250px 61px
Nachrichten
Nachrichten

Produktion: VW fährt mit MQB-Strategie in die Zukunft

Produktion
VW fährt mit MQB-Strategie in die Zukunft
Hackenberg: "MQB setzt Leitplanken für alle Unternehmensbereiche und Marken."
© Foto: VW

Für Entwicklungschef Hackenberg ist der "Modulare Querbaukasten" ein Meilenstein auf dem Weg an die Weltspitze. Von 2012 an sollen mindestens 43 Konzern-Modelle mit den gleichen Modulen gebaut werden.

Mit einer neuen Produktionstechnologie will Volkswagen die Herausforderungen der Zukunft bestehen und auf dem Weg an die Weltspitze vorankommen. Vom nächsten Jahr an soll konzernweit der "Modulare Querbaukasten" – kurz MQB – eingeführt werden. "Es ist mehr als eine neue Fahrzeug-Technologie, es ist ein strategisches Instrument der Unternehmensführung und setzt Leitplanken für alle Unternehmensbereiche und nutzenden Marken", sagt VW-Entwicklungschef Ulrich Hackenberg in einem Gespräch mit der dpa in Wolfsburg.

Mindestens 43 Modelle von Volkswagen, Audi, Skoda und Seat sollen mit den neuen gleichen Modulen gebaut werden: Boden, Achsen, Lenkung, Sitzgestelle und die Motor-Getriebe-Einheit. Der MQB steht allen Konzernmarken zur Verfügung, er kann flexibel auf Erfordernisse der Nutzer angepasst werden und eignet sich für alle Antriebsarten – für Verbrennungsmotoren ebenso wie für Erdgas- und Elektroantrieb oder Kombinationen daraus. Immer aber sitzt der Motor quer unter der Haube.

Von Gleichmacherei will Hackenberg jedoch nichts wissen. "Die Kreativität der Entwickler und Designer bei den Konzernmarken wird nicht beeinträchtigt. Sie ist im Gegenteil mehr denn je gefragt", sagt Hackenberg. Der Baukasten gebe nur eine "technische Leitplanke" vor. "Das eigene Gesicht und der Charakter einer Marke hat mit dem Baukasten nichts zu tun". Der so genannte "Hut" – die äußere Hülle eines Autos und die spezifische Anpassung der Bauteile – bleibe in absoluter Entscheidungsfreiheit der Marken. So erlaube der Baukasten eine hohe Flexibilität bei Länge, Breite und Höhe bis hin zum Durchmesser der Räder und könne alle bekannten Modelltypen von der Limousine übers Cabrio bis hin zum Geländewagen abbilden.

Als erstes Auto soll im nächsten Jahr der Audi A3 mit dem MQB gebaut werden, kurz danach der Golf. Bei Entwicklung, Beschaffung und Fertigung will VW mit dem Baukasten mindestens 30 Prozent sparen. Die Lohnkosten könnten im gleichen Umfang sinken, weil Produktionszeiten kürzer werden. "Das dient dem Erhalt von wettbewerbsfähigen Arbeitsplätzen in Deutschland", so Hackenberg. Der Autobau werde flexibler und neue Modelle könnten schneller verwirklicht werden. Auch die Werke würden derzeit an die neuen Erfordernisse angepasst – und zwar weltweit alle nach dem gleichen Muster.

Flexible Fabriken – Neue Nischen

"Man kann die Fabriken künftig als Drehscheibe nutzen", erläutert der VW-Entwicklungschef. Anders als früher, als die Fabriken speziell für die Fertigung einzelner Modelle eingerichtet wurden, seien sie künftig so aufgestellt, dass man kurzfristig auch wechseln oder andere Varianten dort bauen könne. Den "spektakulärsten Nutzen" habe der Baukasten bei Autos, "die man sonst wegen zu kleiner Stückzahlen gar nicht hätte machen können", sagt Hackenberg. Auf diese Weise könnten auch neue Nischen besetzt werden. Die Modellvielfalt werde in den nächsten Jahren weiter wachsen – vor allem im Zuge der Expansion von VW in die aufstrebenden Regionen der Welt mit ihren neuen Anforderungen. Autobauer müssten da schnell und flexibel reagieren.

Artikel jetzt ...

© Copyright 2019 AUTOHAUS online

Kommentar
Ihr Kommentar zum Artikel
Ihr Kommentar zum Artikel

AUTOHAUS ist ein Fachmedium für die Automobilwirtschaft. Die qualifizierte Meinung unserer Online-Nutzer zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen.
Vielen Dank!

Artikel jetzt ...

mit anderen teilen per

© Copyright 2019 AUTOHAUS online

Newsletter
Newsletter
Schon gelesen?
Die Top-Nachrichten