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Agenturmodell im Autohandel: Streitpunkt Marge

Das Agenturmodell trifft im Handel auf viel Kritik und große Vorbehalte.
© Foto: Nejron Photo / stock.adobe.com

Über die Hälfte der Händler lehnen die Agentur als Vertriebsmodell der Zukunft ab. Vor allem die zu niedrigere Marge ist den Entscheidern im Autohaus ein Dorn im Auge.


Datum:
31.05.2022
Autor:
Ralph M. Meunzel
Lesezeit: 
4 min
1 Kommentare

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Mit dem Agenturmodell treiben die Autobauer jetzt eine neue Kuh durch das Dorf, die mehr Milch geben soll. Wer den Rahm dabei abschöpft und wer sich mit der Molke zufriedengeben muss, ist allerdings noch nicht endschieden. Auch der Handel ist sich nicht einig. Allerdings lehnen 53 Prozent der befragten Händler im aktuellen AUTOHAUS Panel die unechte Agentur weiterhin ab. Nur 27 Prozent sehen das neue Vertriebskonzept positiv. Ein Fünftel ist dagegen unschlüssig.

Derjenigen, die das Agentursystem befürworten, haben klare Erwartungen über die positiven Effekte. So gehen 77 Prozent davon aus, dass es künftig weniger Rabatte zu Lasten des Handels geben wird. Dafür wird die Marge deutlich abgesenkt und das führt dann auch zu einer Einschränkung des Wettbewerbs unter Markenkollegen (72 Prozent). Aufgrund dieser Maßnahmen wird der Online-Handel erleichtert bzw. eine gewisse Preisdisziplin ermöglicht, sagen 62 Prozent der Interviewten. An vierter Stelle folgt das Argument, dass es keine Bestandsware mehr geben wird, für die der Händler die wirtschaftliche Verantwortung tragen muss.

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Die Ablehnung der Agentur wird an erster Stelle mit der zu niedrigen Marge begründet. Hier wird im Durchschnitt ein Wert von 9,5 Prozent gefordert. Außerdem sind die befragten Entscheider der Meinung, dass die neue Art Autos zu verkaufen nur deshalb eingeführt wird, weil der Hersteller eigene Kosten reduzieren will. Verlust der Selbständigkeit und der Direktvertrieb am Netz vorbei werden ebenfalls als Gegenargumente angeführt.

Bei der Agentur verkauft der Händler auf Namen und Rechnung des Herstellers. Hier könnte man dem Kunden also zwei Rechnungen beim Autokauf in die Hand drücken, um dem Autohaus die Möglichkeit zu geben, Zusatzprodukte wie Zubehör oder Fußmatten separat abzurechnen. Das halten allerdings nur 17 Prozent der Befragten für sinnvoll. 44 Prozent stimmen diesem Vorschlag nicht zu. Dagegen würden es 57 Prozent der Entscheider im Handel begrüßen, wenn Verkaufsleistungen – also Beratung und Probefahrt – als Zusatzleistungen berechnet werden könnten.

© Foto: AUTOHAUS

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KOMMENTARE


Petzi

31.05.2022 - 20:58 Uhr

Da haben einige Obere sehr weit in die Zukunft gedacht. Das ist aber, aus Sicht des Handels auch schon alles. Denn genau dieser wird abgewürgt. Das mittelfristige Ziel ist klar. Das die Hersteller den Vertrieb selbst übernehmen(Internet). Den Handel raus, um die ganze Marge selbst einzusacken. Arbeitsplätze im Handel und alles was daran hängt, Fehlanzeige. Das Interessiert die Hersteller auch nicht. Alles wird mit sehr viel Geld geregelt. Hauptsache der Ertrag wird erhöht, um jeden Preis. Und Händler die nicht spuren, werden platt gemacht. Ohne Rücksicht auf (menschliche) Verluste. Den jungen Verkäufern wird erzählt, wie sehr man sie braucht, damit sie als nützliche Idioten noch so lange wie möglich bei der Stange gehalten werden (Köder= schöner Vorführwagen) bis sie zu nutzlosen Auslieferern für € 2.500.- brutto p.m. verkommen. Bleibt abzuwarten, wie es der Kunde es findet, sein Auto im Internet zu bestellen, seinen gebrauchten vorher an „wir kaufen dein Auto“ verschenkt und dann irgendwann, gänzlich ohne persönlichen Ansprechpartner, wovon und wodurch ALLE früher gelebt haben, sein Auto in irgendeiner Halle im Hamburger Hafen abholt. Siehe Tesla. Das ist doch echte Kundenbindung. So richtig schön unpersönlich. Dann kann man natürlich auch mal längere Lieferzeiten oder sonstige Problemchen entspannter aussitzen.


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