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Gabriel: SPD will Dienstwagen-Absetzbarkeit einschränken

Die SPD will im Falle eines Wahlsiegs 2013 die steuerliche Absetzbarkeit von Firmenautos einschränken.
© Foto: Michele Tantussi/dapd.

Nach Ansicht von Parteichef Sigmar Gabriel sollten "Leute, die für ihren Betrieb keinen Geländewagen brauchen, die Spritkosten eines solchen Fahrzeugs nicht als Betriebsausgaben anrechnen können".


Datum:
05.06.2012
9 Kommentare

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Die SPD will im Falle eines Wahlsiegs 2013 die steuerliche Absetzbarkeit von Firmenautos einschränken. "Leute, die für ihren Betrieb keinen Geländewagen brauchen, sollten die Spritkosten eines solchen Fahrzeugs nicht als Betriebsausgaben anrechnen können", sagte Parteichef Sigmar Gabriel dem "Focus". Damit kämen beim Subventionsabbau zwei Milliarden Euro pro Jahr zusammen.

Wenn 75 Prozent der Geländewagen in Großstädten Dienstwagen seien, dann liege das nicht nur an den schlechten Straßen. Gabriel zitierte einen Betriebsrat aus der Automobilindustrie mit den Worten: "Das ist Viagra in Chrom". Denkbar sei es auch, Verbrauchsobergrenzen der EU zum Maßstab zu nehmen. Was oberhalb dieses Verbrauchs liege, bezahle dann eben nicht mehr der Staat. Das wäre "auch ökologisch außerordentlich sinnvoll", sagte der frühere Bundesumweltminister.

Zu den möglichen Auswirkungen auf die Autobranche sagte Gabriel: "Entweder reduziert die Automobilindustrie den Spritverbrauch, oder die Leute müssen den Teil, den sie nur zum persönlichen Spaß haben, eben selbst bezahlen." (dpa)

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KOMMENTARE


Michael Kühn

05.06.2012 - 14:12 Uhr

Eine interessante Theorie von Herrn Gabriel..., nur hat er auch den Effekt in der Autobranche berücksichtigt? Ich mag diese "rollenden Telefonhäuschen" zwar auch nicht und sehe hier sicher eine berechtigte Überlegung, vom Grundsatz her. Jedoch sollte er einmal nachdenken, welche Tragweite diese Vorgehensweise mit sich bringt: Diese Autos würden sehr kurzfristig erheblich höheren Wertverlust erleiden... die gesamten Kalkulationen der Hersteller (Entwicklungs-, Produktionskosten, Absatzplanung und Wirtschaftlichkeitsberechnungen für die nächsten Jahre würden hinfällig werden... für die Händler, welche NW-Bestandsfzg. und Vfw. haben, würden auf den Autos sitzenbleiben oder unter dem Einstandspreis verkaufen müssen... Und wie möchte Herr Gabriel bitte sehr überprüfen, ob diese Autos berechtigt oder unberechtigt unterhalten werden? Hat er sich auch einmal über den daraus resultierenden verwaltungstechnischen Mehraufwand Gedanken gemacht? Es werden sicher viele "Telefonhäuschenliebhaber" um die Anerkennung dieser Fzg. kämpfen und ggfs. auch Klage einreichen. (das kostet alles nichts???) Mit seiner "tollen Idee" hätte er bereits vor dem Run auf die SUV´s und Geländewagen diese Entwicklung einschränken können; und nicht erst wenn der Zug schon abgefahren ist. Mittlerweile sind diese Autos, seit Jahren höchst beliebt und haben sicher auch einen erheblichen "Funfaktor", den er mit seiner Planung direkt abwürgt und dadurch einen schädigenden Einfluß auf unsere Wirtschaft und deren Arbeitplätze zu verantworten hat. (Ein klasse Einfall Herr Gabriel, so reduzieren sich wenigstens die Chancen, dass Sie gewählt werden.)


