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Autohändler Anclam: "Die Situation bessert sich langsam"

Autohändler Anclam
"Die Situation bessert sich langsam"
Wilfried Wilhelm Anclam
© Foto: Prof. Hannes Brachat/AUTOHAUS
Zum Themenspecial Corona-Krise

Auch die Autoland AG ist stark von der Corona-Pandemie gebeutelt. Warum Inhaber Wilfried Wilhelm Anclam trotzdem seinen Mut nicht verloren hat, erklärt er gegenüber AUTOHAUS.

Wilfried Wilhelm Anclam ist Vorstandsvorsitzender der Autoland AG in Leipzig-Brehna. Er gilt als Deutschlands größter und erfolgreichster freier Automobilhändler. Im Osten Deutschlands betreibt er über 800.000 Quadratmeter Gewerbeflächen mit über 900 Mitarbeitern in 22 Filialen und vermarktete 2019 mehr als 32.000 Fahrzeuge. AUTOHAUS-Herausgeber Prof. Hannes Brachat sprach mit dem Kfz-Unternehmer.

AUTOHAUS: Herr Anclam, wie charakterisieren sie die Corona-Auswirkungen für Autoland?

Wilfried Wilhelm Anclam: Das Vor-Corona, also Januar und Februar bis Mitte März, liefen für uns noch rekordverdächtig. Das ist aber schon Geschichte. Das Während-Corona schaffte für viele die Möglichkeit, all das mal anzugehen, was schon längst erledigt sein sollte. Aber auch eine Zeit zum Denken und daher eine kraftvolle Entwicklungs- und Neubestimmungszeit. Einige Unternehmen sind inzwischen mit Rettungsschirm unterwegs, andere ohne. Für sie gilt das Goethewort: "Geld und Gut verloren – etwas verloren! Musst rasch dich besinnen und neues gewinnen." Auch das Nach-Corona lehrt zuerst Liquidität, dann Rentabilität, dann Investitionen. Zuerst Vorsorge, dann alles andere. Wir werden dann mit Zeitverzug noch einige Corona-Konsequenzen erleben, wenn die Rettungsschirme ihre Wirkung verloren haben bzw. eingezogen werden.

Wie haben Sie die Anpassung an die Corona-Zwänge gestaltet?

W. W. Anclam: Wir haben am 17. März 2020 letztmalig in unseren 22 Filialen Autos verkauft. Am 18. März stand für 80 Prozent unserer 900 Mitarbeiter Kurzarbeit an. Nur die Bauabteilung mit 80 Mitarbeitern, der Wachschutz mit 60 Mitarbeitern und Teile des Stabes blieben besetzt. Natürlich sind auch unsere internationalen Handelsverbindungen in Europa betroffen. Zahlreiche Büros unserer Lieferanten blieben geschlossen. Durch harte Quarantäneregelungen einzelner Länder war der Transport von Fahrzeugen in Europa nahezu unmöglich. Im Moment bessert sich die Situation langsam. Ohne Frage, für uns ist seit 18. März jede Woche mit Umsatz- und damit auch Ertragseinbruch verbunden.

Wie sehen Sie die nahe automobile Zukunft?

W. W. Anclam: Die allermeisten Menschen und Kunden werden das tun, was sie immer tun: warten, warten. Sie werden vielleicht verwundert sein, dass ich für die automobile Händlerwelt Frohsinn ansage. Frohen Sinn! Wir haben nun unsere Filialen auch für den Verkauf wieder offen und werden eben auch auf Kunden treffen, die die Zeit hatten, Angebote zu prüfen und eine Vorauswahl zu treffen. Sie können wieder in die Autohäuser gehen, mit den Verkäufern sprechen und das Autohandelsunternehmen verkauft Autos. Wir sollten weiter vorsichtig bleiben, Abstand halten, die Lage beobachten, aus uns zugänglichen Informationen durch eigenes Denken die besten Schlüsse ziehen und den Ängstlichen, Schwarzsehern und Verschwörungstheoretikern besten Beistand und Zuversicht geben, Vorbild sein – jetzt!


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