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EU-Kommission: Autos sollen klimafreundlicher werden

EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard sorgt in der Autoindustrie mit neuen Verbrauchs-Vorgaben für Wirbel.
© Foto: European Commission

EU-Klimakommissarin Hedegaard sorgt in der Autoindustrie mit neuen Verbrauchs-Vorgaben für Wirbel. Die Verbände befürchten Wettbewerbsnachteile. Umweltschützern dagegen sind die Pläne zu lasch.


Datum:
11.07.2012
5 Kommentare

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Die EU-Kommission will die Autoindustrie beim Klimaschutz zu schärferen Auflagen verpflichten. Demnach sollen Neuwagen in Europa künftig weniger Treibhausgas CO2 ausstoßen. Dazu legte EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard am Mittwoch in Brüssel einen Vorschlag vor. Das soll nicht nur dem Klima dienen: Verbraucher könnten so während der Betriebsdauer ihres Wagens nach EU-Angaben an der Tankstelle bis zu 3.800 Euro sparen. Selbst bei steigenden Autopreisen spare der Besitzer langfristig. Die EU-Staaten und das Parlament müssen den Vorschlägen noch zustimmen.

Bis zum Jahr 2020 sollen neu gebaute Pkw durchschnittlich 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Der Durchschnitt bezieht sich auf die gesamte europäische Fahrzeugflotte aller Hersteller. Das entspricht der Umweltorganisation Greenpeace zufolge 3,9 Litern Benzin oder 3,4 Litern Diesel auf 100 Kilometern. 2011 betrug der Wert 135,7 Gramm, die verbindliche Zielvorgabe für 2015 liegt bei 130 Gramm.

Der 95-Gramm-Wert war bereits 2008 entschieden worden. Die Kommission hat nun Vorschläge gemacht, wie genau er errechnet werden soll - und zwar im Verhältnis zum Fahrzeuggewicht. Diese Vorgaben seien für alle Hersteller gleichermaßen strikt, versicherte Hedegaard: "Was wir heute vorschlagen, ist eine faire und ausgewogene Richtlinie."

Um die komplizierte Formel zu verdeutlichen, griff Hedegaard zum Vergleich: Wenn ein übergewichtiger und ein schlanker Mensch die gleiche Anzahl Kilos verlieren sollten, sei das nicht gerade fair. Die Hersteller verbrauchsintensiverer, schwerer Wagen sollen sich deshalb stärker verbessern. Den Deutschen, stark in der Oberklasse, war das ein Dorn im Auge: Sie hatten laut EU-Diplomaten auf weniger scharfe Vorgaben gedrängt.

Zu lasch oder zu streng?

Gerd Lottsiepen vom Verkehrsclub Deutschland hingegen begrüßte den Druck auf die Produzenten: "Anstatt zu jammern sollten die deutschen Hersteller ihr technologisches Know-How ausspielen. Angesichts steigender Verkaufszahlen und Rekordgewinne sind die Kassen für die Entwicklung spritsparender Autos gut gefüllt."

Umweltverbänden sind die Pläne immer noch zu lasch - sie fordern ebenso wie die Grünen einen Grenzwert von 80 Gramm CO2 pro Kilometer. Franziska Achterberg von Greenpeace sagte, der Vorschlag lasse zwei Schlupflöcher. So sei für leichte Nutzfahrzeuge nur ein Grenzwert von 147 Gramm pro Kilometer vorgesehen, die Verschärfung falle deutlich geringer aus als für Pkw. Zudem dürften Hersteller besonders spritsparende Fahrzeuge wie Elektroautos mit dem Faktor 1,3 anrechnen lassen.

Aus Sicht des europäischen Auto-Branchenverbands ACEA dagegen sind die Grenzwerte eine große Herausforderung für die Hersteller. "Dies sind strenge Ziele - die strengsten der Welt", sagte ACEA-Generalsekretär Ivan Hodac. Dies werde die Herstellungskosten in Europa weiter erhöhen und sei ein Wettbewerbsnachteil fürchtet der Dachverband ebenso wie der deutsche VDA. Der ACEA verwies zudem auf die derzeit schwierige Marktlage in Europa. Der Autoabsatz in der EU ist angesichts der Schuldenkrise auf Talfahrt. (dpa)

