Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe unterstützt die geplante Anpassung der Pkw-Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung (Pkw-EnVKV). Die vorgesehene Änderung behebe jedoch lediglich ein einzelnes Problem und löse nicht die grundsätzlichen Schwierigkeiten des bestehenden Systems.
Nach Ansicht des Verbandes sollte die bevorstehende europäische Überarbeitung der Vorschriften genutzt werden, um die Kennzeichnung insgesamt einfacher und praxistauglicher zu gestalten.
Händler sehen hohen Bürokratieaufwand
Aus Sicht des Kfz-Gewerbes verursacht die bestehende Regelung erheblichen Aufwand in den Betrieben. Zahlreiche Detailvorgaben, Auslegungsfragen und rechtliche Unsicherheiten erschwerten die Umsetzung im Tagesgeschäft. Kritisch bewertet der Verband insbesondere die Möglichkeit wettbewerbsrechtlicher Abmahnungen bei formalen Verstößen. Nach Angaben des ZDK seien davon auch Betriebe betroffen, die grundsätzlich rechtskonform arbeiten, aber aufgrund komplexer Vorgaben Fehler machen.
Der Verband spricht sich dafür aus, die Kennzeichnung auf Neufahrzeuge zu beschränken. Für viele Gebrauchtwagen stünden die erforderlichen WLTP-Daten nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung. Zudem könnten Alterung, Reparaturen oder technische Veränderungen dazu führen, dass die ursprünglichen Herstellerangaben nicht mehr vollständig auf das konkrete Fahrzeug zutreffen. Nach Meinung des ZDK birgt dies die Gefahr irreführender Angaben und zusätzlicher Haftungsrisiken für den Handel.
Auch eine mögliche Ausdehnung der Kennzeichnung auf leichte Nutzfahrzeuge sieht der Verband kritisch. Bei diesen Fahrzeugen spielten Faktoren wie Nutzlast, Aufbau und Einsatzprofil häufig eine größere Rolle als die offiziellen Verbrauchswerte. Zudem könnten sich Verbrauchs- und Emissionswerte je nach Fahrzeugkonfiguration deutlich unterscheiden.
Klare Regeln für Online-Vertrieb gefordert
Besonderen Handlungsbedarf sieht der Verband im digitalen Vertrieb. Händler hätten oft keinen Einfluss darauf, wie Fahrzeugdaten auf Plattformen, Vergleichsportalen oder in Konfiguratoren technisch dargestellt werden. Der ZDK fordert deshalb klare Haftungsregeln, die Händler nicht für Darstellungsfehler verantwortlich machen, auf die sie keinen Einfluss haben.
Chance für grundlegende Reform
Mit Blick auf die bevorstehende europäische Revision plädiert der Verband für ein deutlich schlankeres und verständlicheres Informationssystem. Ziel müsse sein, Verbrauchern die für die Kaufentscheidung relevanten Informationen bereitzustellen, ohne zusätzliche Bürokratie im Handel zu erzeugen.