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01.03.2016

Mobil in Deutschland e.V.

"Smartphone hat hohen Anteil am Anstieg der Unfälle"

Mobil in Deutschland e.V.
"Smartphone hat hohen Anteil am Anstieg der Unfälle"
Dr. Michael Haberland, Präsident des Münchner Automobilclubs Mobil in Deutschland e.V.: "Wir wollen das Smartphone nicht stigmatisieren, sondern aufklären und die Verkehrssicherheit in unserem Land erhöhen."
© Foto: Mobil in Deutschland e.V.

Am Mittwoch wurden die Ergebnisse einer US-Studie bekannt, in der der negative Einfluss der Smartphone-Nutzung im Fahrzeug auf das Unfallgeschehen nachgewiesen wurde: Das Unfallrisiko steige auf das Fünf- bis Zehnfache. In diesem Zusammenhang äußerte sich jetzt auch Dr. Michael Haberland, der Präsident von Mobil in Deutschland e.V.

"Neueste Zahlen zeigen die drastische Realität – Das Smartphone am Steuer lässt Zahl der Verkehrsunfälle in die Höhe schnellen". So war eine aktuelle Pressemeldung des Vereins Mobil in Deutschland überschrieben, nachdem am Mittwoch die Ergebnisse einer in den USA durchgeführten Unfallstudie bekannt gegeben wurden.

Mobil in Deutschland e.V. ging dabei in erster Linie auf die auch 2015 wieder gestiegene Zahl der Verkehrstoten ein. Während Destatis als Ursache in erster Linie die Witterungseinflüsse verantwortlich machte, ist Mobil-in-Deutschland-Präsident Dr. Michael Haberland überzeugt, dass die Ergebnisse der aktuellen US-Studie jetzt "wichtige Aufschlüsse über diesen Wiederanstieg geben" könnten.

50.000 Unfälle alleine wegen Smartphone-Nutzung
Eine bisher einzigartige, dreijährige Untersuchung der Universität Virginia hat die Smartphone-Nutzung im Fahrzeug direkt im Straßenverkehr untersucht und zeigt "mit nun erschreckenden Zahlen, dass das Smartphone in mehr Unfällen eine große Rolle spielt als bisher angenommen". Lege man diese Schablone auf Deutschland, müsse man "von der unfassbaren Zahl von 50.000 Verkehrsunfällen pro Jahr ausgehen, die auf das Konto der Ablenkung durch Smartphone-Nutzung gehen. Das zeigt, als Fahrer ist der Griff zum Smartphone während der Fahrt schlichtweg leichtsinnig und unverantwortlich. Hier spielt man nicht nur mit dem eigenen, sondern auch mit dem Leben anderer Verkehrsteilnehmer", so die Analyse von Mobil in Deutschland e.V.

Kampagne mit TÜV SÜD und Verkehrsminister Dobrindt
Der Automobilclub weiter: "Es ist höchste Zeit zu Handeln. Aus diesem Grund haben wir die erste bundesweite Verkehrssicherheitskampagne ins Leben gerufen, die Autofahrer, Unternehmen und Politik vereint: BE SMART! Hände ans Steuer - Augen auf die Straße." Diese Kampagne hat der junge Mobil in Deutschland e.V. als gemeinsames Projekt mit der TÜV SÜD AG gestartet. Schirmherr der Kampagne ist Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt.

"Smartphone kann gefährlich und sogar tödlich sein"
Zentrales Ziel der Kampagne sei die "Schärfung des Bewusstseins für das Risiko und die Gefahren der Smartphonenutzung als Autofahrer und Verkehrsteilnehmer während der Fahrt". Man wolle "Fahrer sensibilisieren, das Smartphone eben nicht während der Fahrt in der Hand zu nutzen, weil es für ihn selbst, seine Mitfahrer und alle anderen Verkehrsteilnehmer sehr gefährlich und sogar tödlich sein kann".

Präsident Michael Haberland ergänzt: "Dabei ist uns gerade als junger und moderner Automobilclub daran gelegen, das Smartphone nicht zu stigmatisieren, sondern aufzuklären und die Verkehrssicherheit in unserem Land zu erhöhen."    (wkp)