Isetta und "Ente" besonders günstig: Neue Typklassen in der Kfz-Versicherung

30.09.2026 10:04 Uhr | Lesezeit: 3 min
Landstraße Unfall Verkehr
Für die Mehrheit der Autofahrer ändern sich die Einstufungen jedoch nicht. Mehr als zwei Drittel aller Fahrzeughalter behalten ihre bisherige Typklasse.
©Foto: Mit KI generiert | KI bearbeitet

Für Millionen Autofahrer in Deutschland ändern sich im kommenden Jahr die Typklassen ihrer Kfz-Versicherung. Während einige von günstigeren Einstufungen profitieren, müssen andere mit höheren Beiträgen rechnen. Besonders auffällig: Historische Kleinwagen gehören weiterhin zu den günstigsten Fahrzeugen im Versicherungsvergleich.

Die deutschen Versicherer haben die Typklassen für zahlreiche Fahrzeugmodelle neu berechnet. Wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mitteilte, werden die Typklassen für Fahrzeuge von rund 7,4 Millionen Haltern angehoben. Gleichzeitig profitieren etwa 5,1 Millionen Autofahrer von günstigeren Einstufungen. Ein Beispiel: Der VW T7 Multivan 2.0 TDI wird in der Haftpflichtversicherung um zwei Klassen günstiger eingestuft. Beim Citroën C5 1.2 steigt die Einstufung dagegen um zwei Klassen.

Mehr als 33.000 Fahrzeugmodelle im Vergleich

Hinter den Anpassungen steht eine umfangreiche Auswertung. Insgesamt fließen mehr als 33.000 Fahrzeugmodelle in die Statistik ein. Berücksichtigt werden dabei nicht nur aktuelle Pkw, sondern auch zahlreiche ältere Fahrzeuge und Oldtimer, die noch in Deutschland zugelassen sind. Die Typklasse spiegelt das Schadenrisiko eines Modells wider. In der Haftpflichtversicherung werden Schäden erfasst, die anderen Verkehrsteilnehmern oder deren Eigentum entstehen. Die Teilkasko deckt zusätzlich Risiken wie Diebstahl, Wildunfälle oder Hagelschäden ab. Für selbstverschuldete Schäden am eigenen Fahrzeug ist dagegen die Vollkaskoversicherung zuständig.

Das System der Typklassen ist komplex. In der Haftpflicht gibt es 16 Klassen, die von 10 bis 25 reichen. In der Vollkasko liegt die Spanne zwischen 10 und 34. Für die Mehrheit der Autofahrer ändern sich die Einstufungen jedoch nicht. Mehr als zwei Drittel aller Fahrzeughalter behalten ihre bisherige Typklasse.

Teure Autos verursachen meist höhere Reparaturkosten

Nach Angaben des GDV gilt bei der Kaskoversicherung weiterhin eine einfache Faustregel: Je teurer ein Fahrzeug und seine Ersatzteile sind, desto höher fällt in der Regel die Typklasse aus. So gehört der Renault Twingo mit der Vollkasko-Typklasse 10 zu den günstigsten Modellen. Auch der Fiat Panda schneidet mit Typklasse 11 sehr günstig ab. Deutlich höher eingestuft sind dagegen Fahrzeuge wie der Porsche Panamera 4 E-Hybrid mit Typklasse 30 oder der Range Rover 3.0 TD mit Typklasse 29.

Isetta und "Ente" sehr günstig

Am niedrigsten eingestuft sind historische Kleinwagen. Zu den günstigsten Fahrzeugen in allen drei Versicherungsarten zählen die BMW Isetta, besser bekannt als "Knutschkugel", sowie der Citroën 2CV, die legendäre "Ente". Warum diese Modelle so günstig eingestuft werden, haben die Statistiker nicht gesondert untersucht. Allerdings sind von diesen Fahrzeugen heute nur noch wenige Exemplare zugelassen. Zudem werden sie meist sorgfältig gepflegt und vergleichsweise selten im Alltag bewegt.

Die Typklasse ist nur einer von mehreren Faktoren bei der Berechnung des Versicherungsbeitrags. Auch der Wohnort spielt über die sogenannte Regionalklasse eine wichtige Rolle. Darüber hinaus fließt das Alter der Fahrer in die Kalkulation ein. Sowohl sehr junge Autofahrer als auch Menschen ab etwa Mitte 60 verursachen statistisch häufiger Unfälle als Fahrer mittleren Alters. Entsprechend fallen die Versicherungsbeiträge für diese Gruppen in der Regel höher aus.


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