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GDV: "Wir werden auch hochautomatisierte Autos versichern"

Mögliche Hacker-Angriffe und Serienfehler bei Sensoren und Software-Updates machen ihm mit Blick auf autonome Fahrzeuge Sorgen: Dr. Jörg Freiherr Frank von Fürstenwerth, geschäftsführendes Präsidiumsmitglied und Vorsitzender der Hauptgeschäftsführung des GDV.
© Foto: GDV

Am Verkehrsopferschutz durch die Kfz-Haftpflicht soll sich auch bei künftig hoch automatisierten Fahrzeugen nichts ändern. Im Falle von technisch bedingten Unfällen nehmen die Versicherer aber schon heute eine unmissverständliche Haltung ein.

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"Unabhängig davon, ob ein Schaden auf einen Fahrfehler, ein defektes technisches System oder andere äußere Ursachen zurückzuführen ist, werden die deutschen Autoversicherer die Opfer auch bei Unfällen mit hochautomatisierten Fahrzeugen genauso gut schützen wie heute": So lautet die Kernaussage von Dr. Jörg von Fürstenwerth, dem Vorsitzenden der Hauptgeschäftsführung und geschäftsführenden Präsidiumsmitglied des GDV. Das heutige Geschäftsmodell ändere sich also auch in Zukunft nicht.

"Bei Bedarf Regress gegenüber dem Hersteller nehmen"

 Nicht zumutbar sei allerdings, dass Unfallopfer einen etwaigen Produktfehler ihrerseits gegenüber dem Fahrzeughersteller nachweisen müssten. Von Fürstenwerth unmissverständlich: "Regresse der Kfz-Versicherer gegenüber einem Automobilhersteller müssen möglich sein." Dies vor allem dann, wenn seitens der Industrie "unzureichend erprobte oder mangelhafte Systeme auf den Markt gebracht" würden oder die Technik im Einzelfall nachgewiesenermaßen versagt habe.

Der Gesetzgeber müsse seinerseits unter dem Gesichtspunkt der "nicht verhandelbaren" Verkehrssicherheit darauf achten, dass für alle neuen automatischen Systeme allgemeinverbindliche Prüf- und Testverfahren geschaffen würden und Selbsttests der eingesetzten Sensoren sowie weitere Sicherheitsvorkehrungen das zuverlässige und effektive Erkennen von Fehlern auch gewährleisten. Technik, welche unsicherer als der Fahrer ist, dürfe nicht zum Einsatz kommen. Ferner müsse der Fahrer selbst jederzeit in der Lage sein, "sich und andere vor Schaden zu bewahren".

Horrorszenario: Tausende Schäden durch Car-Hacking oder Softwarefehler

Von Fürstenwerth sieht aber auch Risiken: Namentlich benennt er sie in Form von potentiell möglichen Hacker-Angriffen auf Fahrzeuge, hat aber auch Sorge ob sensorischer Serienfehler, die "in kürzester Zeit tausende Schäden verursachen" könnten. Zum Thema Daten sagt der Vorsitzende der GDV-Hauptgeschäftsführung: "Die sind nicht Eigentum der Automobilhersteller."

Die GDV-Positionen auf einen Blick

  1.  Autoversicherer werden auch hochautomatisierte Fahrzeuge versichern. Verkehrsopfer werden bei einem zukünftigen hochautomatisierten Fahren durch die Kfz-Haftpflichtversicherung umfassend geschützt sein. Daran wird sich durch das hochautomatisierte Fahren nichts ändern. Verkehrsopfern ist nicht zuzumuten, einen eventuellen Produktfehler gegenüber dem Autohersteller nachweisen zu müssen.
  2. Für den Ersatz von Schäden muss das Verursachungsprinzip gelten. Regresse der Versicherer gegenüber Autoherstellern müssen möglich sein.
  3. Wir dürfen keine Systeme für den Straßenverkehr zulassen, die womöglich unsicherer sind als der menschliche Fahrer. Der Autokäufer darf kein Testfahrer sein, der technische Neuerungen im öffentlichen Straßenverkehr im Trial-and-Error-Verfahren erprobt. Der Gesetzgeber muss verbindliche Prüf- und Testverfahren für automatische Systeme schaffen.
  4. Der Autofahrer muss entscheiden können, ob und wem er welche Kfz-Daten für welche Zwecke zur Verfügung stellt. Dazu braucht es europaeinheitliche Standards für die vorzuhaltenden Daten, für die Datenformate und für eine offene, sichere und diskriminierungsfrei zugängliche Kfz-Schnittstelle.  (wkp) 
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