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14.08.2009

Schadenmanagement

Scharfe Kritik an Prüfdienstleister

Schadenmanagement
Scharfe Kritik an Prüfdienstleister
Klaus Menton
© Foto: Privat

Klaus Menton, Autohaus-Inhaber und früherer Sprecher des Aftersales-Ausschusses des BMW Händlerverbandes, mahnt die oftmals unkorrekte Rechnungsprüfung durch Dienstleister der Versicherungsbranche an. Häufig seien etwa falsche Ersatzteilpreise zu verzeichnen.

Falsche beziehungsweise veraltete Ersatzteilpreise sowie mitunter unberechtigte Kürzungen sind gemäß Klaus Menton, BMW Händler und früherer Sprecher des Aftersales-Ausschusses des BMW Händlerverbandes, leider oftmals in den Abrechnungen eines namhaften Prüfdienstleisters zu finden. Verschiedene Fallbeispiele zur Glasschadenabrechnungen, die der Redaktion vorliegen, belegen Kürzungen zu praktisch allen Ersatzteil-Positionen im Cent- oder einstelligen Euro-Bereich. "Und das, obwohl alle Preise genau der UPE der BMW AG entsprechen. Es ist offensichtlich, dass hierbei veraltete oder falsche Ersatzteilpreislisten zum Abgleich verwendet werden", erklärte Klaus Menton gegenüber AUTOHAUS Schaden§manager. "Falsche UPE-Preise weiterhin ein Thema" Bereits in seiner Funktion als Sprecher des Aftersales-Ausschusses des BMW Händlerverbandes habe Menton vor einiger Zeit zu dieser Thematik ein Zusammentreffen zwischen BMW und dem Dienstleister arrangiert, in dessen Ergebnis die regelmäßige Bereitstellung der aktuellen Preisdateien durch den Hersteller vereinbart wurde. "Dennoch sind die falschen Preise immer noch ein heißes Thema in der Handelsorganisation", fügt Menton an und ergänzt: "Das Tragische an diesen Kürzungen ist, dass der Großteil der Händler diese abgezogenen Beträge stillschweigend ausbucht, weil sich der Aufwand für eine Reklamation nicht rechnet. Dabei entsteht aber bei den auftraggebenden Versicherungen der falsche Eindruck, dass sie durch den Prüfdienstleister auf korrekte Art und Weise Geld einsparen würden. Vielmehr sind aber die Korrekturen durch den Dienstleister selbst falsch." "Autohäuser scheuen aufwändige Reklamationen" Ähnlich verhalte es sich mit weiteren Kürzungen der Rechnungen. Beispielsweise die Feinstaubplakette werde vielfach aus dem Glasschaden herausgenommen, obwohl diese untrennbar mit der alten Scheibe verbunden ist und von vielen Versicherungen inzwischen auch anstandslos übernommen würde. "Ebenso werden Arbeitspositionen pauschal gestrichen, die zwar nicht regelmäßig nötig sind, aber im konkreten Einzelfall für eine korrekte, fachgerechte Reparatur erforderlich waren. Auch hierbei scheuen die Autohäuser den Aufwand, wegen unberechtigter Kürzungen in Höhe von beispielsweise 60 Euro eine aufwändige Reklamation durchzufechten", so Menton. Um für beide Seiten korrekte Abrechnungen für den Glasbereich sicherzustellen, empfiehlt Klaus Menton den Versicherungen, sich möglichst kurzfristig der BMW Glaser-Story anzuschließen, die bereits von 13 namhaften Assekuranzen zur "allseitigen Zufriedenheit eingesetzt wird". (am)