Die EU-Kommission ringt nach wie vor hinter den Kulissen um die genaue Höhe der Strafen für Autohersteller, wenn ihre Fahrzeuge beim Abgasausstoß gegen Klimaschutz-Vorgaben verstoßen. Das berichteten übereinstimmend die "Financial Times Deutschland" (FTD) und "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) in ihren Donnerstagsausgaben. EU-Umweltkommissar Stavros Dimas will den Informationen zufolge die Autobauer mit Strafen in Milliardenhöhe zwingen, die EU-Vorgaben einzuhalten. Der deutsche Industrie-Kommissar Günter Verheugen warne hingegen davor, den Konzernen unzumutbare Kosten aufzubürden. Von 2012 an sollen Neuwagen in der EU höchstens 130 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen. Vor allem die deutschen Hersteller mit ihren besonders schweren Fahrzeugen werden Schwierigkeiten haben, diese Vorgabe zu erfüllen. Bei dem Dimas-Modell müssten die Hersteller schon bei einer Überschreitung um wenige Gramm insgesamt mehrere Mrd. Euro zahlen. Für jedes Gramm und pro verkauftem Auto will Dimas nach Informationen der "FAZ" die Konzerne mit 95 Euro zur Kasse bitten. Sollten die Autobauer 2012 wie erwartet nur 140 statt der geforderten 130 Gramm CO2-Ausstoß erreichen, läge die Strafe bei 12,5 Mrd. Euro im Jahr. Das entspräche nach den Berechnungen der Kommission drei Viertel der Gewinne der Hersteller. Verheugen wolle den Konzernen hingegen lediglich eine Strafe von 25 Euro pro zu viel ausgestoßenem Gramm CO2 auferlegen, schreibt die "FTD". Kommissions-Präsident José Manuel Barroso hatte Ende November bereits Strafzahlungen für wenig umweltbewusste Autobauer angedroht (wir berichteten). Mitte kommender Woche will die Kommission konkrete Vorschläge vorlegen, wie die geplanten CO2-Grenzen durchgesetzt werden sollen. Bis dahin müssen sich die Kommissare auch über die Strafen für Abgas-Sünder einigen. (dpa)
CO2-Grenzwerte: EU will Autobauer zur Kasse bitten
Autoherstellern drohen in Europa angeblich Strafen in Milliardenhöhe, wenn die Fahrzeuge beim Abgas-Ausstoß gegen EU-Klimaschutz-Vorgaben verstoßen