Die deutsch-französischen Verhandlungen über einen Kompromiss zu strengeren Kohlendioxid-Grenzwerten für Autos haben einen Rückschlag erlitten. Ein Treffen von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel mit seinem französischen Amtskollegen Jean-Louis Borloo sei ohne Ersatztermin abgesagt worden, berichtete das "Handelsblatt" (Freitag) unter Berufung auf Kreise der Bundesregierung. In keinem der strittigen Punkt sei eine Einigung absehbar, hieß es. Das Ziel der EU-Kommission ist, den CO2-Ausstoß bei Neuwagen bis 2020 auf 120 Gramm je Kilometer zu senken. Die deutschen Autobauer sehen sich durch die EU-Pläne wegen ihrer vergleichsweise großen Fahrzeuge mit hohem CO2-Ausstoß benachteiligt. Frankreich besteht auf deutlich milderen Vorgaben für französische Kleinwagenhersteller, da diese viel weniger Kohlendioxid ausstoßen und teilweise den geplanten EU-Grenzwert sogar unterschreiten. Aus Regierungskreisen verlautete, ein Treffen deutscher und französischer Beamter im Kanzleramt am Mittwoch habe gezeigt, dass sich die Positionen nicht zusammenführen ließen, hieß es in dem Bericht. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel(SPD) und sein französischer Kollege Jean-Louis Borloo hatten im Februar beschlossen, zu den geplanten Klimaschutz-Vorgaben der EU einen Kompromissvorschlag auszuarbeiten. (dpa)
Deutsch-französischer Abgasstreit: Vorerst keine weiteren Gespräche zu CO2-Grenzen
Rückschlag für die deutsch-französischen Verhandlungen über einen Kompromiss zu strengeren CO2-Grenzwerten für Autos: Ein Treffen von Umweltminister Sigmar Gabriel mit seinem Amtskollegen Jean-Louis Borloo wurde ohne Ersatztermin gestrichen.