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Zukunftsvisionen: "Verkehrsunfälle gehören ins Museum"

Auf dem Technischen Kongress des VDA in Hannover wurden die aktuellen Entwicklungen vorgestellt sowie die deutschen Visionen der Zukunft zur automobilen Mobilität dargestellt.
© Foto: VDA e. V.

Auf dem Technischen Kongress des VDA in Hannover trafen sich wichtigsten Fachleute der deutschen Automobilindustrie. Hier wurde der aktuelle Stand der Technik vorgestellt und auf dessen Grundlage die zukünftige Entwicklung in dieser Branche skizziert.


Datum:
02.04.2014
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Die Zukunft der Fahrzeugindustrie steckt voller Herausforderungen, aber auch Chancen. Durch den gezielten Einsatz von Infotainment und Assistenzsystemen können neue Angebote und Unterstützungsmöglichkeiten für die Kunden realisiert werden. "Die deutsche Automobilindustrie ist dabei, Sicherheit im Straßenverkehr völlig neu zu definieren. Die Zukunft liegt in der Vernetzung der Fahrzeuge untereinander, mit der Infrastruktur und dem Internet. Autos kommunizieren über Mobilfunk oder W-LAN miteinander", erklärte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA). "Wir werden in Echtzeit vor Unfällen gewarnt, können Staus umfahren, Reisezeiten verkürzen und so Umweltressourcen sparen. Unser Ziel ist der unfallfreie Straßenverkehr", fuhr er zum Auftakt des 16. Technischen Kongresses auf dem Messegelände Hannover in der vergangenen Woche fort. "Unsere Unternehmen entwickeln die sichersten und zugleich die effizientesten Fahrzeuge. Dieser Erfolg basiert auf der ungebrochenen Innovationsbereitschaft unserer Hersteller und Zulieferer", fügte Wissmann hinzu.

Der Technische Kongress des VDA ist mit über 500 Teilnehmern das größte und bedeutendste Technologie-Symposium der Automobilindustrie in Europa. Hochrangige Vertreter von Herstellern, Zulieferern, Wissenschaft und Politik diskutierten am 20. und 21. März 2014 über Fahrzeugsicherheit und Elektronik sowie über Umwelt, Energie und Elektromobilität.

Ungebrochene Investitionsbereitschaft

Über 27 Milliarden Euro pro Jahr investiere die deutsche Automobilindustrie weltweit in ihre Innovationen, so Wissmann. Alleine 17,4 Milliarden Euro davon entfielen auf den Standort Deutschland. Der VDA-Präsident betonte: "Seit 2009 hat die deutsche Automobilindustrie ihre F&E-Aufwendungen jedes Jahr alleine im Inland um rund eine Milliarde Euro erhöht. Sie leistet damit rund ein Drittel der gesamten industriellen Forschungsinvestitionen in unserem Land. Diese Investitionen zahlen sich aus – die Automobilindustrie ist die innovativste Branche. Das zeigt sich besonders im Bereich der Effizienzsteigerung", führte der VDA-Präsident aus.

Bei der Elektromobilität sei davon auszugehen, dass 2014 fünfstellige Zulassungszahlen in Deutschland erreicht werden können, so Wissmann. "Bis Ende 2014 bringen die deutschen Hersteller 16 Serienmodelle mit Elektroantrieb auf den Markt. Nun kommt es darauf an, dass diese Antriebsart gerade auch im Firmenwagensegment Fahrt aufnimmt. Elektrofahrzeuge müssen noch attraktiver werden. Darum hat die Nationale Plattform Elektromobilität vorgeschlagen, Unternehmen, die Elektrofahrzeuge als Firmenwagen anschaffen, eine Sonderabschreibung zu ermöglichen. Wenn diese gewerblichen Fahrzeuge erst einmal auf der Straße sind, wird auch die private Nachfrage schnell steigen", erklärte Wissmann.

Deutsche Automobilindustrie an der Spitze

Deutschland sei das einzige große traditionelle Automobilland, das in den vergangenen zehn Jahren seine Produktion am eigenen Standort noch steigern konnte – auf 5,4 Millionen Pkw im Jahr 2013. Darüber hinaus im gleichen Zeitraum die Auslandsproduktion kräftig zugelegt. Der VDA-Präsident forderte die europäische Politik auf, den Standort Europa zu sichern. "Deutschland erwirtschaftet rund 30 Prozent der industriellen Bruttowertschöpfung der EU – mehr als Großbritannien, Frankreich und Spanien zusammen. In allen großen westeuropäischen Volkswirtschaften außer Deutschland ist der industrielle Bruttowertschöpfungsanteil von 2002 bis 2012 gesunken. Die Energiekosten sind hingegen innerhalb von vier Jahren um 21 Prozent gestiegen. Es ist höchste Zeit, zu handeln, um Europas Industrie als Garant für Wohlstand, Wachstum und Arbeitsplätze zu schützen", sagte Wissmann.

Ein Schwerpunkt der Keynote von Prof. Dr. Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen Aktiengesellschaft, war die Verschmelzung von Automobil und digitaler Welt: "Die Digitalisierung wird revolutionäre Folgen für das Automobil und für unsere Branche als Ganzes haben. Die Menschen erwarten, dass ihr Auto genauso vernetzt ist wie das Smartphone, dass also beide Welten miteinander verschmelzen. Der Automobilstandort Deutschland muss auch bei dieser Zukunftstechnologie eine Führungsrolle übernehmen: Das perfekte Auto ist effizient, emotional und voll vernetzt."

Degenhart "polarisierte"

Dr. Elmar Degenhart, Vorstandsvorsitzender der Continental AG, stellte in seinem Vortrag das Thema Sicherheit in den Mittelpunkt und polarisierte die Automobilexperten mit seinem Vortrag: "Verkehrsunfälle gehören ins Museum. Das ist keine Utopie mehr. Denn das Auto der Zukunft wird durch einen Schutzmantel aus Fahrzeugdaten und Informationen anderer Verkehrsteilnehmer immer besser Unfälle vermeiden können", so Degenhart .

Zusammenfassend ist festzustellen, dass ein Großteil der Entwicklungen der weltweiten Fahrzeugindustrie seinen Ursprung in Deutschland hat. Dabei ragen besonders die Aktivitäten in Sachen Sicherheit und Unfallprävention heraus. Erklärtes Ziel des VDA und seiner Mitglieder ist es, mittelfristig die Anzahl der Verkehrsunfälle weiter signifikant zu verringern. Dabei wird besonders Augenmerk auf die Senkung der Verletzten wie auch Getöteten im Straßenverkehr gelegt. So wird offensiv an der anspruchsvollen Vision der UN mitgewirkt, dass in Europa im Jahr 2020 die Zahl der Verkehrstoten gegen Null gehen soll.    (he)

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