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Fahrerassistenzsysteme: Erste autonome Kolonnenfahrt

Das Auto als Verlängerung des Büros: Mit der neuen Technik könnte die Fahrt zur Arbeit in Zukunft so aussehen.
© Foto: www.sartre-project.eu

Im Rahmen des SARTRE-Projekts konnte das erste Mal ein erfolgreicher Kolonnentest mit autonomen Fahrzeugen durchgeführt werden. Dies ist ein Meilenstein in der Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen.


Datum:
08.06.2012
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Erstmals konnte jetzt im Rahmen des SARTRE Projekts (Safe Road Trains for the Environment) auf einer öffentlichen Straße in der Nähe von Barcelona ein Kolonnentest in normalem Alltagsverkehr erfolgreich durchgeführt werden. Bei den Tests folgte die Kolonne, bestehend aus einem Volvo XC60, einem Volvo V60, einem Volvo S60 und einem Lkw, dem Führungswagen mit Geschwindigkeiten von bis zu 90 km/h vollkommen autonom – ohne jegliches Eingreifen der jeweiligen Fahrer.

200 Kilometer ohne Fahrer

"Wir haben an einem Tag rund 200 Kilometer zurückgelegt und sind mit dem Ergebnis hochzufrieden", erklärt Linda Wahlström, Volvo Projektmanagerin. An dem SARTRE Projekt sind neben der Volvo Car Corporation sechs weitere europäische Unternehmen beteiligt, darunter Ricardo UK Ltd, Applus+ Idiada, Robotiker und das Institut für Kraftfahrzeuge Aachen (IKA).

Aufwändiges Fahrerassistenzsystem

Bei einer Kolonnenfahrt sind mehrere Fahrzeuge durch Sensoren untereinander und mit dem Führungswagen verbunden und kommunizieren mit diesem. Dabei kommen verschiedene Techniken zum Einsatz, die schon heute in Serienmodellen verwendet werden, wie Kameras, Radarsysteme und Lasersensoren. Während das Führungsfahrzeug von einem Fahrer gelenkt und bedient wird, fahren die Kolonnenfahrzeuge in einem konstanten Abstand vollkommen autonom, so dass ihre Fahrer ohne weiteres ein Buch lesen, am Laptop arbeiten, eine SMS schreiben oder sich ausruhen können. Die Volvo Modelle sind mit modernen Fahrerassistenzsystemen ausgerüstet, mit deren Hilfe die Automobile selbsttätig Gas geben, bremsen und die Lenkung bedienen können. Sobald sich ein Fahrzeug seinem individuellen Ziel nähert, übernimmt der jeweilige Fahrer wieder das Steuer. Schert es aus der Kolonne aus, rücken die anderen Kolonnenfahrzeuge automatisch auf.

Innovationen bieten zahlreiche Vorteile

Techniken, die das eigenständige Fahren von Automobilen im Kolonnenverkehr auf öffentlichen Straßen ermöglichen, sollen mehrere Vorteile bieten: Der Verkehrsfluss wird verbessert, Fahrtzeiten werden verkürzt, Unfälle verhindert, Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen gesenkt und der Komfort für jeden einzelnen Fahrer wird verbessert.

Test unter "Alltagsbedingungen"

"Die erfolgreiche Kolonnenfahrt auf einer öffentlichen Straße inmitten anderer Verkehrsteilnehmer ist ein echter Meilenstein in unserem Projekt", erläutert Linda Wahlström. "Während wir bei Fahrten auf abgesperrten Teststrecken mit Abständen zwischen fünf und fünfzehn Metern geprobt haben, sind die Fahrzeuge dieses Mal bei einer Geschwindigkeit von 85 km/h in einem konstanten Abstand von sechs Metern zueinander gefahren", fügt sie hinzu. Nahezu untätig in einem Fahrzeug zu sitzen, das sich bei einem Tempo von 85 km/h und einem Abstand von sechs Metern zum Vordermann wie von Geisterhand bewegt, sei für Autofahrer zunächst ein bisschen unheimlich. Die Tests zeigten aber, dass sich die Fahrer relativ schnell daran gewöhnen.

Projekt geht in die nächste Phase

Das SARTRE Projekt, das von der Europäischen Kommission unterstützt und teilfinanziert wird, läuft seit dem Jahr 2009. In dieser Zeit wurden rund 10.000 Testkilometer zurückgelegt. Nach der erfolgreichen Premiere auf einer öffentlichen Straße geht es in der nächsten Phase des Projektes darum, den Kraftstoffverbrauch und die Schadstoffemissionen genauestens zu analysieren.

"Außer Elektronik alles beim Alten"

"Wir haben in diesen drei Jahren sehr viel gelernt. Die Leute denken, autonomes Fahren in einer Kolonne sei Science-Fiction, doch die technischen Voraussetzungen sind längst geschaffen. Der Kolonnenverkehr wird in der einen oder anderen Form bald Realität sein", prognostizierte Linda Wahlström und fügte hinzu: "Wir haben besonderen Wert darauf gelegt, so wenig wie möglich an bestehenden Systemen oder Infrastrukturen zu verändern oder teure Zusatzkomponenten zu entwickeln. Abgesehen von der Software, die eigens für das Projekt entwickelt wurde und die die Kommunikation der Fahrzeuge untereinander ermöglicht, unterscheiden sich die Automobile in keiner Weise von ganz normalen modernen Serienfahrzeugen." (ll)

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