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Bilanz: Gothaer steigert Konzerngewinn um über 35 Prozent

Dr. Werner Görg, Vorstandsvorsitzender des Gothaer Konzerns
© Foto: Gothaer Konzern

Im vergangenen Geschäftsjahr konnte die Gothaer einen um rund ein Drittel höheren Gewinn erwirtschaften. Aus dem Kfz-Bereich meldet der Versicherer, der vor Jahren als erster die "Kasko mit Werkstattbindung" eingeführt hatte, positive Signale.


Datum:
29.06.2012
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Der Gothaer Konzern blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2011 zurück: Die gebuchten Bruttobeiträge stiegen um 1,2 Prozent auf 4.050 Millionen Euro (Vorjahr: 4.003 Mio. Euro) und damit über Marktniveau (Markt: -0,4 Prozent). Der Konzerngewinn konnte um 35,4 Prozent auf 145 Mio. Euro (107 Mio. Euro) gesteigert werden. Das Konzern-Eigenkapital kletterte um 2,5 Prozent auf 1.178 Mio. Euro. "Wir blicken sehr zufrieden auf das Jahr 2011 zurück und widmen uns jetzt den aktuellen Herausforderungen, die sich aus dem Unisex-Urteil und Solvency II ergeben", fasst Dr. Werner Görg, Vorstandsvorsitzender des Gothaer Konzerns, zusammen.

Aufwärtstrend bei Schaden- und Unfallsegment

Auf der Bilanzpressekonferenz der Gothaer erläuterte Görg, dass im Bereich Schaden-Haftpflicht-Unfall die Konzernbeiträge signifikant um 5,7 Prozent auf 1.742 Mio. Euro (1.648 Mio.Euro) gestiegen sind. Damit fiel das Wachstum mit 2,7 Prozent höher als im Marktdurchschnitt aus. Die Geschäftsentwicklung in der Schaden- und Unfallversicherung werde durch den seit Jahren intensiven Preiswettbewerb geprägt. Zudem sei in vielen Zweigen eine hohe Marktsättigung und somit ein niedriges Neugeschäftspotenzial vorhanden.

Die Schaden/ Unfallversicherung hält die Gothaer jedoch als grundsätzlich unverzichtbar für die Abdeckung privater, gewerblicher und industrieller Risiken. Der Konzern verzeichnete im Geschäftsjahr 2011 deutlich erhöhte Bruttobeiträge in Höhe von 1,74 Mrd. Euro (1,65 Mrd. Euro). Hierbei seien sowohl im direkten als auch im indirekten Geschäft Beitragssteigerungen erreicht worden. Wachstum wurde zum einen insbesondere in der allgemeinen Haftpflichtversicherung erzielt, zum anderen führte die erstmalige Vollkonsolidierung der PTU (polnische Versicherung) zu gestiegenen Beiträgen in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung sowie der sonstigen Kraftfahrtversicherung. Die verdienten Nettobeiträge im Segment erhöhten sich bei einem auf Vorjahresniveau liegenden Selbstbehalt um 6,1 Prozent auf 1,44 Mrd. Euro.

Die Leistungen an den Kunden stiegen netto von 928,2 Mio. Euro auf 995,0 Mio. Euro. Entscheidend hierfür sollen sowohl eine Erhöhung der Zahlungen für Versicherungsfälle, als auch eine Verstärkung der Schadenrückstellung gewesen sein. Die Nettoschadenquote im Segment verschlechterte sich leicht von 68,4 Prozent auf 69,1 Prozent.

Beitragssteigerung im Kfz-Bereich

Auch in der Kraftfahrtversicherung könne laut dem Gothaer-Jahresbericht von einer Trendwende gesprochen werden. Nach einem Beitragsanstieg von 0,5 Prozent in 2010 rechnet der Konzern für das aktuelle Jahr mit einer Steigerung um 3,5 Prozent auf 20,9 Mrd. Euro. Diese Entwicklung solle sich nach den letzten Jahren des ruinösen Preiswettbewerbs, unter anderem durch Prämienanpassungen, fortsetzen. Der Schadenaufwand erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr per Saldo um 2,5 Prozent auf 20,1 Mrd. Euro.

