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Sanierungsplan: Neuanfang für Pleitestadt Detroit

Die US-Autometropole Detroit will mit einem harten Sanierungsplan neu durchstarten.
© Foto: sp-x

Mit 18 Milliarden Dollar steht die einst schillernde US-Autometropole Detroit in der Kreide. Nach ihrer Insolvenz will sie mit einem harten Sanierungsplan neu durchstarten.


Datum:
10.11.2014
1 Kommentare

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Nach der bisher größten Städtepleite der US-Geschichte kann die einstige Autometropole Detroit ihre Finanzen neu ordnen. Die Stadt kann sieben Milliarden Dollar Schulden (rund 5,6 Milliarden Euro) aus ihren Büchern streichen. Richter Steven Rhodes genehmigte am Freitag einen Sanierungsplan, nachdem Vertreter der Stadt sich mit Pensionären und anderen wichtigen Gläubigern geeinigt hatten. 

Rhodes nannte das Konzept der "Detroit Free Press" zufolge "fair und vernünftig". Insolvenzverwalter Kevyn Orr sprach von einer "historischen Entscheidung". Detroit bewege sich auf einem Weg hin zu finanzieller Stabilität. Allerdings wird ein vom Staat Michigan eingesetztes Komitee mindestens ein Jahrzehnt lang überwachen, wie die Stadt mit ihren Finanzen umgeht.

Die einstige Boomtown hatte im Juli vergangenen Jahres Insolvenz beantragt. Rhodes billigte den Sanierungsplan nach einem mehrwöchigen Verfahren mit Dutzenden Zeugen. Seine Zustimmung war allgemein erwartet worden, nachdem Detroit zuvor mit den wichtigsten Gläubigern Vereinbarungen erzielt hatte.

Schuldenberg um sieben Milliarden Dollar verringern

Der Plan ermöglicht es der Stadt im Kern, ihren Schuldenberg von gut 18 Milliarden Dollar (14,5 Milliarden Euro) um sieben Milliarden Dollar zu verringern. Zudem sollen in den kommenden zehn Jahren bis zu 1,7 Milliarden Dollar zur Verbesserung des maroden Stadtbildes und die Modernisierung von Behörden ausgegeben werden. 

Im Gegenzug nehmen Stadtbedienstete Einbußen bei ihren Pensionen hin. Alle größeren Gläubigergruppen erklärten sich zu Verlusten bereit, zum Teil erhalten sie nur einige Pennys für jeden Dollar, den Detroit ihnen schuldet.  

Die Einwohnerzahl der Stadt, Heimat von Autokonzernen wie General Motors, Ford und Chrysler, ist von 1,8 Millionen in den 1950-er Jahren auf heute etwa 700.000 geschrumpft. Tausende Häuser stehen leer. Die Arbeitslosigkeit liegt  deutlich über dem Landesdurchschnitt, die Kriminalitätsrate zählt zu den höchsten in den USA. (dpa)


Detroits Niedergang

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KOMMENTARE


Michael Kühn

10.11.2014 - 16:32 Uhr

Einfach traurig, wie die ursprüngliche Automobilstadt, zu einer "Ruine" verkam. - Ich denke, derartige mahnende Beispiele sollten wir nicht nachmachen. Ich sage das nur, weil ich immer öfter den Eindruck habe, daß Deutschland immer noch gerne sämtliche Dinge aus den USA kritiklos übernimmt, um viel später vielleicht einmal festzustellen, daß dieser kopierte Weg/Vorgehensweise leider all zu oft ins Nirvana führt. - Können wir eigentlich noch bewußt unterscheiden, was aus den USA gut oder schlecht für uns ist ??? - Wer Entscheidungen treffen will, sollte sich vorab in der Disziplin, Unterscheiden zu können, bewährt haben !!! - Dafür benötigt man Erfahrungen, logischen Verstand und ein "wenig" Gespür für den anvisierten Markt. - Wunschdenken ist leider nicht so angebracht.- (Wie schaut es in den Prod. - Fabriken + den Städten in Deutschland für die Zukunft aus, wenn evtl. weitere "billigere" Auslandsproduktionen/Fabriken fokussiert werden ??? - Detroit - Szenario läßt grüßen... (siehe z.B. Opel Bochum mit seinen Folgeerscheinungen, im Hinblick auf die in Abhängigkeit stehenden Gewerbetreibende, Gastronomie, Imbiss-Betreiber, und diverse andere Betriebe... Kauffrequenzrückgang hat auch schwerwiegende Folgeerscheinungen für die betroffenden Gemeinden/Städte usw. ...) Grüßle MK


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