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Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg: "Es geht aufwärts, aber nur langsam"

Michael Ziegler
© Foto: Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg

Die Corona-Krise lässt sich nicht so leicht abschütteln. Das zeigt die Halbjahresbilanz in Baden-Württemberg. Dem Kfz-Gewerbe fehlen weitere Impulse für eine Aufholjagd.


Datum:
22.07.2020
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Das Kraftfahrzeuggewerbe Baden-Württemberg hat weiterhin stark mit den Auswirkungen der Corona-Krise zu kämpfen. "Es geht aufwärts, aber nur langsam. Dem Neuwagenmarkt fehlen die Impulse, die der geringere Mehrwertsteuersatz nicht geben wird", sagte Verbandspräsident Michael Ziegler am Mittwoch bei der Vorlage der Halbjahreszahlen im Südwesten. Damit würden die Befürchtungen der Branche bestätigt. Der Rückgang im Neuwagenverkauf sei "dramatisch" und auch im zweiten Halbjahr nicht aufzuholen.

Ziegler betonte: "Wer um seinen Job bangt, meidet größere Anschaffungen, daher werden die Autohäuser die bisherigen Verluste bis zum Ende des Jahres und darüber hinaus mitziehen." Selbst ein Aufwärtstrend werde den Einbruch aus der ersten Jahreshälfte nicht annährend ausgleichen können. "Corona und seine Auswirkungen werden nicht von heute auf morgen verschwinden."

Die Pandemie und ihre Folgen hatten im baden-württembergischen Pkw-Markt für eine deutliche Delle gesorgt. Die ersten sechs Monate 2020 schlossen laut Verband mit einem Verlust von rund 93.000 Zulassungen ab. Insgesamt weist die Länderstatistik 172.945 Neuwagen aus. Den Umsatzverlust im Handel bezifferte Ziegler auf ungefähr 2,1 Milliarden Euro.

Besonders stark sei zuletzt die Nachfrage nach neuen Benzinern eingebrochen: 45,5 Prozent Rückgang im ersten Halbjahr, 44,3 Prozent Minus im Juni. Der Diesel schneide mit minus 35,1 Prozent bzw. minus 32,4 Prozent etwas besser ab, hieß es. Entgegen dem Trend positiv entwickelten sich die Neuwagen mit alternativen Antrieben. Die Elektro-Quote von Januar bis Ende Juni lag bei 3,8 Prozent (Vorjahreszeitraum: 1,9 Prozent).

Enttäuschte Kunden

Mit Blick auf die zunächst bis Jahresende gesenkte Mehrwertsteuer betonte Ziegler, dass der Tag der Lieferung entscheidend sei. Erst dann werde bezahlt. In den kommenden Wochen und Monaten würden folglich auch Autos ausgeliefert, die teilweise weit im Vorfeld bestellt worden seien. "Dies sind dann Mitnahmeeffekte, aber keine zusätzlichen Kaufimpulse." Es werde auch viele Kunden geben, die jetzt ein Auto bestellen, es aber erst im nächsten Jahr geliefert bekommen. Dann gebe es nicht nur keinen Steuervorteil mehr, sondern zusätzlich enttäuschte Kunden.

Der Branchenvertreter forderte deshalb die Bundesregierung auf, zeitnah über den Zeitrahmen der Mehrwertsteuersenkung zu entscheiden. Das Kfz-Gewerbe sei für eine Verlängerung mindestens bis zum 30. Juni 2021. (AH)

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