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Schuldfrage beim Unfall: Glas statt Gummi als Beweismittel

Nicht immer sind Crashs so eindeutig und in der Schuldfrage unzweifelhaft wie hier. Manchmal müssen auch Scherben helfen, um, Plausibilitäten zu hinterfragen und den Wahrheitsgehalt der Aussagen der jeweiligen Unfallbeteiligten herauszubekommen
© Foto: Sabine Kreutzer

Wenn Bremsspuren als Beweis beim Verkehrsunfall fehlen, kann das für einen Sachverständigen und auch das Gericht zu einem verzwickten Fall werden. Bei der Klärung der Frage, wer wem ins Blech gerauscht ist, hat ein Gericht jetzt Glasscherben aufgesammelt.


Datum:
31.08.2015
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Die in Fahrzeugen heute fast überall standardmäßig verbauten Antiblockiersysteme oder Blockierverhinderer führen dazu, dass es beim Unfall häufig keine Bremsspuren mehr gibt. Anhaltspunkte auf die Geschwindigkeit oder eine Vollbremsung sind damit auch Mangelware. Das Gericht muss ohne diese Beweise aber nicht unbedingt einen Sachverständigen beauftragen, wie ein entsprechender Fall zeigt, der am Oberlandesgericht Naumburg verhandelt wurde. Über diese Entscheidung (AZ: 10 U 11/13) informierte die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV).

Im gegenständlich verhandelten Fall war es in einem Kreuzungsbereich zu einem Unfall zwischen zwei Fahrzeugen gekommen. Die Fahrerin des einen Wagens klagte. Sie meinte, ihr Unfallgegner habe ihr die Vorfahrt genommen.

Scherbenhaufen überführt die Klägerin

Bremsspuren gab es am Unfallort nicht, da das Fahrzeug des beklagten Fahrers mit ABS ausgestattet war. Als Beweis konnte jedoch die Lage der Glasscherben beider Fahrzeuge herangezogen werden. Danach ergab sich, dass die Autofahrerin selbst wohl die Kurve geschnitten hatte.

Das Gericht in erster Instanz holte kein Gutachten ein, da es keine weiteren Beweismittel gab. Zu Recht, entschieden die Richter der zweiten Instanz. Die Scherbenlage habe als Beweis für den Hergang des Unfalles dienen können. Die Einholung eines Sachverständigengutachtens sei nicht notwendig. Es habe an Anknüpfungspunkten wie etwa Bremsspuren gefehlt. Nach Lage der Scherben habe sich der Verkehrsunfall nicht bereits im Kreuzungsbereich ereignet. Dem beklagten Fahrer habe man daher nicht vorwerfen können, die Vorfahrt missachtet zu haben. Vielmehr habe seine Unfallgegnerin die Kurve geschnitten und sei damit allein verantwortlich für den Unfall.  (wkp)

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