Fokus geht doch stark in eine andere Richtung, auch sind die Herangehensweisen völlig unterschiedlich. Die beiden genannten Portale machen sich auf dem Endverbrauchermarkt breit, da möchten wir gar nicht mitspielen. Die Strukturen und der Kostenapparat von Auto1 oder Sellanycar sind aus meiner Sicht auch nicht für das Händlergeschäft geeignet. Das Händlergeschäft muss man über Jahre erlebt haben. Es geht um jeden Euro und der soll, so gut es geht, beim Autohaus ankommen. Zwischenhandel funktioniert hier nicht.

AH: Welche Perspektiven hat der Autohandel in Deutschland?

R. Cebulla: Die Autobranche befindet sich an einem Wendepunkt, was das Händlergeschäft angeht. Ich höre noch viel zu oft: "Die Fahrzeuge schieben wir durch, die machen uns keinen Probleme." Diese Herangehensweise ist bequem, aber sicher nicht im wirtschaftlichen Interesse des Unternehmens. Wer in dem Geschäftsbereich Erträge generieren will, muss sich mit dem Thema auseinandersetzen, seine Ware kennen und richtig platzieren. Das wollen wir mit PkwNow erreichen. Daran haben wir Hand in Hand mit Aufkäufern und Einlieferern gearbeitet. Ich sehe PkwNow als eine Art Lebenseinstellung im Händlergeschäft.

AH: Herr Cebulla, vielen Dank für das Gespräch

Rick-Cebulla-klein

Zur Person

Der gelernte Kfz-Mechaniker und Automobilkaufmann Rick Cebulla ist seit rund 15 Jahren in der Automobilbranche tätig. Als Verkaufsberater arbeitete er für die Gebrüder Nolte Gruppe und das Auto Zentrum Berker. Zudem sammelte er Erfahrung im Online-Auktionsgeschäft bei verschiedenen Unternehmen.

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