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Stickoxidausstoß: KBA testet mehr als 50 Fahrzeuge

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat bei mehr als 50 Fahrzeugmodellen Nachprüfungen angeordnet.

Bei mehr als 50 Modellen in- und ausländischer Hersteller will die Behörde nachprüfen, ob weitere Manipulationen des Schadstoffausstoßes, insbesondere bei Stickoxiden, stattfinden.


Datum:
11.11.2015
13 Kommentare

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Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat bei mehr als 50 Fahrzeugmodellen Nachprüfungen angeordnet. Wie die Behörde am Mittwoch bekannt gab, wird seit Ende September geprüft, ob im Markt möglicherweise weitere Manipulationen des Schadstoffausstoßes, insbesondere bei Stickoxiden (NOx), stattfinden. Auslöser waren die manipulierten Abgaswerte bei Volkswagen durch eine unzulässige Abschalteinrichtung.

Doch das mittlerweile selbst in die Kritik geratene KBA will sich nicht nur die Wolfsburger Modelle nochmals genau anschauen, sondern auch die Wagen anderer marktbestimmender Her­steller. Die Auswahl der Fahrzeuge und Motorkonzepte erfolge auf Basis der Zulassungsstatistik in Deutschland wie auch mit Bezug auf verifizierte Hinweise Dritter über auffällige Schadstoffemissionen, hieß es aus Flensburg. Die Untersuchung umfasse mehr als 50 unterschiedliche Fahrzeuge in- und ausländischer Hersteller mit verschiedenen Diesel-Aggregaten, deren Schadstoffausstoß sowohl auf dem Rollenprüfstand als auch durch portable Emissionsmesssysteme (PEMS) auf der Straße ermittelt werde.

Zum Teil erhöhte Stickoxidwerte

Etwa zwei Drittel der Messungen wurden bereits durchgeführt. "Auf Basis von Rohdaten wurden bisher zum Teil erhöhte Stickoxidwerte bei unterschiedlichen Fahr- und Umgebungsbedingungen festgestellt", so das KBA. "In Gesprächen mit betroffenen Herstellern und Genehmigungsbe­hörden werden diese Daten weiter evaluiert." Erst danach lägen rechtlich belastbare Ergebnisse vor.

Bereits am Dienstag hatte das Amt bekannt gegeben, dass zu allen betroffenen VW-Fahrzeugen die Schadstoffemissions- und Kraftstoffverbrauchs- und CO2-Emissionswerte neu ermittelt werden. Davor untersuche das KBA den gesamten Prozess der Ermittlung dieser Werte beim Hersteller und seinen Dienstleistern. Auch zu Fahrzeugen, die derzeit als nicht betroffen erscheinen, soll es Nachprüfungen geben.

Dem KBA war zuletzt mehrfach Untätigkeit vorgworfen worden. Die Behörde wies dies zurück: "Wir handeln nach den geltenden Vorschriften", sagte KBA-Sprecher Stephan Immen den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Der schleswig-holsteinische Umweltminister Robert Habeck forderte eine parlamentarische Untersuchung. "Offensichtlich sind die Kontrollmechanismen nicht ausreichend. Das war ja letztlich eine Selbstkontrolle der Industrie, die gelocht und abgeheftet wurde." (se)

Übersicht der Marken und Modelle in der Nachprüfung

Stand 11. November 2015

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KOMMENTARE


Christian Saß

11.11.2015 - 11:50 Uhr

Jetzt geht es los! Bin gespannt was da raus kommt.


Carola

11.11.2015 - 13:02 Uhr

Wie verhaelt es sich eigentlich mit den "aelteren" Mitsubishi-Fahrzeugen in denen VW-Dieselmotoren verbaut waren?Gehoeren die evtl. auch zu den betroffenen Motoren und wenn ja, wird dort auch Schadenersatz faellig?


THK

11.11.2015 - 14:33 Uhr

@Carola ... Sicher ...es werden bestimmt auch Schadenersatzansprüche von Kunden die jemals neben einem VW-Diesel geparkt haben fällig ..Falls einer dieser CO2 Partikel dort eine Delle ins Auto gehauen hat ... Oder sogar so ein NOx-... Nicht austzdenken , was da auf die zukommt .. Un die Kunden , die bis jetzt mit dem Verbrauch zufrieden waren und jetzt mitbekommen haben , das ihr Auto einen Liter zu viel verbraucht .. Muss einen ja gesagt werden sowas ..Oder die womöglich zu wenig Steuern bezahlt haben .. Auch die müssen dafür einen Ausgleich bekommen ... Es reisst nicht ab....


Stefan

11.11.2015 - 15:21 Uhr

Ei verbübsch ... wo ist der A4 auf der Liste?@Carola/THKIch kenne eigentlich kein JointVenture ohne Klausel über Haftung bei Verschulden des Lieferanten; da Mitsubishi garantiert eine Rückhaftungsklausel drin. Die Kunden werden im Falle des Falles dann mit beim VW Handel "repariert"; so einfach geht das.


Frank Fehling

11.11.2015 - 15:33 Uhr

Das Nischenmodell Subaru ist nicht von dieser Thematik betroffen.Weil Subaru Diesel Boxster verwendet und darauf im Vorfeld achtet.Hier stimmt noch das Preis-Leistungsverhältnis.Warum fahren die Landesforsten aus dem Bundesland Niedersachsen "Subaru Forester"? Zuverlässigkeit und Robustheit.


