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UDV: EU-Richtlinien für Reisebusse müssen überarbeitet werden

Fahrerassistenzsysteme können rund 47 Prozent der Reisebusunfälle verhindern oder positiv beeinflussen.
© Foto: L.- www.fotolia.com

Eine neue Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) zeigt, dass schwere Unfälle bei Reisebussen durch Fahrerassistenzsysteme viermal häufiger vermieden werden könne. Allerdings sollten dafür die EU-Richtlinien verbessert werden.


Datum:
10.08.2012
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Die UDV hat 213 Busunfälle untersucht, bei denen mindestens eine Person verletzt wurde und der wirtschaftliche Schaden mindestens 15.000 Euro betrug. Von den 213 Unfällen handelte es sich bei 101 Fällen um Unfälle mit anderen Fahrzeugen, 42 Kollisionen mit ungeschützten Verkehrsteilnehmern und 10 Alleinunfälle. Die nähere Betrachtung der Alleinunfälle brachte ein überraschendes Ergebnis: Im Durchschnitt wurden gerade hier am meisten Insassen pro Unfall verletzt, davon aber nur 12 Prozent schwer oder gar tödlich. Am tragischsten waren die Bus/Lkw-Unfälle: Bei diesen wurden 30 Prozent der Insassen schwer verletzt. Bei den Unfällen mit ungeschützten Verkehrsteilnehmern waren es "nur" sechs Prozent. 

"Der Crash bleibt aus"

Dabei zeigte die UDV-Studie, dass es in der Hälfte aller Unfälle gar nicht zum eigentlichen Crash kommt. Diese sogenannten Non-Crash-Events seien grundsätzlich durch Fahrmanöver zur Stande gekommen. Dazu zählten oft abruptes Bremsen oder Ausweichen. Bei den Linienbussen traten die Non-Crash-Events fast nur während der Fahrt auf (81 Prozent). Bei Reisebussen passierten solche Unglücke meist während dem Ein-und Aussteigen (64 Prozent). Das Überraschende: Das Risiko, eine schwere Verletzung zu erleiden, ist bei den Non-Crash-Events drei mal höher als bei "normalen" Unfällen. Der durchschnittlicher Schaden ist jedoch bei beiden Unfallarten gleich und liegt bei 60.000 Euro. 

EU-Richtlinien haben Verbesserungsbedarf

In der Studie hat die UDV auch das Nutzpotential der Fahrerassistenzsysteme berechnet. Hierzu haben die Experten erstmal zwischen Linienbussen und Reisebussen unterschieden. Die Ergebnisse hätten unterschiedlicher nicht sein können. Das Elektronische Stabilitäts-Programm (ESP) könnte demnach bei Reisebussen jeden neunten Unfall positiv beeinflussen, wogegen es bei den Stadtbussen nur jeder 125. wäre. 

Nach Berechnungen der Forscher wären die Notbremssysteme bei der Unfallprävention am effizientesten – jeder sechste Unfall könnte so vermieden oder abgeschwächt werden. Diese Aussage gelte allerdings nur, wenn das System auch stehende Fahrzeuge erkennen kann. Angesichts der EU-Richtlinie, nach welcher für alle neue Busmodelle ein Notbremsassistent vorgeschrieben ist, bemängelt die UDV, dass bis heute keine Einigkeit darüber herrscht, wie die technischen Anforderungen für diese Systeme ausfallen sollen. "Notbremssysteme müssen auch stehende Fahrzeuge erkennen können. 

"Bei Reisebussen würde ein solches System gegenüber einer einfachen Notbremse viermal häufiger Unfälle vermeiden oder in der Schwere vermindern", sagte Sigfried Brockmann, der Leiter der UDV. Im Idealfall, so das Gesamtergebnis der Studie, würden die untersuchten Fahrerassistenzsysteme 24 Prozent der Linienbusunfälle und 47 Prozent der Reisebusunfälle positiv beeinflussen. 
(ll)

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