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09.01.2009

Verkehrsrecht

Falsche Bereifung auch ein rechtliches Risiko

Verkehrsrecht
Falsche Bereifung auch ein rechtliches Risiko
Wer mit an die Witterung unangepasster Bereifung unterwegs ist, riskiert möglicherweise eine Mitschuld bei einem Unfall.
© Foto: Continental

Die aktuelle Rechtslage schreibt keine Winterreifen vor – selbst bei einem nicht verschuldeten Unfall kann man unter Umständen trotzdem zur Kasse gebeten werden.

Im mittlerweile zweiten Winter wird die Änderung der Straßenverkehrsordnung (StVO) immer wieder als generelle Winterreifenpflicht missverstanden. Die StVO regelt, dass man sein Fahrzeug für die jeweiligen Straßenverhältnisse richtig ausrüsten muss – wer den Verkehr behindert oder gar einen Unfall verursacht, muss mit einem Punkt in Flensburg und einem Bußgeld von 40 Euro rechnen. Bei Schnee und Eis gelten nur Reifen mit dem Eiskristall auf der Flanke als die richtige Bereifung. Doch wie verhalten sich Versicherungen, wenn bei Schnee und Eis ein Schaden von einem Auto mit Sommerreifen verursacht wird? Die Kfz-Haftpflichtversicherung wird auf jeden Fall für den Schaden eines Unfallgegners aufkommen. Wer seine Vollkaskoversicherung in Anspruch nehmen will, wird auch im Falle einer "groben Fahrlässigkeit" zumindest eine Teilleistung seiner Versicherung erhalten – seit Januar 2009 ist dies gesetzlich geregelt. Es lohnt sich also, einen Blick in die Versicherungsbedingungen zu werfen. Denn manche Versicherungen verzichten grundsätzlich auf den Einwand. Mithaftung auch bei Nichtverschulden möglich Wer durch einen anderen Autofahrer geschädigt wird, muss aber damit rechnen, zur Mithaftung herangezogen zu werden, wenn sein Fahrzeug nur mit Sommerreifen ausgestattet ist. So verurteilte das Amtsgericht Trier einen Autofahrer zu einer Mithaftung von immerhin 20 Prozent. Ihm war auf stark verschneiter Straße die Vorfahrt genommen worden, und er geriet beim Bremsen ins Schleudern. Die Amtsrichter führten das auf seine Sommerreifen zurück. (tl)