E. Kuehlwetter (wallibelli)

05.06.2012 - 17:10 Uhr

Herr Gabriel, auf welchem Mond leben sie eigentlich? Ich präsentiere Ihnen gerne einen modernen in D-land kaufbaren Geländewagen der Mittelklasse, 4,55 m lang, mit 150 PS, der nur noch 4,5l je 100 km = 119 g /CO2 -Ausstoß verbraucht, in Effizienzklasse A eingestuft ist und schon die EU 6 Abgasnorm, die erst ab Ende 2014 gilt, erfüllt. Zum Preis von unter 30.000,- €. Inzwischen gibt es etliche Geländewagen, die ihre so vehement propagierte 140g/CO2 Grenze für Dienstwagen unterbieten. Im diesem Zusammenhang erlaube ich mir den Hinweis, dass ihr Dienstwagen (Kenntnisstand 2011) trotz Hybridantrieb immer noch 7,9l verbraucht und knapp 190g/CO2 ausstößt. Wer solch pauschalen Forderungen in die Diskussion bringt, dem steht es gut, vorher im dem eigenen Stall die schlimmsten Dreckschleudern auszumisten, als da sind (Stand Mai 2012): Frau Kraft(MP NRW,SPD): Audi A8, 500PS mit 277g/CO2 und ihr Innenminister Jäger(SPD) gleiches Modell, 450PS mit 324g/CO2 Herr Wowereit(BM Berlin,SPD): BMW 750Li 407 PS mit 277g/CO2. Herr Beck (MP RP,SPD): Audi A( TDI 350 PS 204g /CO2. Auch Herrn Backhaus in McPom stände ein saubererer Dienstwagen gut zu Gesicht; 170g/CO2 je km sind für einen Umweltminister kein Leuchturmwert.


Armin Günther

05.06.2012 - 17:12 Uhr

Gute Idee wenn Politiker sich mit einbinden denn hier wird bei den Dienstwagen auf alles geachtet aber nicht auf PS und Verbrauch.


A.Gröger

05.06.2012 - 18:27 Uhr

Herrn Kuehlwetters Kommentar ist fast nichts hinzuzufügen. Hier ist die Technik derart auf dem Vormarsch, daß die Umweltwerte sehr große Schritte in die richtige Richtung machen. Und auch das Thema "Sicherheit" ist bei i.d.R. viel fahrenden Dienstwagennutzern nicht außer Acht zu lassen (besonders bei den vielen, notorischen Nichtblinkern auf unseren Autobahnen), denn wer tot ist, kann keine Steuern mehr zahlen. Im letzten Jahr hatte meine Frau mit den beiden Töchtern auf der Landstraße einen versetzten Offset-Crash. Ein jugendlicher Heißsporn war ihr aus der Kurve entgegengeflogen. Sie schob den Airbag zur Seite, stieg aus dem ML 320 aus (Vorderwagen weg, Spaltmaß der Türen 1a), nahm die beiden Töchter von den Rücksitzen und alle drei gingen etwas durchgeschüttelt, aber prinzipiell gesund nach Hause. Und sogar der Unfallgegner sah nicht wirklich schlecht aus. Daher meine Empfehlung: Nie wieder ohne SUV! Und der neue 250er braucht gerade mal 6 Liter auf 100 km, womit sich der Kreis zu Herrn Kuehlwetters anschaulichen Praxisbeispielen schließt...


K.-Theodor Hermann

05.06.2012 - 18:28 Uhr

als nächstes wird Herr Gabriel sicher auch für die Büros von Vorständen, Geschäftsführern, leitenden Angestellten, Ärztlichen Direktoren, Künstlerischen Leitern, Parteivorsitzenden etc. eine Betriebsausgabengrenze empfehlen, weil diese Büros ja nicht ständig genutzt aber ständig geheizt werden. Sind 15 qm angemessen? Legt die Politik das fest? Was meint er eigentlich mit dem Pauschalbegriff Geländewagen? Wer soll derartige Regelungen administrieren? Was meint er mit Dienstwagenprivileg? Sind damit auch diejenigen gemeint, die als Mitarbeiter im Vertrieb und Service auf Dienstwagen angewiesen sind, die Funktionalität mit Komfort und Sicherheit sowie Wirtschaftlichkeit und ökologische Vernunft paaren? Vielleicht fährt Herr Gabriel mal ein paar Jahre 30.000 KM oder mehr und denkt danach noch einmal über seine populistischen Anmerkungen nach.


