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DEKRA/IFA-Studie: Ist Carsharing ein Geschäft für Autohäuser?

Die Studie hat ergeben, dass Carsharing erst ab sieben Stunden Nutzungsdauer pro Tag kostendeckend eingeführt werden kann.
© Foto: ©Vladimir Mucibabic - www.fotolia.com

Eine DEKRA-Studie hat das Carsharing-Potential für Autohäuser untersucht. Das Ergebnis zeigt, dass der Mobilitätswandel für den Handel mehr Chancen als Risiken mit sich bringt. Allerdings müssen die Erträge realistisch eingeschätzt werden.


Datum:
23.11.2012
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Die Automobilbranche registriert schon seit Längerem einen Wandel im Mobilitätsverhalten der Menschen, vor allem in Ballungszentren und beim jüngeren Publikum. Jedoch: Bieten der aktuelle Trend zu Carsharing und andere Formen der gemeinsamen Automobilnutzung auch Chancen für den Automobilhandel? Mit dieser Frage beschäftigt sich die fünfte DEKRA/IFA-Studie "Innovative Mobilitätsdienstleistungen – Chance oder Risiko für den Automobilhandel?"

Chancen für Autohäuser

"Dass innovative Mobilitätskonzepte durchaus auf Interesse stoßen, beweisen die verschiedenen Versuche im urbanen Umfeld. Langfristig durchsetzen werden sich aber nur die Konzepte, die sich im Praxistest am zuverlässigsten zeigen. Und zwar nicht nur in Bezug auf die Fahrzeuge und deren Sicherheit, sondern auf den kompletten Prozess von der Buchung über die Fahrt bis hin zur Abrechnung", erklärte Clemens Klinke, Mitglied des Vorstands der DEKRA SE und Vorsitzender der Geschäftsführung der DEKRA Automobil GmbH. Erfolg würden seines Erachtens vor allem Konzepte haben, die praktikabel, sicher und bezahlbar sind.

Rentabel ab sieben Stunden Nutzungsdauer täglich

Professor Willi Diez, der Leiter der Studie, sah bei den aktuellen Carsharing-Modellen keine Gefahr für die Autohäuser. Im Gegenteil: Das Potential der unterschiedlichen Konzepte wird derzeit auf drei Millionen Nutzer geschätzt. Dort könnten auch die Angebote des Automobilhandels angesiedelt sein. Laut Diez bedarf es eines komplexen, Know-how und kapitalintensiven Wertschöpfungsmodells, in dem die Preisspielräume durch die hohe Preissensibilität der Nutzer eng begrenzt sind. Der kostendeckende Auslastungsgrad des Fahrzeugbestandes liege zwischen 30 und 50 Prozent beziehungsweise einer durchschnittlichen täglichen Nutzungsdauer von gut sieben bis zwölf Stunden.

Carsharing für Geschäftskunden

Da dies mit Privatkunden kaum zu erreichen ist, hätte die Vermietung an Geschäftskunden eine große strategische Bedeutung. Eine Alternative dazu biete die Mehrfachnutzung von Fahrzeugen, die zum Beispiel als Werkstattersatzwagen oder Testfahrzeug zum Einsatz kämen.

Jedoch zog die Studie ein eher negatives Fazit: "Auch wenn solche Möglichkeiten ausgeschöpft werden, stellt sich die Wirtschaftlichkeit von Carsharing als sehr prekär dar." Unter Chancen-Risiko-Aspekten seien – über eine punktuelle Zusammenarbeit hinaus – drei strategische Optionen für Autohäuser am besten geeignet: Die Kooperation mit einem Carsharing-Anbieter, die lizensierte Nutzung technischer Carsharing-Plattformen und der Betrieb eines Carsharing-Systems. Der besondere Vorteil wäre, dass diese keine großen Vorleistungen erfordern, allerdings können auch hier keine hohen Erträge erwartet werden.

Innovative Mobiliätsdienstleistungen gut fürs Geschäft

Eine Chance sehen die Autoren der Studie in der Generierung von zusätzlichen Kundenkontakten. Die größten Ertragspotentiale würden "zweifellos in der Durchführung der Notwendigen Wartungs- Reparatur- Und Pflegearbeiten in Verbindung mit der Stellung von Ersatzfahrzeugen" liegen. "Entscheidend für ein erfolgreiches Engagement ist letztlich ein Wandel der Einstellung im Automobilhandel zu innovativen Mobilitätsdienstleistungen", betonte Diez. Der Automobilhandel habe gezeigt, dass er zum Wandel fähig ist. "Zweifellos sind jene im Vorteil, die einen Trend früher erkennen und aufgreifen als andere."
(ll)

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