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Verkehrssicherheit: So können Fahrer Wut abbauen

Todesursache Nummer eins im Straßenverkehr: nicht angepasste Geschwindigkeit und aggressives Verhalten
© Foto: G.Light-Fotolia.com

Das Wochenende naht und jeder möchte schnell nach Hause – aber die Straßen sind voll und die Fahrer genervt. Die Anzahl der Toten aufgrund von unangepasstem und aggressivem Fahrverhalten ist im Jahr 2011 laut TÜV SÜD überproportional angestiegen. Die Überwachungs-Experten geben Tipps zum Abbau von Aggressionen im Straßenverkehr.


Datum:
23.11.2012
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Ob geballte Fäuste, wutverzerrte Gesichter, Auffahren bis aufs Nummernschild, Lichthupe, Abdrängen, Ausbremsen oder rechts überholen – die Erscheinungsformen von Aggressionen im Straßenverkehr sind vielfältig und zum Teil sehr gefährlich. Gerade in Schönwetterphasen ist das Verkehrsaufkommen höher, die Verkehrsteilnehmer werden zuweilen leichtsinniger und mit so manchen gehen im wahrsten Sinne des Wortes "die Pferde durch".

Häufige Ursachen

TÜV SÜD-Verkehrssicherheitsexperten wiesen nochmals deutlich darauf hin, dass Unfall- und somit auch Todesursache Nummer eins im Straßenverkehr eine nicht angepasste Geschwindigkeit und aggressives Verhalten ist. Zudem sei bei solch einem Fahrer – auch wenn dieser unfallfrei bleibt – der Entzug des Führerscheins und die Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) nicht mehr weit. Die Überwachungsorganisation zeigt Ursachen für die Verhaltensmuster auf und erläutert, wie man sie durchbrechen kann.

"Wer über Emotionen im Straßenverkehr redet, berichtet nur selten von Glücksgefühlen – häufiger geht es um Aggression", weiß TÜV SÜD-Verkehrspsychologe Gerhard Laub. Über 50 Prozent der Fahrer geben an, Aggressionen oft oder sehr oft zu erleben (Quelle: IZVW). Vor allem Männer und Fahrer höherklassiger Fahrzeuge fielen in diesem Zusammenhang negativ im Straßenverkehr auf. Die Ursachen dafür lägen unter anderem im immer dichter werdenden Verkehr, der zunehmenden Leistung der Motoren, der Anonymität im Auto und an den mangelnden Kommunikationsmöglichkeiten mit anderen Verkehrsteilnehmern. Bei dichtem Verkehr erhöhen sich die aggressiven Verhaltensweisen bisweilen um das Vierfache, so Laub.

Nicht auf Kosten der Sicherheit

Wer unter Zeitnot stehe, werde schneller aggressiv. Im Auto habe man aber kaum die Möglichkeit, mit den anderen Verkehrsteilnehmern zu kommunizieren. Versuche mit der Lichthupe oder ein Gestikulieren würden häufig missverstanden. Wie aber kann man seine Wut im Auto abbauen? Verkehrspsychologe Laub gibt Tipps:

- Tief durchatmen: Möglichst in den Bauch atmen und langsam bis zehn zählen.

- Sich in die Lage des Gegenübers versetzen: Meist steckt hinter den Reaktionen keine Absicht und nur in den seltensten Fällen eine, die einen persönlich treffen soll. War es vielleicht nur Unwissenheit, Unbeholfenheit oder ein Versehen?

- Bewusst positive Gedanken suchen: Die Entspannung im letzten Urlaub, das Erfolgserlebnis im Sport oder Lob von Chef: Positive Erinnerungen lassen Wut und Ärger verblassen.

- Wichtigkeit der Situation überprüfen: Ist es wirklich so wichtig? Wie werde ich die Situation in einem Jahr beurteilen? Die meisten Situationen im Straßenverkehr sind gleich wieder vergessen – großer Ärger kostet nur Nerven und bringt selten was.

"Ein guter Autofahrer kommt zügig und gefahrlos auf der Straße voran. Ein sehr guter Autofahrer sorgt dafür, dass alle zügig und gefahrlos vorankommen", erklärt Laub. Falls es doch einmal zu Punkten in Flensburg gekommen sein sollte, helfen Aufbauseminare beim Punkteabbau, damit man nicht in Gefahr kommt, den Führerschein zu verlieren.

Die Fakten

- Die Zahl der Verkehrstoten war im Jahr 2011 zum ersten Mal seit rund 20 Jahren wieder angestiegen. 3.991 Menschen starben auf deutschen Straßen – das waren fast 11 Tote jeden Tag und ganze 9,4 Prozent mehr als im Jahr davor.

- Über 80 Prozent der Fahrer halten die Wahrscheinlichkeit, dass ein drängelnder Fahrer von der Polizei entdeckt wird, für gering oder sehr gering. (Quelle: IZVW Würzburg).

- Entsprechendes Fehlverhalten im Straßenverkehr hat der Gesetzgeber bereits vorbewertet, denn in § 315c des Strafgesetzbuches (StGB) ist geregelt, was droht, wenn ein Autofahrer "Leib und Leben eines anderen gefährdet" – bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe.

- Im Jahr 2010 wurden 174.558 Menschen wegen Straftaten im Straßenverkehr verurteilt. Davon waren über 85 Prozent Männer. (Quelle: Statistisches Bundesamt) (lk)

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