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Traurige Statistik: 460 Prozent mehr Verkehrstote in Brandenburg als in Berlin

Je größer und dicker die Kreuze, umso mehr Verkehrstote je einer Million Einwohner gibt es im jeweiligen Bundesland. Die abgebildete Grafik des GDV auf Basis der 2012er Zahlen des Statistischen Bundesamtes Wiesbaden zeigt bereits visuell sehr deutlich die unterschiedlichen Todesrisiken auf deutschen Straßen.
© Foto: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)

Wider Erwarten sank 2012 die Zahl der Verkehrstoten auf deutschen Straßen (3.606) auf den bisher niedrigsten Stand seit Einführung der Unfallstatistik im Jahr 1953. Eine detaillierte Auswertung nach Bundesländern offenbart jedoch extreme Risiko-Unterschiede.


Datum:
12.03.2013
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Unfallforscher, Versicherer und Bundesverkehrsministerium hatten vor drei Wochen, als die vorläufigen Verkehrstotenzahlen für 2012 feststanden, zunächst einmal aufgeatmet: Mit 3.606 bei Unfällen auf deutschen Straßen ums Leben gekommenen Menschen wurde der niedrigste Wert seit 1953, dem Einführungsjahr der Unfallstatistik, gezählt. Gebremst war damit auch der plötzlich gegenläufige Trend von 2011, als nach 20 Jahren stetigen Rückganges die Zahl der Verkehrstoten von 3.648 (2010) auf 4.007 wieder sehr deutlich angestiegen war.

Bundeshauptstadt hat ein "sicheres Pflaster"

Unbenommen davon, dass jeder auf der Straße zu Tode gekommene Verkehrsteilnehmer einer zu viel ist, gibt die grundsätzlich positive Entwicklung 2012 bei näherer statistischer Auswertung noch einiges mehr, allerdings auch Tragisches, her. Die wichtigste Erkenntnis: Gefahren und Todesrisiken auf deutschen Straßen sind immens unterschiedlich verteilt! Am sichersten fährt es sich nachgewiesenermaßen im Stadtstaat Berlin. Gerechnet auf je eine Million Einwohner erlitten in der Bundeshauptstadt 12 Menschen den Unfalltod. Damit ist Berlin das mit Abstand risikoärmste "Pflaster" für Kfz-Lenker, Zweirad- und Fahrradfahrer sowie Fußgänger in ganz Deutschland.

Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt hoch gefahrenbelastet

Im wahrsten Wortsinn lebensgefährlich wird die Teilnahme am Straßenverkehr dagegen im Land Brandenburg, wo mit 67 Verkehrstoten je einer Million Einwohnern 5,6 Mal so häufig der Leichenwagen zum Einsatz kommt: Im Vergleich zu Berlin gibt es in Brandenburg damit umgerechnet 460 Prozent mehr Unfalltote. Kaum weniger gefährlich sind allerdings auch die Verkehrswege in Niedersachsen (62 Tote je einer Million Einwohnern) und in Sachsen-Anhalt (61). 

Bundesdurchschnitt und weitere Länder

Deutlich über dem Bundesdurchschnitt mit 44 Verkehrstoten je einer Million Einwohnern liegen außerdem Thüringen (57), Bayern (53), Rheinland-Pfalz (52), Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen (je 51), während sich Hessen (46) und Baden-Württemberg (43) auf "Deutschland-Niveau" bewegen. 

Flächenland NRW glänzt

Sicherer wird es dann statistisch gesehen im Saarland (37) und Schleswig-Holstein (39), während Nordrhein-Westfalen als großes Flächenland (29) im Vergleich zu den anderen großen Bundesländern 2012 am besten abschnitt. 

Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen vorne

Erwartungsgemäß gut positioniert sind neben Verkehrssicherheits-Spitzenreiter Berlin auch die beiden Stadtstaaten Hamburg (18) und Bremen (26). Der direkte Vergleich von Bremen zu NRW unterstreicht dabei nochmals den im deutlich größeren Bundesland erreichten positiven Wert. Eklatant dagegen fällt auch bei den Nordrhein-Westfalen der Vergleich mit Brandenburg aus: Das Todesrisiko ist in der Metropolregion Brandenburg gut 2,3 mal so hoch. Oder andersherum: Gut 130 Prozent mehr Menschen kommen auf Brandenburgs Straßen ums Leben als auf denen in NRW. 

Bekämpfung des Verkehrstodes bei Fahranfängern beginnen!

Aufgrund der in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich hohen Unfallgefahren mit Todesfolge haben Verkehrsplaner, Unfallforscher und insbesondere auch Fahrschulen für die Zukunft zweifelsfrei noch viel Arbeit vor sich. Wichtig ist dabei, dass der Ansatz gezielt auch bei jungen Fahranfängern beginnt: 18- bis 25-Jährige gelten zu 71,3 Prozent der Unfälle mit Personenschaden als Hauptverursacher und stellten (2011) nicht weniger als 26,3 Prozent aller getöteten Benutzer alleine von Pkw. (wkp)

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