Rademacher: Autobranche mit "lösbarem Anpassungsproblem"

25.11.2009 14:07 Uhr
Führen den ZDK in die nächsten 100 Jahre: Die Vizepräsidenten Ulrich Fromme und Wilhelm Hülsdonk sowie Präsident Robert Rademacher (v.l.)
© Foto: Doris Plate

Nachfragerückgang, Strukturwandel, Elektromobilität – zum 100-jährigen Jubiläum richtet das Kfz-Gewerbe den Blick nach vorn. Als Hauptschlüssel für den künftigen Erfolg gilt das Neue Geschäftsmodell.

Nach dem Ausnahmejahr 2009 mit Umweltprämie und zu erwartenden 3,8 Millionen Neuzulassungen stimmt sich das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) auf den Normalmarkt in 2010 ein. ZDK-Präsident Robert Rademacher geht angesichts eines weitgehend gesättigten Marktes künftig von etwa drei Millionen Neuzulassungen und sechs Millionen Besitzumschreibungen pro Jahr mit der üblichen Schwankungsbreite von plus/minus fünf bis zehn Prozent aus. "In 2010 glauben wir etwas unterhalb des Normalmarktes zu bleiben. So rechnen wir mit 2,7 bis 2,8 Millionen Neuzulassungen", sagte Rademacher am Mittwoch anlässlich des 100-jährigen Verbandsjubiläums in Berlin. Das Kfz-Gewerbe befinde sich mitten in einem umfassenden Strukturwandel, und dieser Wandel lasse sich nicht aufhalten, sagte der Verbandschef. So werde sich der Trend hin zu weniger, aber größeren Unternehmen mit mehreren Betriebsstätten weiter fortsetzen. Heute habe ein Unternehmen im Durchschnitt etwa zwei Betriebsstätten, in weiteren zehn Jahren etwa dreieinhalb bis vier Betriebsstätten. Außerdem werde die Gesamtzahl der Betriebsstätten weiter sinken. "Wir gehen davon aus, dass wir von derzeit etwa 19.000 fabrikatsgebundenen Betriebsstätten in den nächsten acht bis zehn Jahren auf eine Zahl von etwa 15.000 bis 16.000 Betrieben kommen werden", so Rademacher. Teil eines Neuen Geschäftsmodells als Leitfaden für die Neuordnung der Beziehungen zwischen Hersteller und Handel sei eine Belieferung mit Neuwagen, die sich an der Nachfrage orientiere. Hier liege der Schlüssel für den wirtschaftlichen Erfolg des Handels. "Solange zu viel Ware mit Druck in den Markt gepresst wird, werden wir nicht zu vernünftigen Ergebnissen kommen", erklärte Rademacher. Es handele sich aber um ein lösbares Anpassungsproblem. In Zeiten der atmenden Fabrik sei die Reduktion der Produktion kein Problem. "Wir sind kein Methusalem" Der Service sei und bleibe mit jährlich 73 Millionen Serviceaufträgen das Rückgrat des Kraftfahrzeuggewerbes, betonte Wilhelm Hülsdonk, Vizepräsident und Bundesinnungsmeister. Laut dem aktuellen Kundenmonitor 2009 hätten die Verbraucher den Kfz-Meisterbetrieben mit der Note "vollkommen zufrieden (1,93)" ein herausragendes Serviceniveau bescheinigt. "Auch wenn wir 100 Jahre alt sind, wir sind kein Methusalem", so Hülsdonk.

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