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Statistik: Verkehrstote steigen auch 2012 weiter an

Gedenkkreuze an deutschen Straßen sind stille Zeugen der tiefen Trauer von Familien, die an dieser Stelle einen Angehörigen durch einen Verkehrsunfall verloren haben.
© Foto: Walter K. Pfauntsch

Trotz zahlreicher neuer Konzepte von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer für mehr Verkehrssicherheit geht das Sterben auf deutschen Straßen derzeit weiter. Mehr noch: Im Januar 2012 stieg die Zahl der Verkehrstoten gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres um 7,7 Prozent an.


Datum:
30.03.2012
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266 Menschen kamen im Januar 2012 auf deutschen Straßen ums Leben. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen weiter mitteilt, waren das 19 Personen oder 7,7 Prozent mehr als im Januar 2011. Noch stärker gestiegen ist die Zahl der Verletzten, und zwar um 23,3 Prozent auf rund 27.100 Personen.

Insgesamt musste die Polizei rund 189.300 Straßenverkehrsunfälle im Januar 2012 aufnehmen, 6,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Dabei erhöhte sich die Zahl der Unfälle mit Personenschaden (+ 24,9 Prozent auf etwa 21.000) stärker als die Zahl der Unfälle, bei denen es beim Sachschaden blieb (+ 4,4 Prozent auf 168.300).

Deutlich mehr Tote in Schleswig-Holstein, Hamburg und NRW

Die Zahl der Verkehrstoten stieg im Januar 2012 in insgesamt neun Bundesländern (Bayern, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen) gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat. Allein in Schleswig-Holstein kamen mit 14 Personen doppelt so viele Menschen ums Leben als im Vorjahr. In Hamburg und Nordrhein-Westfalen waren es jeweils fünf Menschen mehr.

Dagegen starben auf den Straßen in Niedersachsen acht Personen weniger, in Baden-Württemberg vier und in Brandenburg sowie Mecklenburg-Vorpommern jeweils drei Personen weniger als im Vorjahresmonat.

Jahresauftakt 2009 bis 2012 im Vergleich

Was das Statistische Bundesamt Wiesbaden in ihrer aktuellen Meldung indes nicht enthält, ist ein 4-Jahres-Vergleich der Januar-Monate seit 2010, aus dem man letztlich auch den Einfluss der Witterung auf das Unfallgeschehen recht gut analysieren kann. So gab es beispielsweise im Januar 2010 mit damals vorläufig vermeldeten 194 im Straßenverkehr ums Leben gekommenen Menschen so wenig Verkehrstote wie nie zuvor im ersten Monat eines Jahres, seit die Statistik 1953 eingeführt wurde. Gegenüber dem Januar 2009, als ebenfalls schon ein 21-prozentiger Rückgang zu verzeichnen war, waren dies nochmals 30 Prozent Tote weniger. Im Jahr 2010 ebenfalls entscheidend zur bislang niedrigsten Zahl an tödlich verunglückten Verkehrsteilnehmern mit beigetragen hatte dann auch der "unfallärmste Dezember aller Zeiten", wie Destatis seinerzeit offiziell vermeldete.

Sterberate im Januar steigt seit 2011 wieder dramatisch an

Der herbe Rückschlag für die deutsche Unfallstatistik sollte schließlich im Januar 2011 direkt folgen: Fast ein Viertel mehr Verkehrsteilnehmer kamen gegenüber dem Vergleichsmonat Januar 2010 auf deutschen Straßen ums Leben. Mit insgesamt 241 vor einem Jahr offiziell vermeldeten Toten zum Jahresauftakt starben damit insgesamt 47 Menschen an den Folgen eines Verkehrsunfalles mehr als noch im Januar 2010. Die Zahl 241 wurde indirekt mit der aktuellen Destatis-Meldung für Januar 2012 nachkorrigiert auf 247. Dies liegt daran, dass zu späteren Zeitpunkten z.B. immer auch diejenigen Unfallopfer mitgezählt werden, die erst nach mehreren Wochen oder eventuell auch Monaten den Folgen eines Verkehrsunfalles erlegen sind.

Unbenommen davon waren gegenüber der auf 247 Verkehrstote berichtigten Zahl an Verkehrstoten im Januar 2011 nun weitere 19 zusätzliche Opfer, insgesamt also 266 Tote im Januar 2012, zu beklagen.

Trotz vermeintlich "günstigerer" Straßenverhältnisse steigen Todesraten

Während man in der jüngeren Vergangenheit stets die Januar-Monate insofern würdigte, als es aufgrund der winterlichen Verhältnisse und der damit niedrigeren gefahrenen Geschwindigkeiten zwar zu mehr Blech-, dafür aber gleichzeitig zu erheblich geringeren Personenschäden, also weniger Toten und Schwer- bzw. Schwerstverletzten, kam, waren die Januar-Monate 2011 und 2012 überwiegend zu warm.

Die Folge davon ist, dass die Verkehrsteilnehmer in aller Regel schneller und weniger aufmerksam unterwegs sind. Erfahrungsgemäß ereignen sich auf schnee- und eisglatten Straßen meist zwar mehr Unfälle, die aber wegen der geringeren Geschwindigkeiten meist deutlich weniger folgenschwer sind.

In den Vorjahren von Destatis immer mit erwähnt waren auch die ums Leben gekommenen Zweiradfahrer: Zahlenmäßig sind dies zwar in den Januar-Monaten deutlich weniger Verkehrsteilnehmer als zum Motorrad-"Saisonauftakt" im März bzw. April. Diejenigen aber, welche bereits unterwegs sind (vor allem Jugendliche und auch Berufstätige, welche sich kein Auto leisten können), sind in dieser Zeit schlichtweg hochgradig gefährdet und statistisch gesehen eben auch messbar. (wkp)

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