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E-Gebrauchtwagen: "Wir stehen erst am Anfang von Stufe zwei"

Nichts ist eindimensional: Technologische wie politische Änderungen sowie die Zukunft konventioneller Fahrzeuge werden zeigen, wie sich die Mobilität entwickelt, so Michael Tziatzios vom Prüfdienst Dekra.
© Foto: Dekra

Die Schere zwischen neuen und gebrauchten Stromern weitet sich. Der Gebrauchtmarkt bei Elektroautos ist aktuell noch klein - nicht mehr lange, erklärt der GW-Experte der Dekra.

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Vergünstigungen und Anreize auf der einen Seite, schnell alternde Technik auf der anderen. Ein Grund zur Beunruhigung? Nein, meint Michael Tziatzios, Gebrauchtwagen-Experte bei Dekra. In der Elektromobilität werde sich noch viel bewegen und ändern. Er rät daher Privatleuten zum Leasing, Händlern zur Besonnenheit. Und den Herstellern unbedingt zur Weitsicht.

AH: Herr Tziatzios, die Prämienpolitik bis 2025 hat eingeschlagen. Sind diese Subventionen falsche Signale unseres Gesetzgebers?

M. Tziatzios: Nein. Schiefgelaufen ist allerdings, dass der Handel, während er mit großem Schwung in die Neuwagenvermarktung gegangen ist, Restwertanpassung nicht vorgenommen hat. Dieser überhitzte Verkauf wird dazu führen, dass es in 24 bzw. 36 Monaten zu einer großen Marktsättigung kommen wird. Die Frage ist: Gibt es dann für diese Fahrzeuge die richtigen Käufer? Denn der Käuferkreis dieser Gebrauchten ist ja eine völlig andere Klientel - es sind keine Dienstwagenberechtigten oder Leute, die aus der Neupreisversteuerung Nutzen ziehen können. Mit anderen Worten: Diese Klientel ist sehr viel preissensibler als zuvor die Neukunden.

AH: Das DAT-Barometer zeigt derzeit einen beachtlichen Wertverlust von gebrauchten E-Autos, gerade auch im Vergleich zum Benziner, selbst gebrauchte Diesel liegen da im Schnitt besser. Wie bewerten Sie diese Tendenz?

M. Tziatzios: Selbst wenn der GW-Preis beim Stromer oder Hybrid nur noch bei 50 Prozent des Neupreises liegt, ist er im Vergleich zum Neuwagenkauf noch zu teuer. Dazu kommt - weil die Technik sich rasant weiterentwickelt - eine geringere Reichweite und weniger Ladekapazität als bei Neuwagen. Ähnlich wie bei Smartphones gibt es aktuell einen großen Technikschub, da wir hier in einer recht frühen Phase der Technologieentwicklung stehen. Daher möchte der Hersteller schlicht und ergreifend Neuwagen verkaufen, die er subventioniert und der Staat ebenso. Insofern wird es für die Gebrauchten dann sehr sehr schwer, sich durchzusetzen - meiner Meinung nach ist dies fast unmöglich. Leasingraten von nur 100 Euro sind beim gebrauchten Stromer nicht drin. So liegt bei Fahrzeugen um die 10.000 Euro die Rate stets über 200 Euro. (...)

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