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Diesel-Abwrackprämie als teurer Bumerang

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Diesel-Abwrackprämie als teurer Bumerang
Im Zuge der Diesel-Abwrackprämie landeten viele relativ junge Selbstzünder auf dem Schrottplatz.
© Foto: hroephoto/stock.adobe.com

Die Diesel-Abwrackprämie hat zu einem künstlich erzeugten Nachfrage-Boom geführt. Auf rund 700 Millionen Euro beziffert nun eine Studie die Margenverluste von Handel und Herstellern.

Die Diesel-Abwrackprämie könnte der Autobranche teuer kommen, ohne der Umwelt zu helfen. Zu diesem Urteil kommt eine Studie des Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen. Die seit August 2017 von nahezu allen Autoherstellern ausgerufenen Preisnachlässe haben den vom CAR regelmäßig ermittelten Rabatt-Index auf neue Rekordhöhen getrieben.

Lag er in den vergangenen Jahren maximal bei 134 Punkten, schnellte er im Sommer des Vorjahres auf Werte zwischen 141 und 154 Punkte. Auch wenn die meisten Marken ihre Sonderaktionen mittlerweile beendet haben, verharrte der Index im Juni bei 142 Punkten. Der durchschnittliche Preisvorteil bei Sonderaktionen der Autohersteller lag für den Kunden bei 15,2 Prozent – zwei Punkte höher als vor dem Prämien-Boom.

Margenverluste von 650 Euro pro Neuwagen

"Bei einem Durchschnittspreis der Neuwagen von knapp 33.000 Euro im deutschen Automarkt bedeuten die gestiegenen Kundenvorteile für Autobauer Margenverluste von mehr als 650 Euro pro Neuwagen", rechnete CAR-Leiter Ferdinand Dudenhöffer vor. Gehe man davon aus, dass etwa ein Drittel der Neuwagen mit Abwrackrabatten verkauft wurden, bedeute das einen Verlust von 700 Millionen Euro.

"In gesättigten Märkten manipuliert man mit Abwrackprämien nur kurzfristig den Ersatzbedarf, mehr nicht", so Dudenhöffer. Für die kommenden Monate befürchtet er in Folge der Vorzieheffekte ein teures Nachfrageloch. Dazu kommt der fehlende positive Einfluss auf die NOx-Grenzwerte in den Städten. "Viele Euro 6 Diesel haben zum Teil im normalen Fahrbetrieb einen höheren Stickoxidausstoß als alte Euro-4- oder Euro-3-Diesel." Nach wie vor müsse mit Fahrverboten gerechnet werden, vor 2020 sei keine Besserung bei den Messwerten zu erwarten. (SP-X)

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