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KOMMENTARE


Michael Kühn

11.07.2012 - 20:04 Uhr

Autos sollen klimafreundlicher werden...? ...und was ist mit unseren Straßen,- u. Ampelsystemen? (Stau´s an Baustellen...usw.?) Teilweise unsinnige Tempo 30 Km/h-Zonen? - In den meisten Städten und Gemeinden fahre ich direkt von einer roten Ampel zur Nächsten. Jedes Auto, welches (teilweise sinnlos)abbremsen- u. erneut aus dem Stand beschleunigt werden muß, benötigt ein Vielfaches an Kraftstoff, der verbrannt wird. Im Jahre 1994 habe ich mit einem BMW 525i Tour (E34)ca. ca. 1800 Kg Gewicht von Frankfurt/a.M. - Rügen (inkl. Reisegepäck für 14 Tage, einen Durchschnittsverbrauch von 7,5 l/100 Km bei einem durchschnittlichen Reisetempo von ca. 160 Km/h realisiert! Damals fuhr ich bei Nacht u. habe gelegentlich (ehrlich gesagt, häufig) die Tempolimits an den BAB-Baustellen ignoriert. - War ich doch alleine auf der Autobahn...(weit u. breit kein Anderer in Sicht...) Fazit: der Verkehr muß fließen!!! - und z.B. die Start/Stop-Automatik hilft im Winter bei -10 Grad Celsius im Stadtverkehr nicht wirklich weiter. Beheizte Heckscheibe/Frontscheibenbelüftung benötigen viel Energie, die ohne Motorleistung direkt zum Batterie-Exitus führt... Ich gebe ich zu Bedenken, dass keinesfalls die grenzenlos geforderten u. immer neuen Abgasnormen zu nennenswertetn Ergebnissen führen, sofern unsere überalterten Verkehrskonzepte in der Zunkuft so beibehalten werden! Das E-Auto sehe ich in weiter Ferne. Ich habe hier den Eindruck, dass diese "Tante Connie" keine Ahnung hat, wovon sie spricht. Den Greenpeace-lern und anderen Umweltverbänden sei gesagt: Panzer und anderes Kriegsgerät sind alles andere, als klimafreundlich, warum erklären sie nicht den betreffenden Kontrahenden, die klimatischen Auswirkungen ihrer Handlungsweise? (Wieviel Schadstoffe produziert z.B. ein Panzer/die Luftwaffe usw.im Vergleich zu den "paar" Autos auf unseren Strassen? Es ist immer einfach, den Weg des geringsten Widerstands zu gehen...


hans hase

12.07.2012 - 09:41 Uhr

Ein LKW bläst ein vielfaches an Schadstoffen in die Umwelt.Es ist erstaunlich, dass es immer heist: neu gebaute Pkw ! Allein der Bestand an LKWs (und die fahren wesentlich länger als PKWs) ist doch das Problem.... Im Raum Flughafen Frankfurt, wird das Ganze dann noch zu einer Lachnummer....was Klima anbelangt...ansonsten, ist das nicht lustig.


Michael Hansmann

12.07.2012 - 09:48 Uhr

Na also, es geht doch. Dass Opel derzeit Autos baut, die Emotionen wecken, bestätigen mehr als ausreichend Presseberichte. Ich finde, beim ADAM hat Opel sich selbst übertroffen. Nachdem der Kleine so oft durch die Presse gewandert ist, soviel spekuliert und darüber geredet wurde, müsste Opel ihn JETZT auf den Markt bringen. In einem halben Jahr ist es doch schon wieder viel zu spät. Gespannt bin ich auf die Preise und, ob es einen ADAM OPC geben wird :D


Michael Kühn

12.07.2012 - 15:47 Uhr

ein Nachtrag von mir zur Inkompentenz dieser "EU-Tante"... gem. Plusminus, ARD vom 11.07.2012 sind die Schiffsabgase auf dem Wasser pro Jahr fast genauso hoch, wie sämtliche Autoabgase, Industrieabgase, Haushaltsabgase usw. auf dem Festland... Diese fordernden "EU-Dummbabbler" gehen mir auf den Geist! Bei Interesse, nachfolgend der Link: http://www.daserste.de/plusminus/beitrag_dyn~uid,jcqg9wycb09y79rp~cm.asp


Dieter M. Hölzel

12.07.2012 - 17:48 Uhr

Ja ja Herr Kühn, Inkompetente EU-Tante ist der richtige Ausdruck für diese Frau, aber wahrscheinlich oder vielleicht kam sie über die Quote dahin, über ihre Partei ?


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