250px 61px
Nachrichten
Nachrichten

VKB-Hagelbilanz: "Schwerstes Unwetterereignis seit drei Jahrzehnten"

VKB-Hagelbilanz
"Schwerstes Unwetterereignis seit drei Jahrzehnten"
Rechnet mit rund 37.000 Schäden und 80 Millionen Euro Kosten aus dem Pfingstmontagshagel, der über die Regionen Ammersee und Starnberger See die westlich von München gelegenen Landkreise und auch noch Teile des Münchner Stadtgebietes traf: VKB-Konzernschadenleiter Christian Krams.
© Foto: Versicherungskammer Bayern

Nach und nach kommen die harten Zahlen auf den Tisch: Rund 80 Millionen Euro wird alleine der Versicherungskammer Bayern der Pfingstmontagshagel kosten. Das sind gut zehn Millionen Euro mehr als beim Orkan Kyrill vor 12 Jahren – bei damals mehr als doppelt so vielen, aber dafür kleineren Schäden.

Vier Wochen nach dem Hagelunwetter von Pfingstmontag vor vier Wochen präsentierte gestern der Konzern Versicherungskammer Bayern (VKB) die ernüchternden Schadenzahlen.

Demzufolge rechnet die VKB derzeit mit bis zu 37.000 Schadenmeldungen, die am 10. Juni diesen Jahres in rund zwei Nachmittagsstunden ausgelöst wurden (wir berichteten mehrfach aktuell). Der Gesamtschadenaufwand werde aller Voraussicht nach bei rund 80 Mio. Euro liegen. "Damit war das Tief Jörn für uns eines der größten und schwerwiegendsten Unwetterereignisse der vergangenen 30 Jahre bzw. seit unserer Privatisierung im Jahr 1995", so Christian Krams, Leiter Konzern Schaden beim größten öffentlichen Versicherer mit Sitz in München.

Als 78.000 Schäden "billiger" waren als heute 37.000

Wie extrem die Hagelschäden und die von ihnen verursachten, hohe Kosten tatsächlich waren, zeigte die VKB im direkten Vergleich zum Orkan Kyrill im Jahr 2007: "Im Geschäftsgebiet Bayern und Pfalz kam es damals zu rund 78.000, überwiegend aber kleineren Schäden. Dafür wurden seinerzeit 70 Mio. Euro an Versicherungsleistungen ausgezahlt."

Sehr hohe Anzahl an Kfz-Totalschäden

Von der Vehemenz der Schäden zeigen sich auch die eingeschalteten Sachverständigen der Versicherungskammer überrascht. "Die Schadenbilder zeigen teils extreme Hagelschäden an Gebäuden und Autos, die den Schadenaufwand nach oben treiben", so Krams. So sei auch eine ungewöhnlich große Anzahl von Totalschäden an Fahrzeugen festzustellen, u.a. verursacht durch eingeschlagene Heck- und Frontscheiben, die häufig Einbauten für intelligente Fahrerassistenzsysteme enthalten.

EnEV-Vorschriften treiben die Kosten

Im Gebäudebereich sorgen die heute eingesetzten hochwertigeren Baustoffe (z.B. Wärmedämmungen, Photovoltaik und Schallschutz) sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) für eine teilweise schwierige Gesamtschadeneinschätzung. Beispielsweise darf eine Fassade unter bestimmten Umständen nicht mehr in alter Art und Güte erneuert werden, sondern muss nach den Vorschriften der EnEV wiederhergestellt werden. Krams: "Dadurch können die Wiederherstellungskosten im Einzelfall stark steigen."

In der Landwirtschaft sind die Schäden bereits vollständig erfasst: In Summe wurden 730 gemeldet, die Zahlungen an Versicherungsnehmer in Höhe von ca. 5 Mio. Euro nach sich ziehen.

Verzögerungen wegen der Masse unausweichlich

Ein großer Teil der Schäden wurde online dem Konzern Versicherungskammer gemeldet. Angesichts der Vielzahl an Eingaben bittet Krams die Versicherten aber um Verständnis, dass es zu Verzögerungen in der Bearbeitung kommen kann. Dennoch ist er überzeugt: "Trotz der herausfordernden Situation können wir unser Versprechen als Serviceversicherer gut gegenüber unseren Kunden und Vertriebspartnern einhalten und sind für die vielen betroffenen Kunden da."   (wkp)