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Bericht: Russischer Saab-Finanzier festgenommen

Über Saab brauen sich neue dunkle Wolken zusammen.

Scotland Yard hat den Bankier Wladimir Antonow in London verhaftet. Die Behörden werfen ihm vor, mit unrechtmäßig erworbenem Kapital Spyker Cars bei der Übernahme von Saab unterstützt zu haben.


Datum:
25.11.2011
1 Kommentare

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Bei Saab häufen sich erneut lebensbedrohliche Hiobsbotschaften. Der britische Sender BBC meldete am Freitag, dass der bisher an der Saab-Finanzierung beteiligte russische Bankier Wladimir Antonow auf ein litauisches Begehren festgenommen worden sei. Die Londoner Polizei bestätigte auf Anfrage in diesem Zusammenhang die Festnahme eines 36- sowie eines 53-jährigen Mannes. Antonow wurde 1975 in der zentralasiatischen Ex-Sowjetrepublik Usbekistan geboren. Er ist auch Eigner des britischen Profi-Fußballclubs Portsmouth.

Die Behörden des baltischen Landes werfen Antonow und einem Geschäftspartner vor, die wegen drohender Zahlungsunfähigkeit verstaatlichte Snoras Bank als Mehrheitseigner ausgeplündert zu haben. Zudem hat die litauische Generalanwaltschaft aufgrund von Hinweisen auf mögliche kriminelle Aktivitäten innerhalb der Bank Ermittlungen eingeleitet.

Ein Teil des angeblich abgezogenen Kapitals soll Antonow zur Übernahme von Saab für den niederländischen Sportwagenhersteller Spyker Cars 2010 eingesetzt haben. Das inzwischen in Swedish Automobile umbenannte Unternehmen will Saab an die chinesische Unternehmen Youngman und Pang Da weiterverkaufen.

Kein Geld in Sicht

Gleichzeitg musst Saab seinen 3.500 Beschäftigten mit der Freitag fälligen Auszahlung der November-Löhne auf unbestimmte Zeit vertrösten: Das zugesagte Geld von zwei Investoren aus China sei nicht gekommen und vorerst auch nicht in Sicht. Gewerkschaften kündigten Konkursanträge an, falls Löhne und Gehälter nicht binnen einer Woche überwiesen seien.

Die Wirtschaftszeitung "Dagens Industri" nannte als Grund für die bisher ausgebliebenen Zahlungen aus China, dass die staatliche Aufsichtsbehörde NDCR in Peking dem Autohersteller Youngman und dem Großhändler Pang Da die Transaktion untersagt habe. Beide wollen Saab komplett übernehmen, konnten aber bisher die für eine neue Produktion im schwedischen Trollhättan nötige Lizenzfreigaben durch den US-Konzern General Motors (GM) nicht erreichen. GM hatte Saab Anfang 2010 verkauft.

Die Produktion bei den Skandinaviern liegt seit April wegen Geldmangels und Schulden still. Saab-Chef Victor Muller meinte in einer SMS an den Rundfunksender SR: "Wir können nicht sagen, wann das Geld kommt. Wir warten auf Neuigkeiten aus China." (dpa)

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KOMMENTARE


Michael Chittka

25.11.2011 - 19:48 Uhr

Inzwischen sind sowohl V.Antonov wie auch Raimondas Baranauskas gegen Zahlung einer geringen Sicherheitsleistung wieder auf freiem Fuß. Die hier beschriebenen Veruntreuungen haben nicht nur Auswirkungen auf Saab sondern auch auf die lettische Krajbanka(lettische Sparkasse).Dort stehen seit einigen Tagen die Kunden an den Automaten Schlange um an ihr Geld zu kommen. Der normale Bankenverkehr wurde eingestellt und ein Abbuchungslimit von 50,-Ls (etwa 75€) pro Tag wurde angeordnet. Das Bild vor den Banken ist überall das Gleiche, lange Schlangen beunruhigter Menschen welche Angst davor haben erneut alle Ersparnisse zu verlieren. Leider wird in den deutschen Medien weder darüber noch über die durch die werten Herren verursachten anderweitigen Schäden berichtet.


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