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Fahrbericht Jeep Wrangler: Auf Schneetour

Fahrbericht Jeep Wrangler
Auf Schneetour
Der Wrangler machte auf der Schneetour eine gute Figur.
© Foto: Jeep

Nach den Geländetests im Sommer sind seit kurzem auch hierzulande Wintertests mit dem neuen Jeep Wrangler möglich. Dabei machte die Allrad-Ikone eine gute Figur.

Von Armin Wutzer/AUTOHAUS

Seit diesem Sommer ist die mittlerweile vierte Generation des Jeep Wrangler auf dem deutschen Markt. Schon damals zeigte sich in den ersten Probefahrten: Die Amerikaner haben sehr viel richtig gemacht (hier gelangen Sie zum ausführlichen Test).

Kaum ein Waldweg oder Felsenhang, mit dem der Kraxler nicht fertig wird. Nun hatte der Hersteller Fiat Chrysler zum Wintertest seines Allrad Angebots im österreichischen Innsbruck eingeladen – die perfekte Gelegenheit, um auszuprobieren, ob sich der Wrangler im Schnee ebenso gut schlägt wie im Matsch.

Für den Test entschieden wir uns für den zweitürigen Wrangler mit 2,2 Liter Diesel-Motor und 200 PS Leistung in der Variante Rubicon mit Stollenreifen, Höherlegung, elektronischer Schlupfbegrenzung und Achsantriebsübersetzung vorne und hinten von 3,73. Auf dem Weg zum Testparcours fiel dabei einmal mehr auf: Auf normalen Straßen ist der Wrangler spürbar nicht zu Hause. So macht beispielsweise der Antriebsstrang einen trägen Eindruck und sobald die Geschwindigkeit etwas höher ist, gibt es deutlich hörbare Fahrtwind-Geräusche. Die Lenkung fühlt sich zudem recht schwammig an, hat viel Spiel und verlangt ständig nach Korrekturen. Für den Stadtalltag mit wenig aufregendem Stop and Go ist das Fahrzeug daher nicht unbedingt perfekt, aber trotzdem geeignet.

Denn technisch aktuell und komfortabel ist der Wrangler durchaus. So sind etwa die Sitze bequem und genau wie das Lenkrad beheizbar. Daneben ist auch das Platzangebot für Fahrer und Beifahrer gut und in der Mittelkonsole prangt ein 8,4 Zoll großes Display mit dem Uconnect Infotainment-System. Das Kombi-Instrument hinter dem Lenkrad verfügt ebenfalls über einen sehr ansehnlichen Bildschirm. In puncto Assistenzsysteme gibt es eine serienmäßige Rückfahrkamera und auf Wunsch einen Totwinkel-Assistenten mit Bewegungserkennung. Hier hätte ein etwas größeres Angebot vermutlich nicht geschadet.

Bildergalerie
Jeep Wrangler (2018)

Ein wenig irritierend ist der Blick nach oben: Die weiße Plastik-Dachverkleidung will so gar nicht zum rot-schwarzen Interieur passen und erweckt den Anschein, als hätte in der Fabrik jemand vergessen, die eigentliche Verkleidung darauf zu montieren. Das ist jedoch vergessen, als wir schließlich vor dem verschneiten Waldweg in den österreichischen Alpen stehen, wo die Teststrecke beginnt. Wir legen den Hebel für die Verteilung des Drehmoments auf 4H Part Time, aktivieren damit den permanenten Vierradantrieb und fahren los – über Steigungen die den meisten SUV-Fahrern Schweißperlen auf die Stirn treiben würden und vorbei an Wanderern die trotz ihrer Wanderstöcke auf den steilen, engen und schneeglatten Wegen mit dem Gleichgewicht kämpfen. Mit stoischer Ruhe und ohne auch nur den Anschein zu erwecken, an seine Grenzen zu kommen, kämpft sich der Wagen schaukelnd den Berg hoch.

Da der Testparcours nicht eindeutig beschildert ist, biegen wir dann irgendwann falsch ab. Und weil der Wrangler gleichzeitig nicht den Hauch eines Zweifels aufkommen lässt, dass er seiner Aufgabe nicht mehr gewachsen ist, landen wir schließlich auf einem besseren Trampelpfad, der sich immer weiter den Berg hochschlängelt. Der Schnee liegt mittlerweile rund 30 Zentimeter hoch. Bedenken, dass dieser Weg nicht Teil der ursprünglich vorgesehenen Strecke ist, kommen erst auf, als der Weg kaum breiter ist als das Auto und zur Linken steil in den Bergwald abfällt. Weil fürchten, irgendwann auf einer Skipiste zu landen kehren wir schließlich an einer Lichtung im knirschenden Schnee um. Die Geländeuntersetzung von 4,0 oder die zwei sperrbaren Differenziale für die Vorder- und Hinterachse haben wir zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht benötigt. Werden wir auch nicht mehr: Den Rückweg nach unten und den Rest des Parcours meistert der Wrangler ebenso souverän wie den Aufstieg, ohne in dem steilen Weg mit seinen engen Kurven nur einmal ins Rutschen zu kommen.

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