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Statistik: Motorradfrauen erobern Männerdomäne

Zum "Aufwärmen" vor dem Saisonstart empfehlen Experten Fahrtrainings, damit die Osterfahrt nicht im Krankenhaus endet – das gilt gleichermaßen für Männer und Frauen.
© Foto: Philipp Guelland/ddp

Frauen annektieren nun offenbar auch die letzten verbliebenen Männerdomänen. Im Brandenburgischen Fürstenwalde regelt seit Dienstag eine Ampelfrau mit Zopf und Rock den Verkehr und auch die weiblichen Zöpfe unter dem Motorradhelm nehmen laut einer Studie des ACE Auto Club Europa deutlich zu, speziell in Süddeutschland.


Datum:
09.03.2012
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Traditionell zu Ostern ist Saisonstart für die Motorradfans. Der weibliche Zopf unterm Helm ist dabei längst nichts Außergewöhnliches mehr. Zu diesem Ergebnis kommt eine jetzt vom ACE Auto Club Europa veröffentlichte Auswertung, bei der sich der Club auf aktuelle Zahlen des Kraftfahrt Bundesamts beruft. In der einstigen Männerdomäne Motorrad haben sich Frauen ein eigenes Terrain erobert – 2011 lag der Anteil der auf weibliche Halter zugelassenen Maschinen laut Studie bundesweit immerhin bei knapp 14 Prozent. Im Bereich Neuzulassungen habe es zuletzt Zuwachsraten bei den bis zu 29-jährigen sowie bei Halterinnen im Alter zwischen 40 und 49 Jahren gegeben. Eine weitere Auffälligkeit: Frauen in Süddeutschland fahren viel stärker als anderswo auf Motorräder ab. Bayerische Motorradmädels führen das Feld an Demnach sank die Quote weiblicher Motorradhalter nur minimal von 13,81 Prozent im Jahr 2010 auf 13,76 Prozent im vergangenen Jahr. Bundesweit verfügen nach Angaben des ACE im Schnitt lediglich 150 von 10.000 volljährigen Frauen über eine auf sie zugelassene Maschine. In Bayern allerdings besitzen rund ein Viertel mehr, nämlich 199 von 10.000 Frauen über 18 Jahren ein eigenes Motorrad, sie nehmen damit bundesweit den Spitzenplatz ein. Auf Rang zwei folgen die Rheinland-Pfälzerinnen (181) vor ihren Kolleginnen im Saarland und in Baden-Württemberg (je 176). Keine besondere Beziehung zum Zweirad legen die Frauen in den Stadtstaaten sowie in den neuen Ländern an den Tag. Sachsen-Anhalt (84 von 10.000) und Sachsen (82 von 10.000) stellen die Schlusslichter der weiblichen Motorradbegeisterung dar. Um herauszufinden, wie groß das tatsächliche Interesse der weiblichen Bevölkerung eines Bundeslands am Motorradfahren ist, hat der ACE die Zahl der auf Frauen zugelassenen Motorräder jeweils ins Verhältnis zur Zahl der im entsprechenden Bundesland lebenden Frauen über 18 Jahren gesetzt. Frauen Ende 40 stärkste weibliche Bikerfraktion Mit einem Anteil von 22,3 Prozent machen die 45- bis 49-jährigen Frauen die stärkste Gruppe der Motorradfahrerinnen aus. 57,5 Prozent aller im Besitz von Frauen befindlichen Maschinen werden von Bikerinnen bewegt, die der Altersgruppe zwischen 40 und 54 Jahren angehören. Auch ältere Damen stehen auf Feuerstühle Selbst für betagte Frauen scheint es keinen Grund zu geben, wegen ihres hohen Alters Helm und Hobby an den Nagel zu hängen: Immerhin 1.000 Motorräder waren dem ACE-Bericht zufolge 2011 auf Halterinnen angemeldet, die bereits 80 Jahre alt und älter gewesen sind. Ladylike-Motorräder keine Trendsetter Bei der Wahl der beliebtesten Modelle ist dem ACE aufgefallen, dass sich die Vorlieben der weiblichen Kundschaft klar von denen männlicher Motorradkäufer unterscheiden. Unter den ersten Drei der Kraftrad-Neuzulassungen auf weibliche Halter finden sich seit Jahren ausschließlich solche Modelle, die der Mittelklasse zugeordnet werden. Es handelt sich zugleich um Motorräder, denen in der Szene der Ruf vorauseilt, eine nahezu perfekte Symbiose aus Fahrspaß, Vernunft und moderaten Kosten bieten zu können. Teure Hochleistungsmaschinen mit vielen PS und Höchstgeschwindigkeiten weit jenseits von 200 km/h bleiben in aller Regel männlichen Käufern vorbehalten. ACE-Fazit: Frauen definieren das aufs Motorradfahren gemünzte und viel zitierte Fun-Gefühl offenbar eher klischeefrei und losgelöst von PS-Stärke und Beschleunigung. Doch diese moderaten Ladylike-Motorräder lösen keinen allgemeinen neuen Trend aus. Denn auf dem Gesamtmarkt verzeichnen immer noch vor allem Maschinen mit mehr als 72 kW (93 PS) steigende Zulassungszahlen. Frauen hingegen bevorzugen weiter lieber Motorräder der 600-er-Klasse mit 72 bis 78 PS. Großvolumige Versionen schafften es letztmalig im Jahr 2007 in die Top-3 der Frauenmotorräder. Fahrtraining zum Saisonstart sinnvoll Zu Ostern, also in rund vier Wochen, gehen bei gutem Wetter die ersten Motorradfreaks wieder auf Tour. Vor diesem Saisonstart sollten die im Winter verloren gegangenen Fahrkünste rekultiviert werden, rät der ACE. Auf diese Weise wird die individuelle Verkehrssicherheit gestärkt. Wer an den Fahrtrainings teilnimmt, lernt nicht nur viel, etwa wie die Stürze vermeidende Lenkimpulstechnik praktisch funktioniert, Kursteilnehmer können auch gegenseitig ihre Erfahrungen austauschen. Gemeinsam mit zertifizierten Trainern werden Strategien entwickelt, wie sich Gefahren besser vermeiden und zur Not fahrtechnisch auch bewältigen lassen.

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