Jetzt amtlich: Berliner Autohaus König meldet Insolvenz an

02.09.2026 11:00 Uhr | Lesezeit: 3 min
Eröffnung Autohaus König Leipzig
Autohaus König
© Foto: Dirk Schumacher

Gegen die Berliner Autohausgruppe König ist beim Amtsgericht Charlottenburg ein Insolvenzverfahren eröffnet worden. Das sagen die langjährigen Vertriebspartner.

Bis vor kurzem waren es nur Mutmaßungen, jetzt ist es amtlich. Gegen die Berliner Autohausgruppe König ist beim Amtsgericht Charlottenburg ein Insolvenzverfahren eröffnet worden (Insolvenz-Bekanntmachung vom 2. September 2026, AZ 3616 IN 5523/26). Auf AUTOHAUS Anfrage bestätigte die Behörde, "dass das Amtsgericht Charlottenburg gestern (am 01.09.2026) für die Autohaus König GmbH einen vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt, umfangreiche Anordnungen zum Schutz des Vermögens der Schuldnerin getroffen und einen vorläufigen Gläubigerausschuss eingesetzt hat."

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Berliner Rechtsanwalt Dr. Rainer Eckert bestellt. "Wir haben bis zuletzt intensiv um eine Lösung außerhalb der Insolvenz gerungen", heißt es aus der Geschäftsführung der Autohaus Gotthard König GmbH. "Der eingeschlagene Weg über das Verfahren gibt uns jetzt die Grundlage, eine geordnete und klare Struktur für unser Unternehmen zu schaffen – im Schulterschluss mit unseren Herstellerpartnern und für unsere Kundinnen und Kunden."

Die Autohaus König Gruppe gehört nach eigenen Angaben "zu den größten Fahrzeug-Handelsgruppen Deutschlands und bietet nach über 60 Jahren Firmengeschichte inzwischen 18 verschiedene Marken an, darunter Renault, Opel, Fiat, Dacia, Jeep, Suzuki, BYD & Kia, aber auch Zweiräder aller Art". 

An über 80 Standorten kann der Händler auf einen Fahrzeugbestand von rund 12.000 Fahrzeugen zurückgreifen. Auto König hat mehr als 1.200 Mitarbeiter in über 80 Filialen und zählt damit zu den großen Arbeitgebern der Branche.

"Stellantis bedauert die Beantragung der Insolvenz"

Einer der größten Partner der renommierten Autohausgruppe ist der Mehrmarkenkonzern Stellantis. Gegenüber AUTOHAUS äußerte sich ein Sprecher wie folgt: "Stellantis bedauert die Beantragung der Insolvenz durch die König-Gruppe. In den vergangenen Wochen wurden gemeinsam mit dem Management, Finanzierungs- und Beratungspartnern intensive Anstrengungen unternommen, um eine tragfähige Restrukturierungs- und Finanzierungslösung zu ermöglichen und eine Insolvenz noch abzuwenden. Trotz der Prüfung verschiedener Optionen konnte jedoch kurzfristig keine nachhaltige Gesamtlösung aller Beteiligten erzielt werden."

"Stellantis wird den weiteren Prozess konstruktiv begleiten und wird gemeinsam mit der Stellantis Financial Services sowie dem Insolvenzverwalter eng zusammenarbeiten, um Fortführungs-, Sanierungs- oder Nachfolgelösungen zu prüfen. Stellantis bleibt dem deutschen Markt, seinen Kunden, Handelspartnern und Mitarbeitern grundsätzlich weiterhin uneingeschränkt verpflichtet", heißt es bei Stellantis weiter.

"Tragfähige Gesamtlösung konnte nicht erreicht werden"

Ähnlich äußert man sich auch bei Renault: "Die Insolvenz betrifft mit der Autohaus König GmbH einen langjährigen Vertriebspartner der Renault Deutschland AG. Gemeinsam mit allen Beteiligten wurden in den vergangenen Wochen verschiedene Optionen zur Stabilisierung des Unternehmens geprüft. Eine tragfähige Gesamtlösung konnte jedoch nicht erreicht werden", sagte ein Renault-Sprecher.

Renault weiter: "Wir stehen in engem Austausch mit dem Insolvenzverwalter und begleiten die laufenden Prozesse im Rahmen unserer Möglichkeiten. Dabei liegt unser Augenmerk insbesondere auf einer möglichst reibungslosen Fortführung des Geschäftsbetriebs sowie auf der bestmöglichen Betreuung der Kundinnen und Kunden.

Kundinnen und Kunden können weiterhin auf die Leistungen des Renault- und Dacia-Netzes zugreifen. Service-, Wartungs- und Reparaturarbeiten können grundsätzlich auch bei anderen autorisierten Partnerbetrieben durchgeführt werden. Für die Kundinnen und Kunden ergeben sich daraus keine Einschränkungen bei den Serviceleistungen unserer Marken."

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