Konjunkturpaket: Koalitionsfraktionen segnen Kfz-Steuerbonus ab

13.11.2008 13:18 Uhr
Die Koalitionsfraktionen wollen jetzt über eine Besserstellung von umweltfreundlichen Fahrzeugen nachdenken.
© Foto: Torsten Silz/ddp

Die Parlamentarier der Union und der SPD haben am Donnerstag das Milliarden-Konjunkturprogramm der Regierung nach vorherigen Korrekturen mit großer Mehrheit gebilligt. Jetzt soll das Gesetzpaket schnell verabschiedet werden.

Die Koalitionsfraktionen haben das Milliarden-Konjunkturpaket der Bundesregierung nach vorherigen Korrekturen durch das Kabinett mit großer Mehrheit gebilligt. Die Parlamentarier der SPD beschlossen das Maßnahmenbündel am Donnerstag in einer Sondersitzung der Fraktion einstimmig. Bei der Unionsfraktion gab es nach Teilnehmerangaben eine Gegenstimme. Damit stellten sich die Fraktionen auch hinter die zuletzt umstrittene Befreiung von der Kfz-Steuer beim Kauf eines Neuwagens. Die beiden Fraktionschefs, Volker Kauder (CDU) und Peter Struck (SPD), kündigten eine schnelle Verabschiedung des Gesetzespakets an. Es soll schon Ende November durch den Bundestag gebracht werden. Beim Kauf jeglicher Art von Neuwagen entfällt die Kfz-Steuer, wenn das Auto zwischen dem 5. November 2008 und Ende Juni 2009 angemeldet wird. Außerdem sieht das Paket Investitionen in die Infrastruktur, bessere Möglichkeiten für die Wirtschaft zur Steuerersparnis und die Förderung von Aufträgen für das Handwerk vor. Insgesamt erhofft sich die Regierung, Investitionen und Anschaffungen in einem Umfang von 50 Milliarden Euro anzustoßen. Kauder sagte, dass mit der Sechs-Monats-Frist bei der Kfz-Steuer nun Zeit gewonnen sei, diesen Bereich grundlegend neu zu ordnen. In den Koalitionsfraktionen wird an eine Besserstellung von umweltfreundlichen Fahrzeugen nachgedacht. Der stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende Michael Meister (CDU) schloss nicht aus, dass die Regierung angesichts der schwachen Wirtschaftsprognosen zu einem späteren Zeitpunkt weitere Maßnahmen zur Konjunkturstützung ergreifen müsse. Es müsse abgewartet werden, wie das jetzt auf den Weg gebrachte Programm wirken werde. Struck meinte mit Blick auf die Äußerungen der Wirtschaftsweisen am Vortag, es müsse aufgepasst werden, dass sich Deutschland nicht selbst in einen Abschwung hineinrede. Deutsche Wirtschaft weiter auf Talfahrt Der Abschwung der deutschen Wirtschaft hat sich als Folge der Finanzmarktkrise und der weltweiten Konjunkturflaute im Sommer beschleunigt. Zum zweiten Mal in Folge schrumpfte wegen sinkender Exporte und einer schwachen Inlandsnachfrage die Wirtschaftsleistung. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank kalender- und saisonbereinigt gegenüber dem Vorquartal real um 0,5 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit. (dpa)

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