Erwin Tischler

05.06.2012 - 18:59 Uhr

Herrn Gabriel ist offenbar nicht bewußt, daß wir in einem freien Land, der Bundesrepublik Deutschland leben, wo jeder Unternehmer selbst entscheiden kann, welchen Geschäftswagen er sich leisten will und kann. Vielleicht sollte Herr Gabriel sich auf Dinge beschränken, von denen er vielleicht dank seiner Berufsausbildung ein bischen Ahnung hat: Bildungspolitik. Was würde Herr Gabriel denn sagen, wenn man ihn mal auf sein Gewicht anspräche, und daß er vielleicht mal ein bischen weniger essen und trinken und gesünder leben sollte, um der Krankenversicherung bzw. in diesem Fall dem Staat ( Beamter und Abgeordneter ) ein geringeres Gesundheitsrisiko darzustellen. Das würde sich Herr Gabriel bestimmt verbitten und als Einmischung in die Persönlichkeitsrechte bezeichnen.


Mathias Schwarz

05.06.2012 - 22:07 Uhr

oje oje, der Harzer Roller, der mit der Bahn anreist und den Dienstwagen nachreisen lässt, also doppelt Energie verbraucht... Am widersinnigsten ist die Argumentation, der Staat bezahle die Kosten der Geschäftswagen. Versteht Herr Gabriel wirklich nicht, dass alle diese Ausgaben erst einmal erwirtschaftet werden müssen und der Staat danach beim Autoverkauf, bei der Mineralölsteuer und bei der Lohnsteuer aller damit Beschäftigten mehrfach Steuern einnimmt ? Einfach nur noch lächerlich, dieser Mann. Ich fahre übrigens selbst keinen Geschäftswagen und zahle alle Autokosten aus versteuertem Einkommen, trotzdem finde ich solche Neiddebatten idiotisch.


Günther Diefenthal

06.06.2012 - 08:08 Uhr

Dann soll der feiste Parteichef der SPD mit gutem Beispiel vorausgehen und seinen spritfressenden Dienstwagen gegen einen Kleinwagen, sofern er massenmäßig hineinpasst, tauschen.


uwe meier

06.06.2012 - 09:16 Uhr

Hallo Herr Kühlwetter, wenn ich den Artikel, bzw. die Aussage von Herrn Gabriel (Denkbar sei es auch, Verbrauchsobergrenzen der EU zum Maßstab zu nehmen. Was oberhalb dieses Verbrauchs liege, bezahle dann eben nicht mehr der Staat) richtig verstehe dann möchte er den über NEFZ angegebenen Mehrverbrauch nicht mehr vom Steuerzahler bezuschussen lassen. Also, um bei ihrem Beispiel zu bleiben: Verbraucht der Dienstwagen mehr als die angegebenen 4,5l dann können nur 4,5l als Betriebsaugaben geltend gemacht werden ( auch wenn der Wagen dann realistische 7,0l verbraucht hat), der Rest muss vom Verbraucher selbst gezahlt werden. Und wer sich als Dienstwagen einen Geländewagen leisten kann (1% versteuerung), den werden 3 Euro Benzinkosten auf 100 km nicht direkt ins Armenhaus bringen. Die Idee an sich finde ich nicht einmal so abwegig, wenn es alle Dienstwagen betreffen würde. Nur wie will man den Verbrauch kontrollieren? Ach bevor ich es vergesse, auch ich fahre einen Dienstwagen und müsste bei den "Gabriel-Plänen" wahrscheinlich ein paar Euro im Jahr bezahlen.


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