Opel-Zukunft: Berlin findet Magna-Offerte "interessant"

22.05.2009 18:10 Uhr
Eine Grundsatzentscheidung für eines der drei Opel-Konzepte will die Bundesregierung in Kürze treffen.
© Foto: Clemens Bilan/ddp

Das Übernahmekonzept des Autozulieferers stößt bei Bundesregierung und Bundesländern mit Opel-Standorten auf großes Wohlwollen. Nur NRW sperrt sich noch. Eine Grundsatzentscheidung soll bis nächste Woche fallen.

In der Suche nach einem Investor für Opel scheint bereits eine Vorentscheidung gefallen zu sein. Das Übernahmekonzept von Magna stößt bei Bundesregierung und Bundesländern mit Opel-Standorten auf große Zustimmung. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) bezeichnete das Angebot des kanadisch-österreichischen Autozulieferers am Freitag in Berlin als "interessantes Konzept". Es werfe aber auch Fragen auf. So müsse vor allem bewertet werden, wie groß die Risiken für den Steuerzahler seien, wenn der Staat Bürgschaften für eventuelle Kredite zur Finanzierung der Investitionen gebe. Nach den Worten von Guttenberg sollen bereits in der nächsten Woche die Grundsatzentscheidungen fallen. "Wir müssen bis nächste Woche Grundentscheidungen getroffen haben", sagte der Politiker nach einer Spitzenrunde bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Die Regierungschefs der Opel-Länder Hessen und Rheinland-Pfalz sprachen sich zunächst für Verhandlungen primär mit Magna aus. Nordrhein-Westfalen kann sich dagegen noch nicht mit dem Konzept des Zulieferers anfreunden. Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) sprach von einer überproportionalen Belastung des Landes im Unterschied zu den anderen Bundesländern. "Ich hoffe das es gelingt, noch bis zur nächsten Woche zu Nachbesserungen zu kommen", sagte er. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sollen nach den Magna-Plänen 2.600 Arbeitsplätze in Deutschland abgebaut werden. Von diesem entfallen 2.200 allein auf NRW. Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hatte zuvor erklärt, Magna habe das interessanteste Übernahmeangebot für Opel vorgelegt. In dieser Einschätzung gebe es Konsens zwischen den Regierungschefs der betroffenen Bundesländer und der Bundesregierung. Auch der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) sagte, es gebe einen "gemeinsamen Willen", die Verhandlungen mit Schwerpunkt Magna fortzuführen. Dabei sollen jedoch die anderen beiden Angebote nicht als aussichtslos eingeordnet werden, so Beck. Es sei heute keine Tür zugeschlagen worden. Entscheidend sei, dass die vier Opel-Standorte und eine maximale Zahl von Arbeitsplätzen erhalten blieben. Diese Forderung scheint das Magna-Konzept am ehesten zu erfüllen (Lesen Sie dazu HIER). US-Regierung und GM am Zug Berlin sieht aber vor allem die US-Regierung und die von Insolvenz bedrohte Opel-Mutter General Motors (GM) im Ringen um die Opel-Zukunft am Zug. Die entscheidende Frage über den Verkauf von GM Europe und Opel sowie über ein Modell zur Eigenständigkeit müsse in den USA beantwortet werden, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg am Freitag. Drei Interessenten legten bislang Pläne für Opel vor. Dies sind neben Magna der italienische Autobauer Fiat und der US-Finanzinvestor Ripplewood. GM soll ebenfalls den Magna-Konzern favorisieren, während Fiat nur auf Platz drei liege.

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