Nachrichten
Nachrichten
25.02.2014

QMEV-Symposium

5 Jahre unangekündigte Nachkontrollen für höchste HU-Qualität

QMEV-Symposium
5 Jahre unangekündigte Nachkontrollen für höchste HU-Qualität
QMEV-Vorstand mit Staatsgast (v.l.): Bernhard Kerscher (TÜV SÜD), Viktor Kretzschmann (Geschäftsstelle QMEV), Rainer de Biasi (GTÜ), Staatssekretär Michael Odenwald (Bundesverkehrsministerium), Dr. Gerd Neumann (DEKRA) und Dr. Klaus Kleinherbers (TÜV NORD).
© Foto: Walter K. Pfauntsch

Mit einer fachlich großen Themenbreite hielt der "Verein für Qualitätsmanagement in der Fahrzeugüberwachung e.V.", kurz QM-Verein, im Rahmen eines Symposiums aktuell Rückschau auf die bisherigen fünf Jahre seiner Tätigkeit. Auf der "Haben-Seite" des Vereins stehen bis dato mehr als 33.000 unangekündigte HU-Nachkontrollen.

"Das Who is Who der deutschen Fahrzeugüberwachung, die allesamt entscheidenden Anteil an der Verkehrssicherheit in Deutschland haben, ist heute hier versammelt." Mit diesen Worten fasste Stephan Pregitzer, Moderator des am vergangenen Donnerstag in Berlin stattgefundenen "QM-Symposiums" den Teilnehmerkreis recht treffend zusammen. Insgesamt 23 von 26 mit Hauptuntersuchungen nach § 29 StVZO befasste Prüforganisationen stellen sich in diesem Verbund den neutralen und objektiven Qualitätskontrollen, die über den sogenannten "Verein für Qualitätsmanagement in der Fahrzeugüberwachung e.V.", kurz QM-Verein, ohne vorherige Ankündigung gesteuert werden. Für diese Kontrollen wenden die daran teilnehmenden Überwachungsorganisationen jährlich einen Betrag von rund 15 Millionen Euro auf, wie auf dem Symposium ebenfalls bekanntgegeben wurde. 

Wettbewerbsneutrales Modell

Mit den unangekündigten Nachkontrollen, die jeweils von zwei Auditoren unterschiedlicher Überwachungsorganisationen durchgeführt werden, haben die beteiligten Institutionen "im Rahmen ihrer Eigenverantwortung ein wettbewerbsneutrales Modell entwickelt, mit dem effizient und objektiv die Qualität in der Fahrzeugüberwachung gemessen und bewertet werden kann", führten eingangs der Veranstaltung der Vorstandsvorsitzende des QM-Vereins, Dr. Gerd Neumann, und Viktor Kretzschmann, Leiter der QM-Geschäftsstelle, aus. 

Start 2008 als gemeinsame Qualitätsoffensive

Am Symposium in Berlin teilgenommen hatten mehr als 70 Repräsentanten aus den einzelnen deutschen Überwachungsorganisationen sowie der für Fahrzeugüberwachung zuständigen Aufsichtsbehörden der Länder. Aus Istanbul angereist war zudem Emre Büyükkalfa, Direktor Corporate Development des TÜV TURK. 

Die Überwachungsorganisationen haben, so Dr. Gerd Neumann, "im Jahre 2008 damit begonnen, ein gemeinsames Programm zunächst zur Sicherung der Qualität in der Fahrzeugüberwachung zu entwickeln". Das Ganze startete nach seinen Worten als eine gemeinsame Qualitätsoffensive. Wenige Monate später wurde dann auch der Verein für Qualitätsmanagement in der Fahrzeugüberwachung gegründet.

Bis dato mehr als 33.000 unangekündigte HU-Nachkontrollen

"Seitdem können wir auf eine kontinuierliche und in der Tat sehr positive Entwicklung zurückblicken." An Zahlen festgemacht, sagte Neumann: "Bis dato haben wir mehr als 33.000 unangekündigte Nachkontrollen durchgeführt und damit auch in unserem Gewerbe quasi Band-Endkontrollen installiert." Bis zum Jahresende 2014 sollen es insgesamt knapp 40.000 solcher Nachkontrollen sein. 

Vorrangig Checks in Prüfstützpunkten

In der Praxis gehen die Auditoren von jeweils zwei Überwachungsorganisationen "vorrangig in Prüfstützpunkte und dokumentieren damit das gemeinsame Qualitätsverständnis". Neumann sieht dieses "Vier-Augen-Prinzip" in Verbindung mit der "gebotenenen Neutralität" auch als Garant dafür, dass diese "positiv nachhaltige Entwicklung möglich war und auch weiter anhält". Und weiter stellte er als rhetorische Frage: "Welche Form von Neutralität im Sinne der Begutachtung, der Auditierung des Produkts eines Anderen kann neutraler und härter sein als die Kontrolle durch den Mitbewerber?"

"Qualität verbessert und Effizienz gesteigert"

Die erreichten Ergebnisse nach fünf Jahren würden "bestätigen, dass die Qualität bei den amtlichen Fahrzeuguntersuchungen nicht nur nachhaltig verbessert wurde, sondern in Teilen auch effizienter gestaltet werden konnte". Denn sowohl die Messung, als auch die Bewertung der Ergebnisse erfolgen, so der QMEV-Vorstandsvorsitzende, "nach einheitlichen, akzeptierten Standards, die von allen getragen und auch innerhalb der Organisationen durch entsprechende, weiterreichende Maßnahmen umgesetzt werden". 

Die Auswertung dieser Nachkontrollen liefere dem Verein und den Mitgliedsunternehmen zudem wertvolle Daten. Damit unterstütze der QM-Verein auch die Qualitätsarbeit aller seiner Mitglieder und liefere gleichzeitig "wichtige Informationen und Reports auch an die Anerkennungsbehörden". 

QMEV als Vorbild für andere Länder

Dass der QMEV auch international ein Vorbild sein könne, machten Neumann und Kretschmann an einem "nachhaltigen Interesse aus anderen europäischen Ländern an unseren Methoden sowie Erfahrungen mit der gesammelten Datenbasis und den Analysemethoden" fest.

Im Rahmen des Symposiums wurde anschließend das Thema Qualität aus unterschiedlichsten Blickwinkeln betrachtet: Vom volkswirtschaftlichen Nutzen bis hin zum Verbraucherschutz.

Vorträge und Podiumsdiskussion

Neben Prof. Dr. Wolfgang Schulz, dem Leiter des Amadeus Center of Mobility Studies an der Zeppelin Universität, referierten Dipl.-Ing. Bruno Möbus (DEKRA), Dipl.-Ing. Uwe Nickel (TÜV NORD), Dr. Jürgen Pfitzmann von der Universität Kassel und Staatssekretär Michael Odenwald vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. In einer eigenen Podiumsdiskussion nahmen sich dann auch GTÜ-Chef Rainer de Biasi und TÜV TURK Direktor Emre Büyükkalfa zusammen mit Prof. Schulz und Dr. Neumann nochmals den Fragen an, die Moderator Pregitzer an die Experten stellte. 

Mehr über die Details zum QM-Verein, den politischen Statements der Referenten und insbesondere der Leistungsbilanz von Geschäftsstellenleiter Viktor Kretzschmann können Sie demnächst in einer der folgenden Printmagazine der AUTOHAUS-Medienfamilie SchadenBusiness nachlesen. Eine kleine Exklusiv-Bildergalerie zum Symposium in Berlin finden Sie am Ende dieser Meldung zum Downloaden. (wkp)

Bildergalerie