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Bilanzpressekonferenz: Licht und Schatten bei der R+V

Friedrich Caspers, Vorstandsvorsitzender der R+V Versicherung AG, ist trotz Gewinnrückgang zufrieden mit dem Konzernergebnis des Geschäftsjahres 2011.
© Foto: R+V Versicherung

Euroschuldenkrise und Naturkatastrophen haben 2011 auch die R+V Versicherung hart getroffen. Der Gewinn der Wiesbadener lag deutlich unter Vorjahr. Demgegenüber stehen Beitragszuwächse, unter anderem im Schaden- und Unfall-Segment sowie eine leicht minimierte Combined-Ratio.


Datum:
05.04.2012
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Die genossenschaftliche R+V Versicherung verzeichnet für das Geschäftsjahr 2011 einen beträchtlichen Gewinnrückgang – Schuldenkrise und Naturkatastrophen haben auch in Wiesbaden ihre Spuren hinterlassen. Auf Staatsanleihen musste die R+V 100 Millionen Euro abschreiben, davon entfielen 63 Millionen Euro allein auf Griechenland. Das Konzernergebnis vor Steuern lag mit 285 Millionen Euro um 24,2 Prozent unter dem Vorjahr. Insbesondere aufgrund der Euroschuldenkrise sank der Ertrag aus Kapitalanlagen auf 2,0 Milliarden Euro um 31,5 Prozent im Vergleich zu 2010. Der Gesamtbestand an Kapitalanlagen erhöhte sich um 1,9 Prozent auf 61,1 Milliarden Euro.

"Sind mit dem Gesamtergebnis zufrieden"

Trotz des getrübten Konzernergebnisses zeigte sich Friedrich Caspers, Vorstandsvorsitzender der R+V Versicherung AG, bei der Präsentation der Zahlen Anfang dieser Woche sehr zuversichtlich: "Wir haben in allen Sparten ein hervorragendes Neugeschäft erzielt und unsere Marktposition weiter ausgebaut. Wir sind mit dem Gesamtergebnis sehr zufrieden und haben die Auswirkungen der Staatschuldenkrise und die Naturkatastrophen gut kompensiert".

Als entscheidender Wettbewerbsvorteil habe sich erneut die traditionell enge Partnerschaft mit den Volksbanken und Raiffeisenbanken erwiesen. Das große Vertrauen in die Qualität, Kompetenz und Finanzkraft der R+V zeige die weiter kräftig steigende Kundenzahl um rund 100.000 auf über 7,73 Millionen. Der Vertragsbestand erhöhte sich laut Caspers um 700.000 auf 21,53 Millionen.

Beitragseinnahmen erstmals über zehn Milliarden Euro

Zudem vermeldet der R+V Konzern ein Beitragsplus von 2,0 Prozent auf 11,3 Milliarden Euro. Im Inland stiegen die gebuchten Bruttobeiträge der R+V Gruppe (Erstversicherung/HGB) um 4,1 Prozent und überschritten mit 10.088 Millionen Euro erstmals die Marke von zehn Milliarden Euro.

Weitere positive Botschaft: Die Ratingagentur Standard & Poor´s hat jüngst ihr Finanzgruppenrating für die DZ BANK Gruppe sowie das für die R+V Versicherung AG von A+ auf AA- hochgestuft. "Wir haben 2011 unsere risikobewusste und langfristig ausgerichtete Anlagepolitik fortgesetzt und alle Stresstests gut bestanden", so Dr. Caspers.

Schaden-/Unfallversicherung ebenfalls mit Gewinneinbußen

Seine Beitragseinnahmen in der Schaden-/Unfallversicherung steigerte der Konzern 2011 um 5,6 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro. Im Inland lagen die Wiesbadener mit einer Beitragssteigerung von 7,4 Prozent auf 4,15 Milliarden Euro im brancheninternen Vergleich vorn. Zum Wachstum haben nach eigenem Bekunden alle Geschäftsbereiche beigetragen: Firmenkunden (+8,0 Prozent), Privatkunden (+6,1 Prozent), Banken-/Kreditversicherung (+10,4 Prozent) und (Kraftfahrtversicherung +8,6 Prozent).

R+V als drittgrößter deutscher Kfz-Versicherer erzielte Beitragseinnahmen in Höhe von 1,7 Milliarden Euro. Der Bestand an versicherten Fahrzeugen stieg um rund 39.000 auf rund 3,6 Millionen.

Reduzierte Schaden-Kostenquote

"Es ist uns gelungen, trotz außerordentlich hoher Hagelschäden die Combined-Ratio von 103,7 Prozent auf 101,2 Prozent zu senken. Diesen erfolgreichen Weg, die Schaden-Kostenquote zu reduzieren, werden wir auch 2012 fortsetzen", kommentierte Dr. Caspers das Ergebnis in der Schaden- und Unfallsparte. Der Gewinn ging allerdings um knapp 20 Prozent zurück auf ein Vorsteuerergebnis von 121 Millionen Euro.

Rückversicherung

Ähnliches gilt für das Rückversicherungsgeschäft: Erneutes Beitragswachstum, aber negatives Ergebnis durch die schweren weltweiten Naturkatastrophen. Infolgedessen rutschte hier das Ergebnis vor Steuern 2011 mit 35 Mio. Euro (2010: +34 Mio. Euro) ins Minus. Die Beitragseinnahmen in diesem Bereich sind 2011 um 9,7 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro angewachsen. Ursächlich hierfür seien wiederum Vertragserneuerungen und die Gewinnung neuer Kunden, aber auch Wechselkurseffekte gewesen.

Ausblick 2012

Im 1. Quartal 2012 hat sich das Erstversicherungsgeschäft nach Aussage des Unternehmens im Inland über alle Sparten positiv weiterentwickelt: Die Beitragseinnahmen erhöhten sich um 5,1 Prozent. "Dank unserer ertragsorientierten Wachstumsstrategie sowie einer umsichtigen Kapitalanlagepolitik sind wir zuversichtlich, auch 2012 erneut Marktanteile zu gewinnen", fasste Caspers am Dienstag in Wiesbaden zusammen zusammen. Hierzu werde der genossenschaftliche Versicherer auch 2012 in neue Arbeitsplätze investieren. 2011 hat R+V 344 neue Arbeitsplätze geschaffen und beschäftigt jetzt insgesamt 13.844 Mitarbeiter.

"Die größte Herausforderung für die Versicherungsbranche wird es dieses Jahr sein, die Kombination aus den Faktoren Eurokrise, Niedrigzins und regulatorischen Veränderungen zu beherrschen", so der R+V-Vorstandsvorsitzende. Darüber hinaus ist und bleibt die Lebens- und Rentenversicherung nach Ansicht von Dr. Caspers die wichtigste Form der privaten Altersvorsorge, da sie einzigartige Stärken vereint: langfristige Planungssicherheit, verlässliche Garantien und die Absicherung gegen existenzielle Risiken. Mit einer Gesamtverzinsung, die auch im Zeitverlauf deutlich oberhalb der Inflation liegt, ermögliche sie zudem kontinuierliche Realvermögenszuwächse. (lk)
 

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