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Tokyo Motor Show 2017: Stadt der Studien

Toyota, mit Abstand größter Autobauer in Japan, setzt voll auf "Hydrokultur".
© Foto: Ralph M. Meunzel

Einst war die Tokyo Motor Show die größte Automesse in Asien. Doch die Zeiten sind vorbei. In Japans Hauptstadt spielen nur noch die heimischen Hersteller die Hauptrolle, allen voran Toyota. Doch auch die Lokalrivalen haben einiges zu bieten.

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Von Ralph M. Meunzel

Wer spektakuläre Concept Cars und Studien sehen will, für den ist die Tokyo Motor Show alle zwei Jahre ein gutes Pflaster. Doch das aktuelle Motto "Beyond The Motor" gibt eine neue Richtung vor: Künftig geht es nicht mehr nur um das Produkt, sondern verstärkt um Mobilitätslösungen. Klar ist aber auch, dass das Auto weiterhin im Mittelpunkt stehen wird. Die Herausforderungen der internationalen Autoindustrie lauten Elektromobilität und alternative Antriebe, Konnektivität und autonomes Fahren. Die japanischen Hersteller zeigen auf ihrer Heimatmesse, wie sie sich die automobile Zukunft vorstellen: natürlich elektrisch, bunt, aufgrund der Verkehrssituation in Japan auch Kleinwagen-orientiert.

Am stärksten vorgewagt hat sich hier sicher Toyota. Dass ein Nicht-Japaner durch die Pressekonferenz des Branchenriesen führt, kann in Tokio schon als kleine Sensation gelten. Executive Vice President Didier Leroy und nicht Akio Toyoda präsentierte nicht nur die neuen Mobilitätsansätze, sondern verkündete den Start einer Unternehmensinitiative parallel zum Sponsoring der Olympischen und Paraolympischen Spiele mindestens bis 2024. In drei Jahren finden zunächst die Spiele in Tokio statt. Der Slogan dafür lautet "Start Your Impossible". Laut Leroy ist das auch der neue Markentitel von Toyota in Japan.

Leroy hob hervor, wer der Weltmarktführer im Bereich der Elektromobilität ist: Bereits heute würde Toyota bereits 37 elektrifizierte Autos in mehr als 90 Ländern mit fast 1,5 Millionen verkauften Einheiten pro Jahr vermarkten. "Wenn Sie heute den gesamten Weltmarkt für elektrifizierte Fahrzeuge nehmen, liegt der Marktanteil von Toyota bei 43 Prozent. Mit mehr als elf Millionen elektrifizierten Autos, die wir in den letzten 20 Jahren verkauft haben, haben wir viele elektrifizierte Komponenten entwickelt, darunter Motoren, Wechselrichter, elektrische Steuerungssoftware und Batterien", sagte der Manager anlässlich seiner Präsentation. Für Toyota sind EVs eine Schlüssellösung für die automobile Zukunft. Deshalb habe man mit Mazda und Denso ein neues Unternehmen gegründet, um die EV-Architektur im Hinblick auf die Massenproduktion zu entwickeln, so Leroy. Der Feststoff-Batterietechnik spricht man dabei das Potenzial zu, die Reichweite der E-Mobile entscheidend zu verbessern.


Tokyo Motor Show 2017

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Am Messestand des japanischen Branchenprimus suchte man am ersten Pressetag (Mittwoch) kaufbare Autos vergeblich. Toyota präsentierte ausschließlich Zukunftslösungen und Fahrzeuge, die noch nicht auf dem Markt sind. Vorgestellt wurden unter anderem zwei neue Brennstoffzellen-Konzepte. Der "Fine-Comfort Ride" gilt als Premium Fuelcell Vehicle (Brennstoffzelle FCV) mit geräumigem Interieur und einer Reichweite von rund 1.000 km. Der neue Fuelcell Bus "Sora" ist eine Weiterentwicklung von bereits in Tokio in Betrieb befindlichen Bussen. 100 davon sollen trotz der hohen Kosten im nächsten Jahr an den Start gehen.

Neue Mensch-Maschine-Beziehung

Mit der um einen Roller ("Concept-i-Walk") und Kleinstwagen ("Concept-i-Ride") erweiterten rein elektrisch betriebenen Concept-i-Serie will der Hersteller nicht nur Designansätze zeigen. Laut Leroy sind die Fahrzeuge mit dem AI-Agenten "Yui" ausgestattet, der es möglich machen soll, dass der Fahrer das Auto nicht mehr nur als eine Maschine betrachtet. Es soll also möglich sein, eine Beziehung aufgrund des Einsatzes von künstlicher Intelligenz und Vernetzung aufzubauen.

Weltpremiere feierten in Tokio auch das kompakte Mazda Kai Concept, das einen Ausblick auf den neuen Mazda3 gibt. Subaru stellte das Viziv Performance Concept vor. So stellt man sich die künftigen Sportlimousinen des Herstellers vor. Bei Nissan ging es vor allem um den neuen Leaf. Das Design des der zweiten Generation des E-Autos ist beeindruckend. Mitsubishi will mit dem neuen e-Evolution Concept die neue Markenstrategie verkörpern, basierend auf den Kompetenzen SUV, Elektromobilität und Vernetzung. Mit dem Sports EV Concept präsentierte Honda einen rassigen Sportwagen, der zeigt, dass sich Elektromobile auch gefällig zeichnen lassen.

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