250px 61px
Nachrichten
Nachrichten

Ruf nach Reparationen: VW geht auf Diktatur-Opfer in Brasilien zu

Ruf nach Reparationen
VW geht auf Diktatur-Opfer in Brasilien zu
VW-Werk in Anchieta
Der VW-Konzern will sich der Verantwortung für die mögliche Kollaboration mit der Militärdiktatur in Brasilien stellen.
© Foto: VW

Der Abgas-Skandal ist das eine - im wichtigen Absatzland Brasilien holt den VW-Konzern seine Geschichte ein. Muss er für die vermutete Kollaboration mit der Militärdiktatur Entschädigungen zahlen?

Der VW-Konzern will sich der Verantwortung für die mögliche Kollaboration mit der Militärdiktatur in Brasilien stellen. "Es geht um die Auseinandersetzung mit dem Unrecht, das damals geschehen ist", sagte der von Volkswagen mit der Klärung beauftragte Historiker Manfred Grieger der Deutschen Presse-Agentur nach Verhandlungen mit den Justizbehörden in Brasilien. Bei der wiederholt geforderten kollektiven Entschädigung gebe es aber noch keine Annäherung, weil unklar sei, wie so etwas aussehen könnte. Wichtig seien weitere Gespräche mit Opfern, auch eine offizielle Entschuldigung durch VW-Repräsentanten sei denkbar, betonte Grieger. 

Dabei geht es um Vorwürfe, das Regime in der Zeit von 1964 bis 1985 unterstützt und schwarze Listen über Mitarbeiter erstellt zu haben. Wie die Zeitung "Estado de São Paulo" berichtete, habe VW auch Verhandlungen über Reparationen - also finanzielle Entschädigungen - angeboten, was Grieger aber dementierte. Spätestens Anfang 2016 seien weitere Gespräche geplant. Die von Staatspräsidentin Dilma Rousseff eingesetzte Wahrheitskommission sieht klare Indizien für eine Kollaboration der VW-Tochter "Volkswagen do Brasil" mit dem Regime. 

Die der Arbeiterpartei angehörende Rousseff war Anfang der 70er Jahre als Mitglied einer marxistischen Guerilla-Gruppe selbst in Haft genommen und dort gefoltert worden. Opfer werfen VW vor, dass man sich durch Kollaboration mit dem Regime ein "ruhiges" Marktumfeld sichern wollte. Nach der kubanischen Revolution sagten die Militärs in Brasilien kommunistischen, subversiven, revolutionären "Elementen" den Krieg an. Es gab einige hundert Tote und tausende Folteropfer.

Gegen Volkswagen war bei der Bundesstaatsanwaltschaft in São Paulo im September von Menschenrechtsaktivisten Anzeige erstattet worden. Dem Konzern wird vorgeworfen, Informationen über subversive Aktivitäten von Mitarbeitern übermittelt zu haben. Zudem geht es um das mögliche Decken von Repressionen gegen Angestellte und Vorwürfe wie Festnahmen am Arbeitsplatz. Volkswagen do Brasil ist seit 1953 im fünftgrößten Land der Welt aktiv und beschäftigt rund 20.000 Menschen. (dpa)

Artikel jetzt ...

© Copyright 2019 AUTOHAUS online

Kommentar
Mehr zu VW
Mehr zu VW
Ihr Kommentar zum Artikel
Ihr Kommentar zum Artikel

AUTOHAUS ist ein Fachmedium für die Automobilwirtschaft. Die qualifizierte Meinung unserer Online-Nutzer zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen.
Vielen Dank!

Artikel jetzt ...

mit anderen teilen per

© Copyright 2019 AUTOHAUS online

Newsletter
Newsletter
Schon gelesen?
Die Top-Nachrichten