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VdTÜV Mängelstatistik: Vier von fünf Nutzfahrzeugen bestehen HU auf Anhieb

VdTÜV Mängelstatistik
Vier von fünf Nutzfahrzeugen bestehen HU auf Anhieb
Prüfung bestanden, alle zufrieden (v.l.): Hartmut Abeln, Geschäftsführer TÜV NORD Mobilität, mit Hartmut Zipser, Leiter GW der Daimler AG Werksniederlassung Hannover/Hildesheim, Bauunternehmer Burkhard Kattke, Geert Dannhauser, Chef der TN-Prüfstation Hildesheim und Herbert Tenbrock, Leiter Marketing TÜV NORD Mobilität.
© Foto: Walter K. Pfauntsch

Fast 80 Prozent aller Nutzfahrzeuge bestehen die Hauptuntersuchung auf Anhieb, rund 25 Prozent fallen beim TÜV wegen sicherheitsrelevanten Mängeln auf. Das geht aus dem "TÜV Report Nutzfahrzeuge" hervor, der vom Verband der TÜV e.V. (VdTÜV) veröffentlicht wurde.

Rund 2,5 Mio. Transporter, Kleintransporter, leichte und schwere Lkw sind in Deutschland zugelassen. Für den Report wurden etwa 1,2 Mio. Hauptuntersuchungen aus den Jahren 2014 und 2013 ausgewertet.

Kleintransporter sind die Sorgenkinder
So unterschiedlich das Nutzungsprofil und das Gewicht der Fahrzeuge sind, so unterschiedlich sind auch die Mängelquoten bei den einzelnen Fahrzeugkategorien. Besonders mängelanfällig sind Kleintransporter bis 3,5 Tonnen (26 Prozent erhebliche Mängel) und Nutzfahrzeuge in der Gewichtsklasse 7,5 bis 18 Tonnen (26,9 Prozent erhebliche Mängel). Schwere Lkw ab 18 Tonnen schneiden mit 21,8 Prozent erheblicher Mängel am besten ab. Die Quote erheblicher Mängel aller Nutzfahrzeuge beträgt durchschnittlich 25,3 Prozent.

Schwachpunkt Beleuchtung
Die meisten Mängel stellten die TÜV-Experten über alle Gewichtsklassen an der Beleuchtung fest, wobei die Rücklichter besonders betroffen sind: Bereits 4,3 Prozent aller Nutzfahrzeuge haben nach einem Jahr sicherheitsrelevante Mängel an der hinteren Beleuchtungseinrichtung. Nach fünf Jahren sind es hier bereits 12,5 Prozent und 4,9 Prozent an den vorderen Scheinwerfern. Auffällig sind auch Probleme durch Ölverlust an Antrieb und Motor sowie Defekte an den Bremsanlagen. Kein Thema ist mittlerweile die Korrosion an tragenden Bauteilen: Auch nach fünf Jahren liegt der Anteil gefährlicher "Rostlauben" bei kaum messbaren 0,1 Prozent.

Grundsätzlich gilt: Je älter ein Fahrzeug, desto höher die Gefahr, dass sicherheitsrelevante Mängel auftreten. "Deshalb trägt eine intensive Wartung von Anfang an nicht nur zu einer längeren Lebensdauer bei, sondern leistet auch einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit", erläutert Dr. Klaus Brüggemann, Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des Verbandes der TÜV.

Sparsamkeit zu Lasten der Sicherheit
In der Gewichtsklasse der Transporter bis 7,5 Tonnen zeigen sich besonders bei den älteren Fahrzeugen Sicherheitsmängel. Bei den Kleintransportern unter 3,5 Tonnen steigt die durchschnittliche Quote erheblicher Mängel von 10,0 Prozent nach zwei Jahren auf 36,1 Prozent nach zehn Jahren – bei einzelnen Modellen erreicht sie Werte über 40 Prozent. Auch an Transportern zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen steigt die Quote erheblicher Mängel stark an: Nach fünf Jahren beträgt sie hier bereits 25,5 Prozent. Der VdTÜV führt dies auf eine schlechte Wartung und das spezifische Nutzerverhalten bei leichten Nutzfahrzeugen zurück. Häufig würden sie im Dauereinsatz so lange an der Auslegungsgrenze gefahren, bis Mängel deutlich zutage treten. Eine präventive Wartung finde dadurch nicht statt. Diese falsch verstandene Sparsamkeit gehe am Ende zu Lasten der Sicherheit.

Viele Musterknaben bei den Brummis über 18 Tonnen
Wie sich ein vorausschauendes Sicherheitskonzept und eine hohe Prüfdichte positiv bei der HU bemerkbar macht, zeige sich bei den Lkw in den hohen Gewichtsklassen. Nutzfahrzeuge über 18 Tonnen erreichen eine durchschnittliche Quote erheblicher Mängel von 21,8 Prozent, wobei gleichzeitig die jährliche Laufleistung bei ihnen laut Report am höchsten ist. Hier macht sich bei den HU-Ergebnissen eine völlig andere Sicherheitsphilosophie bemerkbar. Schwere Lkw, die im Güterverkehr häufig just in time eingetaktet sind, müssen in einem Top-Zustand sein. Bleiben sie wegen technischer Probleme liegen, würde das enorme finanzielle Schäden verursachen. Für die Flottenbetreiber stehe daher die präventive Wartung im Vordergrund. Darüber hinaus sei bei den schweren Nutzfahrzeugen auch die Prüfdichte am höchsten: Ab einem Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen müssen Nutzfahrzeuge jährlich eine Hauptuntersuchung absolvieren und ab 12 Tonnen zusätzlich alle sechs Monate eine Sicherheitsprüfung. Das zahle sich am Ende auch bei der Verkehrssicherheit aus.  (wkp)


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