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ZKF-Betriebe: Erhebliche Renditeverschlechterung trotz höherer Umsätze

Die Rendite in der K&L Instandsetzung ist 2013 auf weniger als die Hälfte des Vorjahres gesunken. Der ZKF-Branchenreport prognostiziert bei den Ursachen, dass sich viele Betriebe bei der Schadenslenkung der Versicherer "deren Umsatzversprechen mit deutlichen Preiszugeständnissen erkauft" haben könnten, die sich zusätzlich mit erheblichen Teuerungen beim Personal kompensierten.
© Foto: Presse + PR Pfauntsch

Der vor kurzem in Heidelberg vorgestellte ZKF-Branchenbericht lieferte die Zahlen zur wirtschaftlichen Lage von K&L Betrieben sowie dem herstellenden Karosserie- und Fahrzeugbau. Demzufolge sinkt das operative Ergebnis in beiden Branchenzweigen deutlich – bei der K&L Reparatur von 14,3 auf 6,5 Prozent, also auf weniger als die Hälfte.


Datum:
09.06.2015
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Der aktuell in Heidelberg präsentierte ZKF-Branchenbericht liefert die harten Fakten aus dem vollständig ausgewerteten Jahr 2013: 4.300 Betriebe mit 40.000 Beschäftigten, davon 3.783 Auszubildende. Gesamtumsatz 6,5 Milliarden Euro.

Negativentwicklungen in beiden Geschäftsfeldern

Das operative Ergebnis 2013 hat sowohl im herstellenden Karosserie- und Fahrzeugbau, als auch bei Karosserie-Instandsetzung und Lackierung gegenüber dem Jahr davor deutliche Abriebe erlitten. In beiden Arbeitsfeldern lagen die Ergebnisse 2013 im Vergleich zum Jahr davor bei weniger als der Hälfte. Zugeständnisse bei den Preisen für Schadensteuerung und gleichzeitig steigende Personalkosten werden als Hauptgründe dieser deutlichen Negativentwicklung ausgemacht.

"Die am ZKF-Branchenbericht teilnehmenden Betriebe wurden 2014 erstmals online zu den Betriebsergebnissen 2013 befragt", erklärt ZKF-Hauptgeschäftsführer Dr. Klaus Weichtmann. "Demnach fällt das operative Ergebnis (EBITDA) im herstellenden Karosserie- und Fahrzeugbau mit 2,1 Prozent geringer aus als im Vorjahr, trotz steigender Umsätze. Auch Karosserie- und Lackierbetrieben erzielten im Jahr 2013 mit 6,5 Prozent ein schlechteres operatives Ergebnis, obwohl die Betriebsleistung pro produktiven Beschäftigtem leicht gestiegen ist."

EBIDTA sinkt bei Aufbauherstellern auf weniger als ein Drittel

Die Gründe für den Rückgang liegen dem Vernehmen nach im herstellenden Karosserie- und Fahrzeugbau vor allem bei der Steigerung der Personalkosten. Im Report heißt es dazu: "Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ging 2013 von 6,8 Prozent auf 2,1 Prozent zurück. Als ‚Kostentreiber‘ für die Unternehmen wirkten insbesondere die Ausgaben für Personal. Sie sind gegenüber dem Vorjahr um 2,8 Prozentpunkte gestiegen."

Für ZKF-Präsident Peter Börner ist klar, dass sich "die hohe Qualität in den Betrieben nur durch gute Fachkräfte erreichen lässt, die entsprechend entlohnt werden wollen". Er betrachtet die Situation mit Sorge. Das Ergebnis wurde vor allem durch den Posten "sonstiger Aufwand" gedrückt. Hierunter werden Abgaben, Mieten, Energiepreise und sonstige Aufwendungen der Unternehmen subsummiert. Diese Kennzahlen stiegen gegenüber dem Vorjahr um 1,6 Prozentpunkte auf 12,6 Prozent. Hingegen blieb der Anteil des Materialeinsatzes an der Betriebsleistung mit 55,3 Prozent annähernd konstant.

Fast 8 Prozent Rückgang im operativen Ergebnis bei K&L-Reparatur

Unbefriedigend ist die wirtschaftliche Lage laut ZKF-Branchenbericht bei Karosserie-Instandsetzung und Lackierung. "Das operative Ergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr von 14,3 Prozent auf 6,5 Prozent deutlich reduziert", stellt der ZKF-Präsident Peter Börner klar und fügt hinzu: "Obwohl der durchschnittliche Umsatz im Handwerk um rund sieben Prozentpunkte gestiegen ist."

"Eine Ursache hierfür dürfte in der zunehmenden Schadenslenkung durch die Versicherer liegen: Deren Umsatzversprechen haben sich viele Betriebe mit deutlichen Preiszugeständnissen erkauft – verbunden mit einer geringeren Rendite", nennt der Report einen Grund. Darüber hinaus wurde das Ergebnis insbesondere durch den deutlich gestiegenen Anteil der Personalkosten um 7 Prozentpunkte belastet. "Dieser Trend wird in den kommenden Jahren anhalten. Denn der reparierende Karosseriebau ist besonders personalintensiv und gute Fachkräfte haben ihren Preis."

Auch der "sonstige Aufwand" steigt laut ZKF-Branchenbericht weiter. Peter Börner: "Dieser Bereich macht inzwischen ein Fünftel des operativen Ergebnisses aus. Der Anstieg um 2,3 Prozent zum Vorjahr resultiert aus Mehrkosten bei Abgaben, Mieten und sonstigen Aufwendungen." Als einzigen Lichtblick sieht der Zentralverband den Anteil der Ausgaben für Material. Er verringerte sich leicht um 1,5 Prozentpunkte auf 35,5 Prozent des Umsatzes.

Durchschnittliche Stundenverrechnungssätze (SVS) im Überblick

Der ZKF-Branchenbericht ermittelte für das Jahr 2013 im Bundesgebiet folgende Durch-schnittssätze (ohne gesetzliche Mehrwertsteuer):

Herstellender Karosserie- und Fahrzeugbau:
Karosserie-Reparatur: 73,70 Euro
Lackierung: 82,60 Euro

Karosserie-Instandsetzung und Lackierung:
Karosseriereparatur: 88,80 Euro
Lackierung (ohne Material): 94,00 Euro

Unbenommen dieser Durchschnittswerte existieren bundesweit zwischen den SVS erhebliche regionale Schwankungen: In westdeutschen Großstädten liegen die SVS deutlich höher als in den Großstädten der ostdeutschen Bundesländer. Zudem muss ein teilweise deutliches Stadt-Land-Gefälle berücksichtigt werden.   (wkp)

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