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Hagelabwehr: Mit Silberjodid in den Kampf

Eiskörner werden auch künftig viele Gegenden heimsuchen – trotz Hagelflieger.
© Foto: www.fotolia.com

Bei einer internationalen Tagung der Hagelflieger trafen Experten aus dem In- und Ausland Anfang April in Fellbach zusammen, um über die Methode und Finanzierung der Hagelabwehr mit Silberjodid zu diskutieren.


Datum:
13.04.2012
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Wenn Hagel fällt, freuen sich viele Dienstleister, besonders die Dellendrücker. Wer sich nicht freut, sind zumeist Obstbauern, denn bei einem ordentlichen Hagelsturm kann die gesamte Ernte zerstört werden. Um solchen gefährlichen Unwettern ein Schnippchen zu schlagen, haben einige vom Hagel stark betroffene Regionen Hagelflieger engagiert. Sie sollen bei Hagelgefahr mit ihrer Cessna aufsteigen und Silberjodid versprühen, das die Bildung von großen Körnern stark verringern soll. In Fellbach trafen sich Anfang April internationale Experten zum Erfahrungstausch und um die neuesten Entwicklungen bei den Hagelfliegern zu diskutieren.

Zweifel an der Methode

Die tollkühnen Männer, die sich mit ihren Flugzeugen in den Sturm wagen, gibt es nicht nur in Deutschland (Raum Stuttgart und Rosenheim), sondern auf der ganzen Welt. (Österreich, USA, Schweiz u.a.) Doch kämpfen sie alle mit den selben Problemen: Die Finanzierung gestaltet sich schwierig, denn es gibt keinen Beweis für die Wirksamkeit des Silberjodids. Mit anderen Worten: Zweifel an der Methode sind vorhanden. So sagte Georg Vogl vom Landratsamt Rosenheim – selbst Hagelflieger – gegenüber der Stuttgarter Zeitung: "Es gibt Hinweise, aber keine Beweise, dass die Methode funktioniert." 4.400 Quadratkilometer sollen Hagelflieger dabei im Raum Rosenheim abdecken, was angesichts eines Budgets von 260.000 Euro nur unzureichend erscheint.

"Mit Hagel wird man rechnen müssen!"

Die Krux der Hagelflieger sieht auch Professor Klaus Behreng, der am Karlsruher Institut für Technologie forscht. "Es ist bisher nicht hundertprozentig möglich, ein Unwetter mit Sicherheit zu erkennen, dass die Hagelabwehr rechtzeitig vor Ort eintrifft. Zu komplex seien die Abläufe in der Atmosphäre und hingen von zu vielen Faktoren ab. "Mit Hagelschäden wird man auch in Zukunft rechnen müssen", sagte er der Stuttgarter Zeitung weiter. Interesse, dass diese Entwicklung sich fortsetzt, habe auch die Versicherungswirtschaft, sagt Johannes Fuchs, Landrat des Landkreises Rems-Murr. Schließlich beschere die Angst vor Hagelschäden Abschlüsse: "Die verkaufen lieber ihre Versicherungen."

Wer sich näher mit der Hagelthematik beschäftigen will, hat dazu am 26. April auch wieder in Fellbach die Gelegenheit. Dann findet nämlich die 10. Hagelakademie statt. Unter anderem wird die Zertifizierung von Hageldienstleistern oder Vorziehen zum Lackieren in Theorie und Praxis behandelt. (ses)

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