Guttenberg: Regierung strebt Treuhandlösung für Opel an

14.05.2009 14:11 Uhr
Die Opel-Zukunft im Blick: Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg.
© Foto: ddp/Michael Gottschalk

Mit der vorübergehenden Verstaatlichung will Berlin Zeit für weitere Verhandlungen mit potenziellen Investoren gewinnen und Opel-Vermögen vor dem Zugriff von Gläubigern schützen. Ein Treuhandmodell könnte aber teuer werden.

Die Bundesregierung will Opel über ein Treuhandmodell mehr Zeit für Verhandlungen mit Investoren geben. Allerdings müssen dem Vernehmen nach etliche Details noch geklärt werden. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sagte am Donnerstag in Berlin nach einem Spitzentreffen der Bundesregierung von Union und SPD, Voraussetzung für ein solches Modell sei, dass mindestens ein Interessent ein tragfähiges Konzept vorlege. Der Europachef von General Motors (GM), Carl-Peter Forster, sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstag), Opel brauche bei einem Treuhandkonzept Kredite "oberhalb von einer Milliarde Euro". Aus den Städten mit Opel-Werken kamen positive Reaktionen auf eine "vorübergehende treuhänderische Übernahme von Opel Deutschland durch den Bund". Nur so könne eine Zukunft der Opel-Standorte in Rüsselsheim, Eisenach, Bochum und Kaiserslautern gesichert werden, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Die Wirtschaft warnte vor einer Einmischung des Staates in unternehmerische Entscheidungen.Mit dem Treuhandmodell soll Opel-Vermögen vor dem Zugriff von Gläubigern geschützt werden. Opel beschäftigt an vier Standorten in Deutschland insgesamt rund 25.000 Menschen. Seien jedoch klare Zukunftsperspektiven für Opel absehbar, wolle die Regierung dem Unternehmen und dem möglichen Investor Spielraum für die Verhandlungen geben. So solle auch ein "uferloses Verschleudern" von Steuergeld verhindert werden, sagte der Minister. Die Bundesregierung hatte betont, möglichst viele der von Opel abhängigen Arbeitsplätze retten zu wollen. Dabei will das Wirtschaftsministerium aber auch nicht zu "voreiligen Entschlüssen" gedrängt werden. Fiat und Magna: Konzepte bis 20. Mai Der italienische Autobauer Fiat und der kanadisch-österreichische Autozulieferer Magna gelten als die aussichtsreichsten Kandidaten für ein Zusammengehen mit Opel. Nach Angaben von Guttenberg wollen beide bis zum 20. Mai Konzepte vorlegen. Man hoffe, dass die Pläne dann tragfähiger seien als die, die bisher präsentiert wurden. Bei einem ersten Gespräch in Berlin hatte Fiat bei einem Zusammengehen mit Opel europaweit von einem Finanzbedarf zwischen fünf bis sieben Milliarden Euro gesprochen. Er könnte mit Hilfe staatlicher Garantien oder Bürgschaften der europäischen Länder gedeckt werden.

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