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Sicherheit: "Todesfalle Lkw-Heck"

Thomas Burkhardt, ADAC-Vizepräsident Technik, stellte vor dem EU-Parlament in Straßburg Verbesserungen für den Aufprallschutz am Lkw-Heck vor.
© Foto: ADAC

Wenn ein Auto unter einen Lkw rutscht, sind die Folgen für die Pkw-Insassen häufig verheerend. Eine EU-Richtlinie sieht einen Unterfahrschutz am Heck der Brummis dagegen vor. Doch diese sei nutzlos, meint der ADAC, und präsentierte Verbesserungsvorschläge.


Datum:
14.12.2012
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Es ist eine Horrorvorstellung für jeden Autofahrer: Ein Auffahrunfall auf einen Lkw. Das Unterfahren eines Lastwagenhecks gehört tatsächlich zu den gefährlichsten Situationen für Pkw-Insassen – laut ADAC Unfallforschung sterben so in Deutschland jährlich 40 Menschen, 400 werden schwer verletzt. Um diese Zahl zu reduzieren wurde 2006 von der EU ein neuer Unterfahrschutz gesetzlich vorgeschrieben. Aber: Diese Vorrichtung sei völlig nutzlos, wie der ADAC in einem Crashtest nachwies. Jetzt soll die Grundlage der EU-Richtlinie (UN/ECE Verordnung 58) überarbeitet werden. Aus diesem Grund hat ADAC Vizepräsident Thomas Burkhardt kürzlich Abgeordneten des EU-Parlaments in Straßburg eine wirkungsvolle Konstruktion vorgestellt, wie der Automobilclub aktuell mitteilte. Für eine zusätzliche Investition von gerade einmal 100 Euro pro Fahrzeug könne "die Todesfalle Lkw-Heck" entschärft werden.

Aktuell vorgeschriebene Schutzsysteme nutzlos

Nach Angaben des ADAC hatte sich im Crashtest aus dem Jahr 2006 gezeigt, dass die derzeit vorgeschriebenen Systeme beim Aufprall schlicht und einfach wegbrechen. Die Verbindung des Systems zum Lkw-Rahmen ist zu schwach, der Pkw rutscht weit unter den Lastwagen, die Bordwand des Lkw drückt die Airbags herunter – sie können ihre Schutzwirkung nicht entfalten. Die Fahrgastzelle wird bis zu den hinteren Türen komplett zerstört, so die Experten. Die Folgen für die Insassen sind verheerend.

Überarbeitung der EU-Richtlinie gefordert

Beim zweiten Crashtest mit der vom ADAC verbesserten Vorrichtung gehe der simulierte Unfall sehr viel glimpflicher aus. Der durch Schrägstreben stabilisierte Unterfahrschutz fängt die Wucht des Aufpralls ab – die Knautschzone des Pkw wird ihrer Aufgabe gerecht. Der Wagen rutscht nicht unter den Lkw und die Airbags können die Insassen schützen. Die Bordwand des Lastwagens berührt die Fahrgastzelle nicht. Die Verletzungen wären – wenn überhaupt vorhanden – nicht lebensbedrohlich. Die Kosten für die Optimierung der Schutzvorrichtungen würden sich auf lediglich rund 100 Euro pro Lkw belaufen.

Laut ADAC müsse folgendes in der neuen UN/ECE Verordnung sowie im Nachgang in der EU-Richtlinie geändert werden: Erstens müssten die statischen Prüflasten für die Zulassung von Unterfahrschutz-Systemen deutlich erhöht und an drei Punkten aufgebracht werden. Zweitens solle die zulässige Montierhöhe auf 550 bis 450 Millimeter reduziert werden. Als dritte Sicherheitsvorkehrung fordert der ADAC, dass das System sehr viel näher an der Bordwand des LKW angebracht werden müsse, um die Insassen eines auffahrenden Pkws schützen zu können. (sh)

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