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Recht: Schadensteilung bei Streifkollision in Autobahnbaustelle

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Schadensteilung bei Streifkollision in Autobahnbaustelle
Bei einem Überholmanöver in einer Autobahnbaustelle haben sich zwei Fahrzeuge gestreift – das OLG Oldenburg entschied, dass beide Fahrer den Schaden zur Hälfte tragen müssten.
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Während eines Überholmanövers in einer Autobahnbaustelle haben ein Pkw und ein Lkw einander gestreift. Da keine einseitige Schuld festgestellt werden konnte, mussten beide Fahrer jeweils zur Hälfte den Schaden übernehmen, so das Urteil des OLG Oldenburg.

Jeder kennt die Situation: Lange Baustellen auf der Autobahn, die Spuren sind verengt, der Platz knapp, die Fahrzeuge versuchen, sich langsam aneinander vorbei zu schieben. Wenn es dann doch einmal zu knapp war und zwei Fahrzeuge einander streifen, müssen die Halter den Schaden je zur Hälfte übernehmen. Voraussetzung ist, dass keinem der beiden Fahrer die Schuld nachgewiesen werden kann. Über die Entscheidung des Oberlandesgerichts Oldenburg vom 11. Mai 2012 (AZ: 6 U 64/12) berichtet die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins.

Schuldfrage nicht aufklärbar

Ein Autofahrer überholte in einer Autobahnbaustelle einen Lkw mit Anhänger. Dabei streiften sich die Fahrzeuge. Der Autofahrer forderte von dem Lkw-Fahrer den Ersatz des kompletten Schadens. Er war der Meinung, der Lkw-Fahrer habe vor der Kollision den Mittelstreifen überfahren.

Er erhielt jedoch nur die Hälfte des Schadens ersetzt. Ein Sachverständiger konnte aufgrund des geringen Schadens bei der Rekonstruktion des Unfallgeschehens keine alleinige Schuld des einen oder des anderen feststellen. Der Ablauf des Unfalls bleibe daher ungeklärt. Daher komme es zu einer "Haftungsverteilung im Verhältnis 1:1", so das Gericht. (sh)