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Skoda Deutschland: Glimpflich davongekommen

Skoda Deutschland
Glimpflich davongekommen
Frank Jürgens Škoda Deutschland
Skoda -Deutschland-Chef Frank Jürgens
© Foto: Škoda Auto Deutschland GmbH
Zum Themenspecial Elektromobilität

In einem schrumpfenden Gesamtmarkt konnte Skoda 2020 dank seiner Corona-Maßnahmen die Verluste begrenzen und dadurch Marktanteile dazugewinnen. Nun plant der Importeur eine Elektro-Offensive – und die Neuauflage der Corona-Strategie aus dem Frühjahr.

von Online-Redakteur Armin Wutzer

Skoda Deutschland ist im Corona-Jahr 2020 mit einem blauen Auge davongekommen. Auf der alljährlichen, in diesem Jahr erstmals per Livestream übertragenen Pressekonferenz zum Jahresabschluss zeigte sich Geschäftsführer Frank Jürgens beim Stand von 162.035 Neuzulassungen bis Ende November sogar überaus zufrieden mit der diesjährigen Performance. Es sei "gelungen, dieses Jahr mit einem starken Ergebnis zu beschließen", so Jürgens. Bis Jahresende will der Importeur auf rund 180.000 Neuzulassungen kommen.

Angesichts von rund 208.000 Neuzulassungen im Vorjahr hätte in normalen Jahren deswegen wohl der ein oder andere seinen Hut nehmen müssen. Vor dem Hintergrund der Krise ist der Rückgang um 16,4 Prozent (Stand November) aber durchaus ein Beleg für ein erfolgreiches Jahr. Denn der Gesamtmarkt schrumpfte im selben Zeitraum im Durchschnitt um fast 22 Prozent. Dadurch konnte Skoda seinen Marktanteil bis Ende November um 0,4 Punkte auf nunmehr 6,2 Prozent ausbauen. Damit schob sich die tschechische Marke in der Zulassungsrangliste erstmals vor Opel auf Platz sechs und ist wie schon in den Vorjahren einmal mehr der erfolgreichste Importeur auf dem deutschen Markt. Mit 176.180 Einheiten bis Ende November scheint sogar Ford in Schlagweite zu rücken.

Auch auf den wichtigsten Teilmärkten konnte Skoda zulegen: So wuchs der Marktanteil im Privatmarkt um 0,8 Prozent auf 6,2 Prozent und im Small Commercial-Markt auf 8,0 Prozent (plus 1,0 Prozent). Im Flottenmarkt kletterte der Marktanteil sogar auf nunmehr 8,7 Prozent (plus 1,3 Prozent). Diese Zahlen dürften auch im Handel gut ankommen. Schließlich belegen sie, dass der wachsende Marktanteil nicht mit Hilfe von Eigenzulassungen und Geschäften mit Autovermietern zustande kam. "Wir wollen keine Marktanteile um jeden Preis, sondern setzen konsequent auf gesundes Wachstum", erklärte Jürgens. Die durchschnittliche Händlerrendite bleibt auch deshalb mit voraussichtlich 1,6 Prozent nur knapp unter dem Wert von 1,7 Prozent aus dem Vorjahr.

Lockdown-Strategie aus dem Frühjahr wird neu aufgelegt

Dass Skoda weniger Geschäft abgeben musste als der Gesamtmarkt führte Jürgens einerseits auf die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem Handel zurück. Diesem hatte der Importeur schnell liquiditätssichernde Maßnahmen wie befristete Krediterhöhungen und schnellere Prämienzahlungen sowie andererseits organisatorische Erleichterungen wie die Aussetzung von Audits, Schulungen und Mystery Tests gewährt. Andererseits habe man als einer der ersten ein Restart-Programm aufgelegt und dadurch schnell viele Kunden gewinnen können. "Der Handel hat unter schwierigsten Bedingungen in der Pandemie einen großartigen Job geleistet", lobte Jürgens.

Für den ab 16. Dezember gültigen Lockdown soll es nun die gleiche Vorgehensweise wie beim ersten geben: Skoda wolle "partnerschaftlich mit dem Handel entscheiden" und die Ziele gegebenenfalls nach und nach anpassen. Für konkrete Aussagen zu einer Reduzierung gebe es derzeit noch zu viele offene Fragen, befand der Skoda Deutschland Chef. Viel hänge beispielsweise davon ab, ob die Zulassungsstellen geöffnet bleiben, so Jürgens.

Solide Zulassungszahlen bei fast allen Modellen

Modellseitig leistete in diesem Jahr der neue Skoda Octavia den mit Abstand wichtigsten Beitrag zum im Vergleich guten Ergebnis im Krisenjahr. Insgesamt 46.895 Einheiten konnte Skoda davon bis Ende November absetzen. Damit schaffte er es als erster Skoda überhaupt auf Platz sechs der KBA-Liste der meist verkauften Modelle. Hinter dem Octavia folgen mit deutlichem Abstand die SUV Karoq und Kodiaq mit 21.580 bzw. 20.473 Fahrzeugen. In einem ähnlichen Bereich lagen auch die Modelle Fabia (19.638), Kamiq (18.610) und Superb (17.835). Einzig der Scala (12.693) und der Citigo (4.248) fallen deutlich ab. Bei letzterem ist auch keinerlei Besserung mehr in Sicht: Der im Sommer verhängte Bestellstopp für das E-Auto wird nicht mehr aufgehoben. Das Werk in Bratislava arbeitet lediglich bis Mai noch die bestehende Auftragsliste ab und stellt die Produktion dann endgültig ein.

Die E-Mobilität sollen künftig andere Modelle vorantreiben – etwa die Plug-In-Hybride Superb iV und Octavia iV oder der reine Elektro-SUV Enyaq iV. Dieser soll Im Frühjahr an den Start gehen. Vor allem auf den Enyaq setzt Skoda Deutschland große Erwartungen, nachdem der Importeur nach der erstmaligen Vorstellung binnen kürzester Zeit 2.000 Bestellungen verzeichnete. "Unsere Hotlines wurden gestürmt", so Jürgens. Insgesamt will Skoda im kommenden Jahr die Zahl der verkauften iV Modelle von 10.000 (2020) auf 30.000 Fahrzeuge verdreifachen (Plug-In-Hybride und reine Elektroautos). Für das kommende Jahr kündigte Jürgens zudem den neuen Fabia an. Ob es diesen auch als Kombi geben wird stehe aber derzeit noch nicht fest. Auch ob es eine Coupé-Version des Enyaq geben wird, wollte Jürgens nicht verraten.

Klar ist aber: Skoda will 2021, zu seinem 30-jährigen Jubiläum auf dem deutschen Markt weiter wachsen. Allerdings nicht um jeden Preis – im Vordergrund stehe auch weiterhin die Rentabilität.

 


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