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Alkohol am Steuer: Ab 1. Juli ist der Schnelltester in Frankreich Pflicht

Wer in Frankreich ab Juli mit seinem Fahrzeug in eine Verkehrskontrolle kommt, muss einen Alkohol-Schnelltester vorweisen können.
© Foto: © Firenight-fotolia.com

Für mehr Verkehrssicherheit im Land setzt die französische Regierung ab 1. Juli 2012 auf den Alkohol-Selbsttest. Jeder Autofahrer muss dann ein eigenes Röhrchen an Bord haben.


Datum:
29.06.2012
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Ab 1. Juli 2012 muss in Frankreich jeder Pkw-, Lkw-, Bus- und Motorradfahrer einen Alkohol-Schnelltester unterwegs an Bord haben. Das gilt auch für Touristen oder Transitreisende. Wer keinen unbenutzten Tester bei einer Kontrolle vorweisen kann, muss ab November mindestens 11 Euro Bußgeld bezahlen. Die französische Regierung versucht mit dieser und anderen Maßnahmen, die Verkehrssicherheit auf den Straßen zu erhöhen. Die Bestimmung ist Bestandteil der nationalen französischen Straßenverkehrsordnung.

Fast ein Drittel aller Verkehrstoten durch Alkohol!

Denn bei 31 Prozent aller tödlichen Verkehrsunfälle in Frankreich ist Alkohol die Ursache. In Deutschland liegt diese Zahl bei 9,4 Prozent. Autofahrer sollen, bevor sie sich hinters Steuer setzen und nicht wissen, ob sie noch fahrtüchtig sind, anhand der Röhrchen ihren Promillewert ermitteln.

Der ACE (Auto Club Europa) betont in diesem Zusammenhang die Forderung nach einem Alkoholkonsumverbot für Kraftfahrer, so wie es in Deutschland bereits für Fahranfänger praktiziert wird. Der Club erklärt die Funktionsweise der Selbsttester.

Anforderungen an das Testgerät

Verwendet werden dürfen demnach sowohl Einweg-Testgeräte als auch elektronische Geräte, die jeweils der französischen Norm entsprechen müssen. Sie ist am Kennzeichen "NF" zu erkennen. Die Frist zur Gebrauchsfähigkeit des Geräts darf nicht überschritten sein, andernfalls wird es von der Polizei nicht akzeptiert. Im Handel heißt es, die Geräte verfügten lediglich über eine Haltbarkeit von rund elf Monaten.

Wie wird getestet?

Einwegtestgeräte bestehen aus einem kleinen Röhrchen und einer Plastiktüte. Die beiden Enden des Röhrchens müssen zusammengedrückt werden. Anschließend wird in die Tüte geblasen, bis diese vollständig mit Atemluft gefüllt ist. Erst dann (!) wird das Röhrchen mit dem blauen Ende in die vorgesehen Öffnung der Tüte gesteckt. Danach wird die Tüte solange gedrückt, bis die Luft komplett durch das Röhrchen entwichen ist. Nach 2 Minuten ist das Ergebnis abzulesen: Bleiben die Kristalle im Röhrchen gelb, kann die Testperson im Hinblick auf Alkohol ohne Bedenken ein Kraftfahrzeug steuern. Färben sich die Kristalle grün und überschreiten die Markierung, sollte das Auto nicht selbst gefahren werden.

Selbsttester im Vergleich

Um herauszufinden, wie zuverlässig die Einwegtester sind und wie genau sie den Promillewert angeben, hat der ADAC verschiedene Modelle von einem französischen und drei deutschen Herstellern getestet. Zum Vergleich wurde außerdem noch mit verschiedenen Messgeräten der Polizei nachgemessen. Ergebnis: Die für den Versuch in Apotheken und per Internet gekauften Röhrchen zeigten bei den zehn Testpersonen in den meisten Fällen ungefähr 0,5 Promille an. Auch wenn die Polizeigeräte einen niedrigeren oder höheren Wert ermittelten. "Damit bestätigen die Röhrchen dem Nutzer nur, dass überhaupt Alkohol getrunken wurde. Aber das sollte jeder doch selbst wissen", sagt Ulrich May, Leiter der Juristischen Zentrale des ADAC.

Kontrolle durch Polizei weiterhin notwendig

Die Polizei könnten die Schnelltester somit nicht ersetzen. Um Alkohol-Grenzwerte wirksam durchzusetzen, brauche es auf Europas Straßen weiterhin Kontrollen. Unabhängig vom Ergebnis der Untersuchung empfiehlt der ADAC Frankreich-Urlaubern, sich ab Juli mit den Test-Röhrchen auszurüsten. Diese seien in Apotheken oder im Internet erhältlich und kosten nach Angaben des Automobilclubs zwischen 1,50 und 5 Euro.

In Frankreich gilt wie in Deutschland und in den meisten europäischen Ländern die Promillegrenze 0,5. Europaweit liegen die Grenzwerte zwischen 0,0 (Ungarn) und 0,8 (Großbritannien). Wer sich betrunken hinters Steuer setzt, muss überall mit hohen Strafen rechnen: Ab 340 Euro in den Niederlanden, mindestens ein Monatsverdienst in Dänemark und 500 Euro in Italien sowie in Deutschland. Hierzulande kommen noch ein einmonatiges Fahrverbot und vier Punkte dazu. Und schon 0,3 Promille können Konsequenzen haben: Wer sich auffällig verhält und beispielsweise Schlangenlinien fährt, begeht eine Straftat und ist für mindestens sechs Monate den Führerschein los. (lk)

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