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AUTOHAUS SteuerLuchs: Der Autohändler als Detektiv

AUTOHAUS-Steuerexpertin Barbara Lux-Krönig

AUTOHAUS-Steuerexpertin Barbara Lux-Krönig geht in der aktuellen Ausgabe brisanten Fragen nach: Wann liegt ein Reihengeschäft vor? Welche Informationen muss der Händler dazu einholen?


Datum:
17.10.2012
1 Kommentare

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In der täglichen Beratungspraxis ist in der letzten Zeit immer häufiger die Frage zu hören, ob es ein Problem darstellen kann, dass der Kaufpreis für ein Fahrzeug oder für Ersatzteile von einem Bankkonto überwiesen wird, welches dem Rechnungsadressaten nicht eindeutig zugeordnet werden kann.

Hintergrund dieser Frage ist die jüngste Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs zu den (grenzüberschreitenden) Reihengeschäften. Dabei ist unter einem Reihengeschäft eine Konstellation zu verstehen, dass Verkäufer A mit einem Kunden B einen Kaufvertrag abschließt, B selbst wiederum die Ware an C veräußert und die Ware auf direktem Transportweg von A zu C gelangt – wobei die Lieferkette um beliebig viele Zwischenkäufer erweitert werden kann.

In der Konstellation A (deutscher Autohändler) – B – C ist auf Grund komplizierter steuerlicher Regelungen bei grenzüberschreitenden Geschäften eines dieser zwei Umsatzgeschäfte als bewegte, steuerfreie Lieferung und das andere als ruhende Lieferung anzusehen. Wird dabei das Umsatzgeschäft von A (deutscher Autohändler) an B als ruhende Lieferung angesehen, ist dieses Geschäft für A regelmäßig steuerpflichtig.

Dieser letztgenannte Fall liegt nach der neuen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs immer dann vor, wenn es sich um einen Abholfall handelt und der erste Händler (in unserem Fall der deutsche Autohändler A) weiß, dass ein Reihengeschäft vorliegt.

Diese Konstellation ist für die deutschen Autohändler immer dann kritisch, wenn der Autohändler (in der Position des A) davon ausgeht, er würde anstatt des steuerpflichtigen Umsatzes eine steuerfreie Ausfuhrlieferung bzw. innergemeinschaftliche Lieferung an seinen Kunden (B) ausführen – und entsprechend nur den Netto-Betrag aus dem Geschäft vereinnahmen. Denn wenn es sich bei dem Umsatzgeschäft von A an B um eine ruhende steuerpflichtige Lieferung handelt, entsteht die Umsatzsteuer unabhängig vom Ausweis auf der Rechnung und wird auch entsprechend von A geschuldet.

Daher liegt die Brisanz der oben genannten Frage darin, ob die Kenntnis darüber, dass die Bezahlung von einem nicht dem Kunden des deutschen Autohändlers zuzuordnenden Konto erfolgt, ein steuerfreies Geschäft "kaputt macht", d.h. auf einmal doch deutsche Umsatzsteuer auslöst.

Weder Urteil noch Kommentar der Finanzbehörden

Nicht leichter gemacht wird es durch die Tatsache, dass sich bislang weder ein Urteil noch eine Veröffentlichung der Finanzverwaltung mit diesem Thema beschäftigt hat. Allerdings kann es doch nicht Aufgabe eines deutschen Autohändlers sein, wie ein Detektiv die Spur des Geldes zurückzuverfolgen, wenn ein Rechnungsbetrag unter der Angabe der richtigen Rechnungsnummer an ihn überwiesen wird!

Und auch wenn der Fakt bekannt ist, dass das Geld (scheinbar) nicht von einem Konto des eigenen Kunden überwiesen wurde, kann es sich dabei letztendlich nur um ein Indiz für das Vorliegen eines Reihengeschäfts handeln. Damit der Autohändler vom Vorliegen eines Reihengeschäfts weiß, müssen diesem meines Erachtens noch weitere diesbezügliche Informationen bekannt sein.

TIPP: Um mögliche Diskussionen über das Vorliegen eines Reihengeschäfts von Anfang an zu vermeiden, sollten Sie entweder darauf achten, dass die Zahlung auch wirklich von Ihrem Kunden erfolgt, oder Sie sollten sich von Ihrem Kunden schriftlich bestätigen lassen, dass kein Reihengeschäft vorliegt.

Brauchen auch Sie einen Steuer-Tipp? Dann schicken Sie Barbara Lux-Krönig von der Kanzlei Rath, Anders, Dr. Wanner & Partner einfach eine E-Mail: lux@raw-partner.de

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KOMMENTARE


Jörg Adam

18.10.2012 - 08:32 Uhr

Damit die Aussage im Beitrag, letzter Absatz vor dem Tipp, stimmt, ist der Klammerzusatz "scheinbar" entweder wegzulassen oder durch das Wort "anscheinend" zu ersetzen - sonst ist die Aussage falsch!


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