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E-Mobility im Härtetest: SGS nimmt Batterie-Prüfzentrum in Betrieb

Battery Testhouse in München – am gestrigen Donnerstag eröffnet: Die Prüf- und Zertifizierungsgesellschaft SGS unterzieht hier Lithium-Ionen-Akkus von Elektrofahrzeugen umfangreichen Härtetests.
© Foto: SGS Germany GmbH

Die SGS-Gruppe, weltweit führende Prüf- und Zertifizierungsgesellschaft, gibt in Sachen E-Mobility Gas: Am Donnerstag nahm sie in München ein entsprechendes Prüfzentrum in Betrieb. In das sogenannte "Battery Testhouse" hat SGS insgesamt mehr als 10 Millionen Euro investiert.


Datum:
25.10.2012
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Die SGS-Gruppe Deutschland hat in München am gestrigen Donnerstag offiziell ihr neues Battery Testhouse eröffnet. Die weltweit führende Prüf- und Zertifizierungsgesellschaft wird hier künftig die Lithium-Ionen-Akkus von Elektrofahrzeugen umfangreichen Härtetests unterziehen – sie durchschütteln, quetschen sowie Staub, Hitze und Salznebel aussetzen. Mehr als zehn Millionen Euro wurden in das Testlabor investiert, mit dem das E-Mobility Prüfzentrum der SGS nun in vollem Funktionsumfang in Betrieb geht. Entstanden ist laut eigenem Bekenntnis "eine der modernsten Anlagen in Europa für unabhängige Sicherheits- und Funktionstests im Bereich der Elektromobilität".

Über 10 Millionen Euro und mehr als 30 Teststände

Auf einer Fläche von rund 2.000 Quadratmetern werden im Battery Testhouse die Traktionsbatterien auf mehr als 30 Testständen auf ihre Sicherheit und Leistungsfähigkeit geprüft, indem realistische Fahrzeugbedingungen simuliert oder Unfälle nachgestellt werden. Mit den verschiedenen Anlagen untersuchen die Prüfingenieure sowohl einzelne Zellen und Module als auch komplette Batteriepacks. Die Einsatzfälle reichen dabei vom motorisierten Fahrrad bis hin zum Lkw. Selbst Hochleistungsakkus mit einer Spannung von 1.000 Volt, einer Länge von bis zu zwei Metern und einem Gewicht von 500 Kilogramm werden hier auf den Prüfstand gestellt.

Prüfmodi mit 50-facher Erdbeschleunigung

Kernstück des Battery Testhouse ist ein sogenannter Shaker mit einer Schubkraft von 300 Kilonewton, auf dem Vibrationstests gefahren werden und der Schocks mit mehr als 50-facher Erdbeschleunigung erzeugen kann. In Kombination mit einer Klimakammer, die einen Temperaturbereich von -60 bis +160 Grad Celsius simuliert, werden so extreme Belastungstests möglich.

Alles ist möglich – selbst der Test von Missbrauchsfällen

Andere Anlagen im Battery Testhouse gehen sogar noch weiter: In den fünf Spezialräumen für Sicherheits- und Abuseprüfungen werden unter kontrollierten Bedingungen so genannte Missbrauchstests an Akkus durchgeführt. Die Batterien werden überladen, gequetscht, fallen gelassen oder durch das Eindringen eines Metalldorns zerstört, um deren Sicherheit in diesen Situationen zu testen.

Wie stehts mit Lebensdauer und Verlässlichkeit der Akkus?

Neben Fragen der Sicherheit liegt ein weiterer Fokus auch auf der Leistung, Zuverlässigkeit und Lebensdauer der Antriebsbatterien. Die Zahl der möglichen Ladezyklen wird ebenso kontrolliert wie die Wechselwirkung mit äußeren Faktoren. So prüfen die Ingenieure der SGS auf den Messplätzen der Umweltsimulation etwa, wie sich die Lithium-Ionen-Akkus verhalten, wenn sie Salznebel, Spritzwasser oder Staub ausgesetzt werden. Alle Prüfeinrichtungen sind dabei so konstruiert, dass die Batterien während der Tests betrieben und überwacht werden können, um unter realistischen Bedingungen deren Leistungsfähigkeit untersuchen zu können.

Elektromagnetische Verträglichkeit mit im Fokus

Auch die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) von Traktionsbatterien wird von der SGS in München untersucht. So kann das Labor alle relevanten Nachweise wie etwa zur Einhaltung der Zuverlässigkeitsanforderungen (ISO 12405, ISO 16750, LV 124), des UN-Transport-Tests für Lithiumbatterien (UN 38.3) sowie hinsichtlich individueller Spezifikationen der Automobilindustrie abbilden.

Unterstützung der Automobil- und Zulieferindustrie

Das neue Battery Testhouse ist allerdings nur ein Teil der Einrichtungen, mit denen die SGS-Gruppe am Münchener Standort namhafte Automobilhersteller und Zulieferer bei der Einführung von Elektro- und Hybridfahrzeugen unterstützt. Unter Federführung des SGS-TÜV Saar unterstützen die Experten auch in allen Fragen der Typenzulassung (Homologation) sowie der Integralen und Funktionalen Sicherheit von Kfz-Komponenten.

Fakten zur SGS-Gruppe Deutschland?

Die SGS-Gruppe gilt als das weltweit führende Unternehmen beim Prüfen, Testen, Verifizieren und Zertifizieren. 1878 gegründet, setzt die SGS mit Hauptsitz in Genf mit rund 70.000 Mitarbeitern und einem internationalen Netzwerk von über 1.350 Niederlassungen und Laboratorien global anerkannte Maßstäbe für Qualität, Sicherheit und Integrität.

In Deutschland ist die SGS-Gruppe unter heutiger Geschäftsführung von Vincent Giesue Furnari und Sitz in Hamburg seit 1920 aktiv und bundesweit an rund 40 Standorten präsent. Zu ihr gehören auch die SGS Institut Fresenius GmbH und die SGS-TÜV Saar GmbH. Im Auftrag von Herstellern, Händlern oder Regierungen sorgt die SGS mit zahlreichen Inspektions-, Überwachungs- und Prüfdiensten nach eigener Darstellung "über alle Stufen der Wertschöpfungskette hinweg für mehr Sicherheit, mehr Effizienz und mehr Qualität".  (wkp)

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