Autoversicherung trotz allem weiterhin defizitär

Durch die lange Glatteisphase im Januar sowie den "goldenen Oktober" sind in der Kraftfahrthaftpflichtversicherung deutlich mehr Schadenfälle als noch 2010 eingetreten. Während sich die Geschäftsjahresschadenquote von 99,6 Prozent auf 98 Prozent verbessert, werde die Combined Ratio nach Abwicklung einen Anstieg von 107,4 auf 108 Prozent ausweisen. Damit wird die Kraftfahrtsparte für das Geschäftsjahr 2011 weiterhin ein negatives versicherungstechnisches Ergebnis haben.

Mehr Aufwendungen in der Sachversicherung

In den Sparten der Sachversicherung wird ein Beitragswachstum von 1,8 Prozent auf 15,4 Mrd. Euro mit einer Combined Ratio nach Abwicklung von voraussichtlich 101 Prozent erwartet, da sich bei den Schadenaufwendungen ein Anstieg um 4,1 Prozent auf 11,6 Mrd. Euro abzeichnet. Vor allem die private Sachversicherung sei schadenseitig durch die lange Frostperiode sowie diverse regionale Naturereignisse beeinflusst. In der allgemeinen Haftpflichtversicherung sei ein Anstieg der Beitragseinnahmen um 2,5 Prozent auf rund 7,0 Mrd. Euro zu verzeichnen. Bei kaum verändertem Schadenaufwand für Geschäftsjahresschäden rechnet der Konzern mit einer Combined Ratio von 90 Prozent und somit einem "deutlichen" versicherungstechnischen Gewinn.

Beitragseinnahmen bei Transportversicherung um sieben Prozent gestiegen

In der Allgemeinen Unfallversicherung wird sowohl bei den Beiträgen (+1,0 Prozent auf 6,5 Mrd. Euro), als auch im Geschäftsjahresschadenaufwand (+2,5 Prozent auf 3,1 Mrd. Euro) von einem Anstieg ausgegangen. Im Schadenaufwand zeigen sich weiterhin die Folgen der vielen Glatteisunfälle. Die Combined Ratio wird voraussichtlich von 80,3 Prozent auf 81 Prozent steigen. In der Transportversicherung schlagen sich im Geschäftsjahr 2011 die Auswirkungen der verbesserten konjunkturellen Entwicklung nieder. Die Beitragseinnahmen steigen um 7,0 Prozent auf 1,9 Mrd. Euro. Gleichzeitig wird eine Erhöhung der Geschäftsjahresschadenaufwendungen um 9,0 Prozent auf 1,2 Mrd. Euro erwartet. Folglich dürfte die Combined Ratio nach Abwicklung bei 97 Prozent (95,8 Prozent) liegen.

Gothaer Kranken: Zahl der Kunden und Beitragseinnahmen gesteigert

Die gebuchten Bruttobeiträge der Gothaer Krankenversicherung AG lagen mit 837,9 Mio. Euro um 5,0 Prozent über dem Niveau von 2010. Die Anzahl der versicherten Personen stieg zum 31. Dezember 2011 um 3,8 Prozent auf 564.451 Personen. "Hierbei hat sich das Kollektivgeschäft zu einem wichtigen Wachstumstreiber entwickelt: Im Vergleich zu 2010/2011 stieg der Beitrag bei den Gruppenversicherung um 9,5 Prozent und im Einzelgeschäft um 4,6 Prozent – damit wird das Geschäft mit Kollektiven für uns immer wichtiger", fasst Michael Kurtenbach, Vorstandsvorsitzender der Gothaer Krankenversicherung AG, zusammen. Dies würde sich auch in den neu gewonnenen Kundenverbindungen widerspiegeln. Seit Ende Mai sei das Unternehmen zudem mit einem neuen Bestandsverwaltungssystem in der Lage, das kleinpreisige Zusatzversicherungsgeschäft durch eine erhöhte automatisierte Verarbeitung kostengünstiger als die Branche abwickeln.

Prognose für 2012

"Für 2012 rechnen wir erneut mit einem Beitragswachstum über Marktniveau. Wir werden unser Angebot für Unternehmerkunden weiter ausbauen und zudem deutsche Unternehmen bei ihren Auslandsaktivitäten begleiten. Zugleich werden wir unsere Internationalisierungsstrategie in Mittel- und Osteuropa weiter fortsetzen", gibt Konzernchef Görg einen Ausblick in das laufende Geschäftsjahr.

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