Gerdi

11.11.2015 - 16:22 Uhr

@ Herrn Fehling: Bei 500 Subaru-Zulassungen im Monat und einem Marktanteil von 0,2 Prozent, ist das öffentliche Interesse eher in homöopathischer Größenordnung.


Rudi

11.11.2015 - 16:34 Uhr

@Carola: Die Frage habe ich hier in den Kommentaren auch schon zweimal gestellt (auch im Hinblick auf den Dodge Caliber, der ebenfalls den VW-Motor verbaut hatte), aber anscheinend ist noch keiner der Redakteure darauf aufmerksam geworden.


MT

11.11.2015 - 17:45 Uhr

Das Problem wird eher der Mehrverbrauch sein, weil Abgasreinigung kostet Treibstoff und den hat sich ja VW gespart, deshalb werden die Fahrzeuge wahrscheinlich mehr verbrauchen und weniger Leistung haben, zumindest wenn man den Fachleuten glauben kann. Aber die wollen sich ja bis September 2016 Zeit nehmen, dann sind die Leasingverträge am auslaufen und ein Großteil der Kunden bekommen einen neuen "sauberen" Wagen zum Spottpreis und alle sind zufrieden. Am Besten noch mit 5 Inspektionen, da kann man Kunden die vorher zu Fast Fitter gegangen sind schön in der Organisation halten. Das ganze wird dann als Wiedergutmachung verkauft und leider ist Geiz für viele immer noch Geil.Übrigens meine Nachbarn fahren auch zwei EA189, 1 x Audi und 1 x VW, jetzt weiß ich auch wo das Kratzen im Hals herkommt.


MT

11.11.2015 - 17:58 Uhr

Wer hat bitte die Liste erstellt, hat der mal auf die Zulassungsstatistik geschaut ?Wo ist die A-Klasse, 1er BMW, Punto, Opel Corsa, Fiesta, Mondeo, Galaxy/S-Max, E-Klasse, Twingo, Clio, Megane, Audi Q5, Q3, A1, BMW X1, X3, usw..Stattdessen Autos die gar nicht mehr im Markt verkauft werden wie Chevrolet oder deren Verkaufszahlen so gering sind, dass Sie in der Zulassungsstatistik keine Rolle spielen. Hier hat wieder die geballte Kompetenz des KBA und Herr Dobrindt zugeschlagen. Wahrscheinlich wurde der Fuhrpark der KBA-Beamten genommen, weil die Autos sowieso den ganzen Tag auf dem Parkplatz stehen. Nach dem Maut Desaster hat Dobrindt es wieder verschlafen sich einmal mit einem Thema zu profilieren, aber er kann sich in einer Reihe anderer Verkehrsminister einreihen, die auch nichts zu Wege gebracht haben ( CargoLifter Halle die jetzt ein Erlbenisbad ist, LKW Maut usw. ).


VB

11.11.2015 - 20:41 Uhr

@THK: Ich weiß nicht, warum Sie auf die berechtigte Frage von Carola mit einem solchen Sarkasmus reagieren. Sollten auch bei anderen Marken tatsächlich die Motoren mit der Schummelsoftware verbaut worden sein, müsste natürlich auch für diese Fahrzeuge ein Rückruf stattfinden.


Driver

11.11.2015 - 21:16 Uhr

Was soll das bringen? Dass man bestätigt bekommt, dass die tatsächlichen Werte ugen. Die Ermittlung des tatsächlichen Verbrauchs steht nicht im Vordergrund. Technisch Interessierte können sich hier informieren unter https://de.m.wikipedia.org/wiki/Fahrzyklus . Die Hersteller bewegen sich also lediglich im erlaubten Rahmen. Wenn der Gesetzgeber das nicht mehr will, muss er doch nur die Norm verändern. Es ist immer noch ein Unterschied, ob sich ein Hersteller im erlaubten Rahmen bewegt oder ob er, wie bei VW, die Technik manipuliert. Ich hoffe, das Verkehrsministerium und die Öffentlichkeit verlieren diesen entscheidenden Unterschied nicht aus den Augen.


Passion for Change

12.11.2015 - 09:19 Uhr

Gott sei Dank steht der Renault Kadjar auf der Liste: dann wird er vielleicht hoffentlich auch mal in der Öffentlichkeit wahrgenommen...


WEST

12.11.2015 - 09:20 Uhr

@carola und Rudi: es handelt sich hier m. E. nicht um eine Rechtsberatungs-Plattform. Ich glaube auch nicht, dass Ihnen die Redaktion juristische Beratung erteilen wird. Das Problem halte ich für völlig unkompliziert: bei berechtigten Gewährleistungs- oder Schadenersatzansprüchen mache ich diese in geeigneter Form beim Verkäufer/Lieferanten des Fahrzeugs geltend. Auch dies stellt keine Rechtsberatung dar, sondern dies wäre meine persönliche Vorgehensweise. Allerdings würde ich dies nur tun, wenn ich tatsächlich geschädigt wurde - was ich hier allerdings faktisch nicht erkennen kann.


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